Theaterszene
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Außenseiter unter sich: Schienenwächter Staudinger und Aisha sind die Hauptdarsteller des Stücks.

Bürgerhaus

Tunnel am Ende des Tunnels: Ganters Theaterstück sorgt in Eching für einen Lichtblick

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Nach über einem Jahr pandemiebedingter Pause starten im Echinger Bürgerhaus wieder Präsenzveranstaltungen. Los geht‘s mit dem Theaterstück „Der Tunnel“.

Eching – Die Zeit der Pandemie lässt sich durchaus mit dem Bild eines langen und dunklen Tunnels vergleichen. Und nun zeigt sich aufgrund sinkender Inzidenzzahlen besonders für die arg gebeutelte Kulturbranche das berühmte Licht am Ende einer dunklen Strecke.

Es ist natürlich Zufall, aber hat durchaus etwas Symbolisches, dass die erste Präsenzveranstaltung im Echinger Bürgerhaus – nach über einem Jahr pandemiebedingter Pause – mit dem Theaterstück „Der Tunnel“ beginnt. Dabei handelt es sich um ein Zweipersonenstück nach dem gleichnamigen Roman des in Dietersheim ansässigen Schriftstellers Bernhard Ganter.

Bernhard Ganter freut sich auf sein „Heimspiel“.

Inszeniert wird die kostenlose Aufführung am Mittwoch, 9. Juni, um 20 Uhr von der Münchner Lichtbühne unter Regie von Guido Verstegen, der Ganters Werk auch für die Bühne adaptiert hat. Coronabedingt kann nur – nach persönlicher Anmeldung – eine reduzierte Zahl an Zuschauern teilnehmen. Erstmalig und zeitgleich wird die Bühnenveranstaltung auch als kostenloser Live-Stream aufgezeichnet. Die Zugangslinks sind zeitnahe online unter www.buergerhaus-eching.de oder über www.lichtbuehne.de verfügbar. Eine weitere Online-Vorstellung des Theaterstücks gibt es am Donnerstag, 10. Juni, ebenfalls um 20 Uhr.

Zwischen Müll & Tönen

Worum geht es? In der männlichen Hauptrolle verkörpert Peter Bosch den Sonderling und Schienenwächter Joseph Staudinger. Dieser sammelt nicht nur den Müll der der Zugfahrgäste an der Bahnstrecke ein, sondern auch die dort entstehenden Töne, die eigens von Sounddesigner Wolfi Müller „komponiert“ werden. Als weibliches Pendant zu sehen ist Yasmin Afrouz als Aisha, die Zweitfrau eines reichen arabischen Touristen. Beide führt das Schicksal – beziehungsweise Schriftsteller Ganter – im Tunnel zusammen.

Den so unterschiedlichen Protagonisten ist gemeinsam, dass sie aufgrund ihrer sozialen Rolle Vorurteilen ausgesetzt sind, sie gesellschaftlich ausgegrenzt und eingeschränkt werden – und dadurch einen entlarvenden Blick auf menschliches (Fehl)-Verhalten provozieren.

Der Kontakt zwischen Bürgerhaus und dem vielseitigen Journalisten und Schriftsteller, der in Dietersheim zu Hause ist, wurde von Seiten des Echinger Kulturforums geknüpft. Dessen Vorsitzende Sybille Schmidtchen konnte Ganter für die ursprünglich für 2020 geplanten sommerlichen Echinger Kulturtage gewinnen, die auch beim zweiten Anlauf dieses Jahr erneut coronabedingt nicht stattfinden können. Auch der seit längerem geplante Theaterabend ist im Vorfeld bereits zweimal verschoben werden, berichtete Ulla Grabow, Leiterin des Echinger Kulturreferates. Jetzt aber ist tatsächlich das Licht am Ende des Tunnels erreicht – und der Theaterabend im Bürgerhaus fix.

Ganters Heim-Premiere

Dieses Heimspiel in seiner Heimatgemeinde bedeutet für Ganter, Jahrgang 1944, eine Premiere, auf die er sich entsprechend freut – und bei der er auch persönlich anwesend sein wird. Mehr zu ihm unter www.bernhard-ganter.de.

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