Bus-Haltestellen an der Alten Ziegelei in der Gemeinde Eching
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Dringenden Handlungsbedarf sieht die Gemeinde Eching bei der Verkehrssicherheit der Haltestellen an der Alten Ziegelei: Hier müssen die Busse auf der Fahrbahn halten, für Fahrgäste steht nur ein schmaler Wiesenstreifen zur Verfügung. Links ist erkennbar, wie das an die Straße angrenzende Gelände Richtung Südosten abfällt, rechts befindet sich die unübersichtliche Anbindung an die Siedlung.

Gemeinde Eching arbeitet an neuem Konzept

Sicherheitsdefizite an Bushaltestellen: Gewünschte Lösung in Günzenhausen nicht realisierbar

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Schon seit längerem sieht die Gemeinde Eching dringenden Handlungsbedarf bei der Verkehrssicherheit auf der St2339 für die Bushaltestellen an der Alten Ziegelei in Günzenhausen.

Eching/Günzenhausen – An der Alten Ziegelei im Gemeindeteil Günzenhausen müssen die Busse auf der Fahrbahn halten, und für den Fahrgästen steht lediglich ein schmaler Wiesenstreifen zur Verfügung. Aufgrund dieses „gravierenden Sicherheitsdefizits“ wurden im vergangenen Jahr in Summe fünf Umbau-Varianten vorgestellt und sowohl hinsichtlich einer „Sicherheitsprüfung“ als auch mit Blick auf die geschätzten Gesamtkosten abgewogen. Nun kam das Thema erneut auf die Tagesordnung der April-Sitzung im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss – in Verbindung mit einer schlechten Nachricht. Die von Echings Räten favorisierte Lösung mit vertretbaren Kosten, die links und rechts der Straße zwei Haltestellenerweiterungen und eine mittige Verkehrsinsel auf der Fahrbahn als Querungshilfe umfasst, kann in gewünschter Weise nicht realisiert werden. Grund: Der für die Umgestaltung benötigte Grundstücksstreifen (Privatgrund) an der Südseite steht nicht zum Verkauf. Die Besitzerin sei nicht bereit, die entlang der Straße, im Bereich des abfallenden Banketts, notwendige Fläche zu veräußern, berichtete Bürgermeister Sebastian Thaler. Will man nun die angestrebte Optimierung weiterverfolgen, muss eine seitliche Stützmauer das abfallende Gelände sichern, bei der sich dann Gesamtkosten von rund 600 000 Euro ergeben – eine Summe, die den Bauausschuss-Mitgliedern für die Ertüchtigung einer Bushaltestelle eindeutig zu hoch erscheint.

So wurde im Gemeinderat heftig um alternative Lösungsansätze gerungen, sogar eine Enteignung brachte Lena Haussmann (Grüne) ins Spiel. Ein Prozess wurde aber als wenig erfolgversprechend eingeschätzt und dürfte zudem, wie ein Präzedenzfall in der Vergangenheit gezeigt hat, äußerst langwierig und somit keine Option sein.

Carsten Seiffert (SPD) machte sich für eine Verlegung der Bushaltestellen in die Siedlung „Alte Ziegelei“ auf die dortige Privatstraße stark, was das – erwartete – Einverständnis der Anlieger voraussetzt. Dieser Standort wäre zudem mit dem Vorteil geringer Kosten und auch nur einem benötigten Haltepunkt für beide Fahrtrichtungen verbunden. Allerdings wird dieser Vorschlag von den Busfahrern rigoros und unmissverständlich abgelehnt, weil die Wiedereinfahrt auf die Staatsstraße – vor allen Dingen beim Linksabbiegen – aufgrund der äußerst unübersichtlichen Straßenführung mit anschließender Kurve und Kuppe als unfallträchtig angesehen wird.

Nun kam als ergänzende Idee die Möglichkeit einer Ampelschaltung für die ein- und ausfahrenden Busse als rettender Gedanke hinzu – und wurde als wünschenswert festgehalten. Wo sich was und in welchem Umfang realisieren lässt, zusätzlich auch noch für den Bau eines dringend gewünschten Verbindungsradwegs von Günzenhausen zur Alten Ziegelei, ist neben den schwierigen Grundstücksfragen vor allen Dingen eine Frage des Geldes.

Die Gemeinde Eching sieht da das Straßenbauamt in der Pflicht, das bei einer Staatsstraßen Baulastträger ist. Und da habe bis dato in den Gesprächen, wie Bürgermeister Sebastian Thaler berichtete, wenig Bereitschaft zu einer finanziellen Bezuschussung eines Radwegs bestanden. Die Behörde verstehe sich ausschließlich als Straßen-, nicht als Radwege-Bauamt, bedauerte Thaler. So wurde einstimmig beschlossen, neben den verkehrstechnischen vor allen auch die finanziellen Optionen mit dem Landratsamt abzuklären, bevor eine endgültige Entscheidung auf den Weg beziehungsweise die Straße gebracht wird.  

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