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Ein Hundebadestrand für den Hollerner See? Gemeinderat sagt Ja, die Entscheidung fällt aber woanders

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Von: Ulrike Wilms

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Bald bietet der Hollerner See auch Bademöglichkeiten für Hunde
Hier sollen Hunde bald baden dürfen: die bewachsene Halbinsel (roter Kreis) auf dem Hollern und Unterschleißheim zugewandten Nordwest-Ufer des Hollerner Sees. © Wilms

372 Bürger, BfE, Echinger Mitte und ÖDP wollen einen Badebereich für Hunde am Hollerner See. Vom Gemeinderat gab‘s schon mal positive Signale.

Eching - Für die Interessen der Hundebesitzer und ihrer Vierbeiner stark gemacht hat sich das Gemeinderats-Bündnis Bürger für Eching, Echinger Mitte und ÖDP: In einem Antrag ans Gremium wird die Ausweisung eines Hundebadebereichs am Nordwest-Ufer des Hollerner Sees gefordert. Untermauert wird dies von 372 Befürwortern auf einer Unterschriftenliste, die Gemeinderat Alexander Krimmer (ÖDP) und Susanne Sommer an Bürgermeister Sebastian Thaler übergeben haben.

Kein Anleinzwang, aber voller Badespaß für die Vierbeiner

Der Antrag ans Rathaus beinhaltet insbesondere eine Ausweisung und Beschilderung auf einem genau definierten Areal des dritten Bauabschnitts, einer bewachsenen Halbinsel auf dem Hollern und Unterschleißheim zugewandten Nordwest-Ufer. Dort sollen sich die Vierbeiner während der Badesaison ohne Anleinzwang bewegen und auch baden dürfen. Diese bisher urwüchsige Badestelle soll naturnah erhalten bleiben, auch wenn sie, wie angedacht, der Erholungsflächenverein übernimmt.

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Unter der Obhut des Erholungsflächenvereins befinden sich bereits die erschlossenen Bauabschnitte 1 und 2 mit ihren angelegten Badestränden und Liegewiesen am Süd-, Ost- und Nordost-Ufer. Dort gilt satzungsgemäß während der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September ein striktes Hundeverbot am und im Wasser. Der gesamte Uferweg rund um den See ist für Hunde dagegen ganzjährig frei. Damit wäre es zwar möglich, so Krimmer, dass Herrchen und Hund um den See hecheln, „aber keine Möglichkeit, mal zu trinken oder sich abzufrischen“.

Die Entscheidung kann die Gemeinde nicht im Alleingang treffen

Der Antrag selbst beinhaltet Konfliktpotential, denn mit einer Befürwortung durch den Echinger Rat, wie im Antrag gefordert, ist es nicht getan. Die Entscheidung kann die Gemeinde nicht im Alleingang treffen. Darüber befindet der Zweckverband Hollerner See Eching/Unterschleißheim, in der beide Gemeinden die Belange des Naturschutzgebietes Hollerner Sees behandeln. Ebenso haben Gesundheitsamt und Wasserwirtschaftsamt Mitentscheidungsrechte.

372 Bürger machen sich für einen Hundebadestrand stark
Übergabe der Unterschriften: (v. l.) Susanne Sommer, Rathauschef Sebastian Thaler und Alexander Krimmer. © Wilms

Aus hygienischen Gründen, so wird im Sachbericht ausgeführt, ist die Ausweisung eines Hundebereichs an Seen durchaus zulässig, denn es gilt dort der Gemeingebrauch. Dieser sagt aus, dass an öffentlich zugängigen Gewässern nicht nur Zweibeiner, sondern auch Hunde trinken und baden dürfen. Von Seiten des Landratsamts gefordert wären im Falle einer Genehmigung die Beseitigung der Hinterlassenschaften und eine großzügige räumliche Trennung von Hundebereichen und Liegewiesen sowie eine eindeutige Kennzeichnung des Areals. Dies alles ist laut Antragssteller kein Problem.

Da, wo‘s nass wird, endet der Einflussbereich der Kommune

Darüber hinaus müssen aber weitere Einschränkungen beachtet werden: Aus Gründen des Naturschutzes sind Schilf- und Röhrichtbestände vom Gemeingebrauch ebenso ausgenommen wie allgemeine Badestrände. Für die eigentliche Wasserfläche greift zudem das Bayerische Wassergesetz. Das heißt, der Einflussbereich der Kommune endet an der Wasserlinie.

Zwei Gemeinderäte zweifeln den Sinn des Antrags an

Vor diesem komplexen Hintergrund können Herbert Hahner (SPD) und Josef Riemensberger (CSU) keinen Sinn in der Antragstellung erkennen. Man solle es doch, so ihr Vorschlag, stillschweigend beim Status quo belassen, wo die Nutzung des Nordwest-Ufers für Herrchen und Hund geduldet und von Anwohnern genutzt wird. Hahner und Riemensberger warnten ausdrücklich davor, durch die offizielle Ausweisung eines Hundestrandes am Hollerner See eine Magnetwirkung auf den gesamten Münchner Norden zu entfalten, in dem es keinerlei Badeufer für Hunde gebe.

Mit 17:4 entschied das Gremium, mit dem Zweckverband, Unterschleißheim und dem Erholungsflächenverein Gespräche zu führen – mit dem Ziel, am Nordwestufer einen Hundebadebereich zu schaffen.

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