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Aus zwei mach eins: Das Luftbild zeigt den Durchstich zwischen der westlichen (r., tiefblau) und der östlichen Seehälfte. In letzterer wird noch bis Ende des Jahres Kiesabbau betrieben. Danach wird die Straße zum Abbaugebiet für einen zweiten Durchstich gekappt, womit im See eine Insel entsteht. Deutlich zu erkennen ist auch der Zustand der einzelnen Uferbereiche mit der naturbelassenen Westhälfte und den Badebereichen im Osten.

Schwimmende Brücke bleibt vorerst ein Traum

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Zwei Experten waren am Dienstag im Echinger Gemeinderat zu Gast, um aktuelle Fragen zur Rekultivierungsplanung rund um den Hollerner See zu beantworten. Fazit: Es ist noch einiges möglich - aber eben nicht alles.

Eching - Was tut sich am Hollerner See? Welche Optionen ergeben sich für Eching, das Freizeitgelände attraktiv für Erholungssuchende, zugleich naturnah und schlussendlich auch finanziell tragbar weiterzuentwickeln? Zu diesen Fragen standen dem Gemeinderat am Dienstag mit Landschaftsarchitekt Uwe Fischer und Jens Besenthal, Geschäftsführer des Erholungsflächenvereins, zwei Fachleute Rede und Antwort, die das Projekt von Anfang an begleiten.

Die Planungen für den ersten und zweiten Bauabschnitt, die in Zusammenarbeit von Erholungsflächenverein, Zweckverband Hollerner See und Münchner Kiesunion konzipiert wurden, sind abgeschlossen und weitgehend umgesetzt. Die betreffenden Grundstücke sind „Hoheitsgebiet“ des Erholungsflächenvereins, womit eine kommerzielle Nutzung ausgeschlossen ist. Pflege und Unterhalt der Flächen obliegen der Kommune.

Als Zielvorgabe formulierte Besenthal, die Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes für 2018/19, nachdem die MKU noch heuer ihre Fördertätigkeit einstellt. Er wünscht sich von der Gemeinde „ein Signal“, ob grundsätzlich und wenn ja, in welcher Form, eine Ganzjahres-Gastronomie am See angedacht ist.

Durch die Vereinigung der Seehälften – der Durchstich erfolgte im Februar – hat sich auch die Wasseroberfläche ausgeglichen. In dem Eching zugewandten Ostteil mit dem Bereich um die Wasserwachtstation am südlichen Ufer ist der Pegel bereits jetzt um rund 50 Zentimeter gestiegen. Im westlichen Teil sank er entsprechend, wie Fischer dokumentierte. Diese Nivellierung sei auch erforderlich, um die Wasserqualität im vergleichsweise flachen Badebereich des östlichen Teils dauerhaft zu verbessern, so der Landschaftsarchitekt.

Ein besonders schöner, flacher Badestrand, der ausschließlich mit dem Rad oder nach längerem Fußweg zugänglich ist, entsteht am östlichen Teil des Nordufers. Eine Zufahrtsstraße von Westen – wie unverändert von einigen Gemeinderäten gefordert, von Unterschleißheimer Seite allerdings verweigert – halten Fischer und Besenthal für nicht erforderlich. Das Problem von Falschparkern auf Hollerner Feld und Flur könne man mit Abschlepp-Aktionen oder Schranken lösen.

Diverse Vorschläge aus dem Gremium wie eine Brücke vom bestehenden Parkplatz zur anderen Seeseite oder auch eine schwimmende Pontonbrücke betrachteten die Fachleute als unrealistisch: das eine zu teuer (ca. 3,5 Millionen Euro), das andere aus Sicherheitsgründen (Boote der Wasserwacht kommen nicht durch) nicht umsetzbar. Dagegen könnte sich Uwe Fischer an schönen Sommerwochenenden durchaus einen Boots- oder Floßverkehr von einem Ufer zum anderen vorstellen.

Handlungsspielräume für die Gemeinde bestehen aktuell im Nordosten, angrenzend an den Parkplatz. Dort ist alternativ auf der gerade verfüllten Fläche ein temporärer Erweiterungsparkplatz oder auch ein Caravanstellplatz denkbar. Aufgrund der Verfüllung wäre dieses Areal allerdings für größere Baulichkeiten, wie etwa ein Ganzjahres-Restaurant, nicht tragfähig, wie Fischer erläuterte. Freie Hand gibt es planerisch im dritten Bauabschnitt, der das Nordwestufer betrifft, also unter anderem auch den Bereich, an dem ursprünglich die Therme entstehen sollte. Nachdem diese endgültig ad acta gelegt wurde, ist dort mehrheitlich eine naturnahe Nutzung gewünscht. Details sind aber noch völlig offen.

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