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Verleihung der Echinger Bürgermedaille: (v. l.) Klemens Seemüller, Bürgermeister Sebastian Thaler, Franz und Irene Nadler.

Bürgermedaillen und ein Spezialauftrag

Neujahrskonzert Eching: Erstmals ein Ehepaar geehrt

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Drei Echinger wurden geehrt: Bürgermeister Sebastian Thaler übergab drei Bürgermedaillen beim Neujahrskonzert. Erstmals ist ein Ehepaar dabei.

Eching Als festliche Veranstaltung von Echingern für Echinger präsentierte sich das Neujahrskonzert mit fast 600 Gästen im voll besetzten Bürgerhaus. Abwechslungsreich und auf hohem Niveau gestaltet wurde das musikalische Programm von jungen Solisten und dem Salonorchester der Musikschule unter der Leitung von Georg Straßmann sowie dem Symphonischen Blasorchester.

Im Mittelpunkt standen Ehrungen für drei Gemeindebürger: Das Dietersheimer Ehepaar Irene und Franz Nadler sowie der Echinger Klemens Seemüller haben sich, so ist ihren Urkunden zu entnehmen, in besonderer Weise „um die Gemeinde Eching verdient gemacht“. Dafür wurden sie von Bürgermeister Sebastian Thaler mit der Bürgermedaille ausgezeichnet – durchaus stellvertretend für die vielen ehrenamtlich Tätigen in der Gemeinde. „Der heutige Abend soll eine Würdigung Ihres Engagements für das kulturelle, soziale und sportliche Leben in unserer Gemeinde sein“, so Sebastian Thaler.

Franz und Irene Nadler haben sich ganz besonders für Asylbewerber eingesetzt

Erstmals wurde mit der seit 2010 verliehenen Bürgermedaille ein Ehepaar ausgezeichnet. Franz und Irene Nadler, beide 70 Jahre alt, haben seit fünf Jahren die in der Alten Schule in Dietersheim untergebrachten Asylbewerber unter ihre Fittiche genommen. Seither haben sie sich in herausragender Weise um die Menschen jeden Alters gekümmert. Franz Nadler, den die Flüchtlinge ebenso respektvoll wie freundschaftlich „Mister Franz“ nennen, sei den Geflüchteten „Vater, Bruder, Helfer, Freund“, zitierte Thaler in seiner Laudatio aus einer Reportage. Nadlers Dank galt den Dietersheimern, die trotz des einen oder anderen Problems die Menschen „mit großer Toleranz und sehr viel Freundlichkeit aufgenommen haben“. Seine Frau Irene, ebenfalls dauerhaft in die nachbarschaftliche Flüchtlingshilfe eingebunden, gehört seit 45 Jahren dem Zeitungskreis Echinger Forum an, war von 2005 bis 2013 Vorsitzende. Sie schreibt dabei vor allen Dingen über ihren Heimatort Dietersheim sowie die katholische Pfarrei.

Komplettiert werden die Bürgermedaillen-Träger von Klemens Seemüller. Der Echinger (71) war über 40 Jahre Feuerwehrler, davon 35 Jahre in verschiedenen Positionen, unter anderem als stellvertretender Kommandant und Vereinschef. 18 Jahre gehörte er für die CSU dem Gemeinderat an und ist Mitglied in mehr als einem halben Dutzend Ortsvereinen. Auch Seemüller berichtete von seinem Erstaunen über die Auszeichnung. Aber je länger er darüber nachgedacht habe, so Seemüller mit entwaffnender Ehrlichkeit, die für Erheiterung im Publikum sorgte, desto mehr habe er sich gesagt: „Eigentlich hat der Bürgermeister recht. Ich bin immer für alle da gewesen und freue mich über die Ehrung.“ Garant für konzertante Vielfalt zum Genießen waren überwiegend einheimische Kräfte. Den Auftakt machte in Begleitung des Salonorchesters das talentierte Brüderpaar Maximilian (Violine) und Adrian Kleemann (Klavier), beides mehrfache Preisträger bei Jugend musiziert, mit dem temperamentvoll und virtuos vorgetragenen Czardas von Vitorio Monti. Musiklehrerin Barbara Jakob und „Meisterschülerin“ Daniela Gelic verzauberten mit ihrem Querflötenduett in Antonio Vivaldis Konzert für zwei Flöten und Orchester in C-Dur. Wienerisch, wie es sich für ein Neujahrskonzert gehört, wurde es bei Fritz Kreislers Kleinem Wiener Marsch und dem Kaiserwalzer von Johann Strauß in der Bearbeitung von Arnold Schwarzberg, mit dem das Salonorchester den Melodienreigen beschloss.

Eching im Vergleich zur restlichen Welt

Einen Spezialauftrag zur Überbrückung der Bühnenumbauten hatte auf unterhaltsame Weise Orchesterleiter Georg Straßmann übernommen. So hatte er errechnet, dass die Größe Echings von 38 Quadratkilometern 0,00714 Promille der Erdoberfläche ausmacht. Als kulinarisches Wahrzeichen der Gemeinde stellte er den von ihm kreierten Echinger Kartoffeltaler vor.

Als grandiosen Abschluss gab es „Große Oper“ mit der Carmen Suite von Georges Bizet. Großartig „übersetzte“ das Orchester die zahlreichen „Melodien, die jeder kennt“ in sinfonische Blasmusik. Mit seinem geballten Applaus zum Schluss nötigte das Publikum das über 40-köpfige Ensemble zu einer Zugabe –und bekam dafür das mitreißende Einleitungsthema der Opern-Ouvertüre „Les Toreadors“ serviert. 

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