Der Hollerner See bei Eching aus der Drohnenperspektive.
+
Der Hollerner See bei Eching aus der Drohnenperspektive.

Kontroverse Debatte um Photovoltaikanlagen

Thema Therme am Hollerner See begraben: Echings Grüne setzen Landschaftsschutzgebiet durch

Der Plan, wonach am Hollerner See eine Therme mit Hotel entstehen sollte, war den Grünen stets ein Dorn im Auge. Jetzt soll es wieder ein Schutzgebiet werden.

Eching – Mit 14:10 Stimmen hat der Gemeinderat Eching jetzt einem Antrag der Grünen zugestimmt, wonach das nordwestliche Ufer des Hollerner Sees wieder ins Landschaftsschutzgebiet aufgenommen werden soll. Der Titel des Antrags lautet: „Echinger Gfild wieder vervollständigen – Bebauung am See begraben.“ Damit ist das Thema „Therme“ mit all seinen Auswirkungen auf Landschaft und Umwelt wohl endgültig Geschichte.

Gleichzeitig setzten sich die Grünen mit ihrer Forderung durch, vermehrt Vorrangflächen für Photovoltaikanlagen zu schaffen. Das Gremium fasste zumindest den Beschluss, dies umgehend prüfen zu lassen. Es gab nur eine Gegenstimme.

„Absolutes Negativbeispiel“

Leon Eckert (Grüne), der den Antrag seiner Fraktion erläutert hatte, bezeichnete den 2010 auf den Weg gebrachten Bebauungsplan „Hollerner See“ mit den Projekten Therme und Hotelanlage als „absolutes Negativbeispiel“ einer vernünftigen Landschaftsplanung. Deshalb plädierte er auch dafür, „jetzt wieder den Zustand zu schaffen, den ein Landschaftsschutzgebiet hat“. Während es vonseiten der CSU Gegenwind gab, sprach sich die Fraktionsvorsitzende der Bürger für Eching, der Echinger Mitte und der ÖDP, Michaela Holzer, klar für die Rückwidmung der besagten Flächen aus. „Wir unterstützen den Antrag der Grünen. Die Therme ist beerdigt – Gott sei Dank!“ Auch vonseiten der SPD gab es Zustimmung. Georg Bartl (CSU) hielt jedoch dagegen: „Ich sehe keinen Grund, diese Flächen jetzt aufzugeben, es ist nicht erforderlich, das zurückzuwidmen.“ Am Ende setzten sich aber die Befürworter in den Reihen von Grünen, SPD, Bürger für Eching und ÖDP durch.

Kontrovers gestaltete sich die Debatte auch, was das Anliegen der Grünen betraf, mehr Raum für PV-Anlagen im Landschaftsschutzgebiet zu schaffen. Die Meinungen gingen vor allem darüber auseinander, was mit Flächen geschehen soll, die von der Gemeinde bereits für bestimmte Vorhaben vorgesehen und gewidmet sind. Ausdrücklich genannt wurde in der Beschlussvorlage eine für einen „Surfpark“ vorgesehene Fläche. Von Tauschgeschäften in der bisweilen hitzig geführten Flächendebatte wollte Eckert aber nichts wissen. „Meiner Meinung nach sollte man nicht einfach tauschen. Jedes Projekt sollte einzeln bewertet werden“, schlug er vor.

Dass es immer wieder Anfragen zu PV-Freiflächenanlagen gibt, das bestätigten aber sowohl die Verwaltung als auch Bürgermeister Sebastian Thaler. In der Beschlussvorlage hieß es hierzu: „Vor allem im Bereich Erneuerbare Energien kommen immer wieder Landwirte oder Investoren auf die Gemeinde zu, die potenziellen Flächen liegen fast immer innerhalb der Grenzen eines Landschaftsschutzgebiets.“ Nach Darstellung der Verwaltung befinde man sich beim Thema PV-Freiflächenanlagen in einer Zwickmühle. Einerseits sollten die Kapazitäten im Zuge der Klimawende ausgebaut werden, andererseits sehe man aber auch Konfliktpotenzial durch den Flächenverbrauch für die Landwirtschaft oder in naturschutzfachlichen Gebieten. Da es innerhalb des Gemeindegebiets kaum Flächen ohne Schutzstatus gebe, bedürfe es hier einer „sehr sensiblen Prüfung“, wie es in einer Stellungnahme heißt.
Alexander Fischer

Doppeltes Unglück: 17-Jähriger bei Kollision mit Reh verletzt - Rettungswagen ebenfalls in Wildunfall verwickelt

Freising-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Freising-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Freising – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare