der Dietersheimer Bürgersaal
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Quo vadis, Bürgersaal? Neben der Schalltechnik beschäftigt auch der Lärm draußen das Ratsgremium.

Räte diskutieren über Maßnahmen

Weil die Besucher zu laut sind: Schalltechnische Aufrüstung des Dietersheimer Bürgersaals reicht nicht

Eching müsste 176000 Euro ausgeben, damit im Bürgersaal Dietersheim mehr als zehn Veranstaltungen im Jahr möglich sind. Aber das ist nicht das einzige Problem.

Eching/Dietersheim - Zehn Veranstaltungen, die nach 22 Uhr enden, duldet das Landratsamt im Bürgersaal. Für eine weitergehende Nutzung – für Vereinsfeste oder private Veranstaltungen – müsste die Kommune umfangreiche bauliche Veränderungen vornehmen. Um die Richtwerte einzuhalten, wären alle Verglasungsflächen zu erneuern, die Holzwände auf der Südseite und die südlichen Dachgiebel zu ertüchtigen. Ein größeres Problem sind die Lüftungsöffnungen an der Ostfassade: „Das sind nichts anderes als Löcher, durch die der Schall ungehindert nach außen dringt“, so Georg Stettner vom Bauphysikbüro Ingenieure Süd. Man müsste demnach ein neues Lüftungskonzept mit Schalldämmung erarbeiten.

Die Freifläche vor dem westlichen Eingang müsste nach 22 Uhr gesperrt werden

Mit dem Umbau ist es aber nicht getan: „Es bringt nichts, die baulichen Maßnahmen umzusetzen, wenn der Lärm draußen nicht kontrolliert und reduziert wird“, so der Experte. Man müsste sicherstellen, dass sich nach 22 Uhr auf den östlichen Freiflächen – zum Feuerwehrparkplatz hin – nicht mehr als fünf Personen und im Eingangsbereich nicht mehr als vier Leute aufhalten. Die Freifläche vor dem Eingang auf der Westseite müsste nach 22 Uhr gesperrt werden. Dann ließen sich, so Stettner, die Richtwerte grundsätzlich einhalten – und eine Genehmigung der Nutzungsänderung wäre grundsätzlich möglich.

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Organisatorisch wäre dies über eine Beschilderung machbar, aber in der Praxis schwer zu kontrollieren. Patricia Linner (SPD) dachte laut über die Einrichtung eines Biergartens nach, der laut Gutachter einen etwas größeren Spielraum für einen Betrieb ließe. Freilich bleibt das Problem, dass womöglich ein Nachbar das Ganze mit einer Klage aushebeln könnte. „Ich finde die Alternativlosigkeit schrecklich“, bedauerte Stephanie Malenke (SPD).

Malenke: Keine gute Lösung, „ins Blaue zu investieren“

Eine Verdrängung von Bürgerhäusern vom Ortskern „auf die grüne Wiese“ könne nicht die Lösung sein. Anderseits, so Malenke, sei es auch nicht angezeigt, nun „ins Blaue zu investieren“. „Es wäre ein Riesenverlust, den Saal nicht mehr zu betreiben“, betonte Lena Haußmann (Grüne). Sie sprach sich dafür aus, das Einvernehmen mit den Nachbarn zu suchen. Die Verwaltung wurde beauftragt, beim Landratsamt alle Möglichkeiten für einen Betrieb auszuloten.

Eva Oestereich

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