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Die Veranstalterinnen hatten eine kurzweilige und informative Veranstaltung zum Weltfrauentag konzipiert (v. l.): Gertrud Wucherpfennig, Sybille Schmidtchen, Stefanie Malenke (SPD) und Michaela Holzer (BfE).

Weltfrauentag in Eching 

Pauschalurteile sind Gift

Warum kommen Menschen na ch Deutschland – und warum gehen Deutsche ins Ausland? Sind die Deutschen wirklich kalt oder nur vorsichtig und zurückhaltend? Wie ist es um die Frauenrolle in muslimischen Ländern bestellt? Und: Können Frauen tatsächlich schlechter einparken als Männer? Diesen Fragen wurde in Eching anlässlich des Weltfrauentags nachgespürt.

EchingEingeladen hatten die SPD und die Bürger für Eching – und es war eine ebenso informative wie kommunikative Veranstaltung zum Internationalen Frauentag unter dem Titel „Frauen in der Fremde“. Zu der guten Handvoll Männer, die sich getraut hatten, zu kommen, zählte auch Bürgermeister Sebastian Thaler. Die vier Organisatorinnen und Gemeinderätinnen Stefanie Malenke, Sybille Schmidtchen, Getrud Wucherpfennig (SPD) sowie Michaela Holzer (Bürger für Eching) hatten für eine gastliche Atmosphäre mit einem appetitlichen Speisen- und Getränke-Buffet gesorgt, zudem für vielerlei anregendes Anschauungsmaterial. Auf einer internationalen Stellwand waren zahlreiche persönliche Erfahrungsberichte zusammengestellt. Sie stammen zur Hälfte von mutigen Frauen, die nach Bayern, sprich Eching „zuagroast“ sind.

Daneben gab es auch Meinungsbilder und Impressionen von einheimischen Frauen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturzonen, darunter China, Australien, Indien, die USA oder Südamerika. Zusammen zeichneten sie ein vielfältiges Bild der Welt unter weiblichem Blickwinkel. Und da bekommt der Blick über den Tellerrand hinaus auch völlig unerwartete, aber sehr „heilsame“ und bereichernde Nebeneffekte: Zum einen sagen viele Auslandserfahrene übereinstimmend, dass sie eigentlich erst aus der Fremde ihre Liebe zur Heimat entdeckt haben.“ Und zum anderen werde man ja außerhalb Deutschlands selbst zum Ausländer: „Wichtig ist, wie wir uns im Ausland verhalten“ sagt Rabea Glotz, die zwei Jahre lang in China gelebt hat.

Als weiterer Impuls, sich mit dem Thema „Heimat und Fremde“ auseinanderzusetzen, diente eine Filmdokumentation über sechs Frauen mit ausländischen Wurzeln, die es aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Deutschland verschlagen hatte und ihre Perspektive auf Deutschland und „die Deutschen“. Die Hauptgründe, die Heimat zu verlassen, sind die Arbeit, die Liebe und die Flucht. Dafür standen, gewissermaßen exemplarisch, Yuki aus Japan, Nora aus Moldawien und Nadje aus Afghanistan. So berichtete die gebürtige Japanerin Yuki Kawano, Geigensolistin und Lehrerin an der Echinger Musikschule, von ihrem autodidaktischen Deutschkurs mit Hilfe des chinesischen Radios und ihrer Ankunft in der Bundesrepublik. Mitgebracht hatte sie lediglich einen Koffer mit dem Allernötigsten – und ihre Geige. Sie sei „Überall zu Hause“ sagt sie auf Nachfrage. Für sie ist die Musik ein Türöffner und zugleich eine Weltsprache, die überall verstanden wird.

Für viele der in Eching untergebrachten Flüchtlinge öffnen sich die Türen in Deutschland nicht so problemlos. Auch das Erlernen der deutschen Sprache fällt nicht leicht. Wie Gertrud Wucherpfennig berichtet, die im Helferkreis Asyl engagiert ist, vermissen die in der Flüchtlingsunterkunft im Gewerbegebiet Eching–Ost untergebrachten Frauen und Mütter neben ein wenig mehr Privatsphäre vor allem auch soziale Kontakte zu Deutschen. Sie sind dort mehr oder weniger isoliert.

Die Einladung zum Frauentag, von einigen wenigen wahrgenommen, war durchaus auch dazu gedacht, miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Gedankenaustausch wurde eines mehr als deutlich: Pauschalurteile über „die Deutschen“, „die Frauen“ oder auch „die Ausländer“ sind wenig hilfreich, sondern bedienen Klischees und Vorurteile. Viel zielführender und verbindender sei es, so Stefanie Malenke, offen zu sein und neugierig zu bleiben.

Ulrike Wilms

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