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Von Bürgermeister zu Bürgermeister: Sebastian Thaler übergab seinem Vor-Vorgänger Rolf Lösch (r.) die Ernennungsurkunde zum Ehrenbürger.

Altbürgermeister geehrt

Rolf Lösch ist jetzt Ehrenbürger: Auszeichnung für eine Lebensleistung

  • Ulrike Wilms
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Er ist bereits Altbürgermeister, Träger der Willy-Brandt-Medaille und Ehrenvorsitzender des ASZ-Trägervereins „Älter werden in Eching“: Echings ehemaliger Bürgermeister Rolf Lösch (SPD). Jetzt kam eine Auszeichnung dazu.

Eching  Der promovierte Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler und gebürtige Hesse Rolf Lösch wurde bei einer corona-bedingt kleinen, aber festlichen Feierstunde am Donnerstag im Beisein der Familie, von (Partei)-Freunden und Wegbegleitern im Hotel Olymp zum Ehrenbürger ernannt.

Diese Auszeichnung sei, wie Echings amtierender Rathauschef Sebastian Thaler in seiner Laudatio auf den 87-jährigen Amtsvorgänger ausführte, längst fällig gewesen und bereits im Dezember 2019 einstimmig vom Gemeinderat beschlossen worden. Die Übergabe sollte aber auf Wunsch aus dem politischen Mitbewerb nicht in der Kommunalwahlkampfphase vorgenommen werden. Und dann hat die Corona-Pandemie noch zu einer weiteren Verzögerung geführt.

Eigentlich, so sinnierte Thaler, sei es eine Lebensleistung, für die Lösch nun geehrt wurde. Anhand von einzelnen Streiflichtern und netten Anekdoten beleuchtete Echings Gemeindeoberhaupt Lösch als Persönlichkeit und Politiker. Er ist zusammen mit seiner Frau seit 57 Jahren in Eching zu Hause. Beide brachten sich von Anfang an in Gemeinde und evangelische Kirchengemeinde ein, wobei ihr soziales Engagement weit über den eigenen Tellerrand hinausging.

Lösch hat viele Dinge auf den Weg gebracht

Lösch gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Arbeitskreises Entwicklungshilfe und eines Südafrika-Kreises, der einem jungen schwarzafrikanischen Theologen ein langjähriges Studium in Deutschland ermöglichte. Gerade in der heutigen schwierigen Zeit habe sich der Kontakt zu ihrem Ziehsohn Bongani Zulu wieder intensiviert, berichtet er.

Bis zum Alter von fast 60 Jahren arbeitete Rolf Lösch am Münchner Ifo-Institut, bevor er 1992, aus Altersgründen nur für eine sechsjährige Amtszeit, als Nachfolger seines Freundes und Parteigenossen Joachim Enßlin zum Echinger Bürgermeister gewählt wurde. Aus dieser schwierigen Phase unmittelbar nach der Wiedervereinigung nannte Thaler als besondere Ereignisse die Einweihung der KiTa „Bunte Arche“ als Echings erste integrative Einrichtung, den Grunderwerb für den später fertiggestellten Autobahnanschluss Eching-Ost oder auch die Gründung eines eigenen Heimatmuseums.

Äußerst beeindruckend ist Löschs „Spätwerk“: Mit seinen verantwortungsvollen Ehrenämtern und „mit 66 Jahren“ zählte er schon damals nicht zu den typischen Ruheständlern. Großes Pflichtbewusstsein und hohen persönlichen Einsatz prägten seine freiwilligen Verpflichtungen als geschäftsführender Vorstand des Heideflächenvereins und als Vorsitzender des ASZ-Trägervereins „Älter werden in Eching“ (von 1999 bis 2015), wo er unter anderem die Einrichtung einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke und die Anerkennung als Mehrgenerationenhaus begleitet hat. Sicher so manches graue Haar, so mutmaßte Thaler, verdanke Lösch den langwierigen Verhandlungen, bei denen er sich gegenüber der Gemeinde als „frustriert, aber hartnäckig“ für die Belange der Einrichtung eingesetzt und die Auseinandersetzungen zu einem guten Abschluss gebracht habe. Noch heute unterstützt er seine Frau im ASZ bei ihrem Mosaik-Work-Shop mit Flüchtlingen und agiert als Taxifahrer für die schwarzafrikanischen Flüchtlinge, die nicht mehr in Eching leben.

Natürlich ließ es sich der Geehrte nicht nehmen, selbst das Wort zu ergreifen und seine große Freude über die Auszeichnung zum Ausdruck zu bringen. Er habe die Veränderungen in Eching vom Bauerndorf der 60er Jahre zum heutigen Gemeinwesen miterlebt und „versucht, diese Entwicklung mit wichtigen und notwendigen Beiträge zu beeinflussen.“ Abschließend kommt er im Rückblick auf Privates, Berufliches und Ehrenamtliches zu dem bescheidenen Ergebnis: „Es ist mir einigermaßen gelungen“ – und ganz wichtig: „Ich bin zufrieden.“

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