Josef und Magdalena Kurz sitzen auf einer Bank vor ihrem Hof
+
Nur selten kommen Josef und Magdalena Kurz dazu, auf ihrer eigenen „Pfabhof-Bank“ eine Auszeit zu nehmen. Dagegen wird die Holzbank von Besuchern ebenso wie von vorbeikommenden Radfahrern und Wanderern gerne genutzt, um Ruhe und Aussicht zu genießen.

Pfabhof von Magdalena und Josef Kurz mit Förderpreis ausgezeichnet

So macht man in der Landwirtschaft „Boden gut“

Für die Umstellung ihres Hofs auf Ökolandbau ist das Ottenburger Ehepaar Magdalena und Josef Kurz mit dem Preis „Gemeinsam Boden gut machen“ geehrt worden.

Ottenburg – Die Freude über die Auszeichnung war groß auf dem Pfabhof, dem kleinen Familienbetrieb in Ottenburg (Gemeinde Eching), zu dem neben den Eltern Josef und Magdalena Kurz auch die beiden Kinder Anna (5) und Josef jun. (3) zählen. Offensichtlich wussten die beiden engagierten Biobauern mit ihrem umfangreichen Bewerbungs- und Motivationsschreiben zu überzeugen. Nachdem sie Mitte 2018 nach längerem Abwägungs- und Umstellungsprozess die Entscheidung getroffen hatten, unter dem Naturland-Bio-Siegel zu produzieren, kam im März 2019 zum laufenden Bio-Ackerbau-Betrieb eine eigene Beeren-Plantage mit Haskap- und Aronia-Beeren hinzu, die erntefrisch zum Verkauf angeboten werden. Daneben erfolgt die Abfüllung von Beerensaft.

Moderne Vermarktung

Den Erfolg ihrer Bewerbung verdankt das Landwirtsehepaar sicherlich auch ihrer Öffentlichkeitsarbeit und einer modernen Vermarktung – neben dem Online-Verkauf und der Belieferung umliegender Verkaufsstellen gibt es seit November 2020 auch einen eigenen Pfabhofladen. Damit verknüpft ist zugleich eine wirksame Imagepflege regionaler (Öko-)Landwirtschaft mit Verbraucherinformationen und -kontakten. Dazu zählen lehrreiche Feldschilder, die direkt an der Anbaufläche erklären, was dort jeweils wächst und gedeiht. Weitere Pluspunkte bringen lokale Netzwerke ein, nicht zuletzt über ehrenamtliches Engagement. Josef Kurz ist Vereinsvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Eching.

„Weitblick“ von der gemütlichen Bank aus

„Weitblick“ ermöglicht eine Pfabhof-Bank, die Hofbesucher explizit zum „Auszeit nehma“ auffordert. Und Weitblick verraten auch die ehrgeizigen Zukunftspläne, die bei der NABU-Bewerbung ebenfalls dargelegt werden sollten. Da gehen den Eheleuten die Ideen wahrlich nicht aus: Eine eigene Müsliherstellung mit gefriergetrockneten Beeren, eine Hafer- und Dinkelflockenherstellung und der eigene Haskap-Wein stehen da auf dem Zettel für konkrete Visionen.

Mit dem Preisgeld wird ein Schlepper gekauft

Das Preisgeld, das übrigens verpflichtend für den Biobetrieb verwendet werden muss, fließt auf dem Ottenburger Pfabhof vollständig in die Anschaffung eines Obstbau-Schleppers, der damit die Arbeiten auf der Beerenplantage wesentlich erleichtern wird. „Zuvor haben wir die Pflege komplett von Hand bewältigt, dies ist aber auf Dauer natürlich nicht möglich“, zeigt Magdalena Kurz die durchaus hilfreiche Verwendung auf.

„Es ist uns wichtig, so gut es möglich ist, im Einklang mit der Natur zu wirtschaften, wie es schon unsere Vorfahren getan haben“, beschreiben die Landwirte ihr zentrales Anliegen, traditionelle Landwirtschaft mit den heutigen technischen Errungenschaften nachhaltig neu zu (be-)leben. Weitere Infos gibt’s im Internet unter www.pfabhof.de.

Ulrike Wilms

Feldschilder informieren rund um den Pfabhof über die Landwirtschaft und natürliche Nahrungsketten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare