Im Baugebiet Eching-West werden demnächst 31 Parzellen auf Erbpachtbasis vergeben. Die Rohbauten der auf dem freien Markt angebotenen Doppelhäuser (im Hintergrund) sind bereits fertiggestellt.
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Im Baugebiet Eching-West werden demnächst 31 Parzellen auf Erbpachtbasis vergeben. Die Rohbauten der auf dem freien Markt angebotenen Doppelhäuser (im Hintergrund) sind bereits fertiggestellt.

Parzellen werden auf Erbpachtbasis vergeben

Vergabeverfahren für Neubaugebiete in Eching und Dietersheim starten - ein Wunsch bleibt unerfüllt

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Vergünstigtes Bauland - in diesen Genuss können Echinger und Dietersheimer Bürger unter ganz bestimmten Voraussetzungen in diesem Jahr kommen.

Eching/Dietersheim – Gleich zu Jahresbeginn will die Gemeinde mit dem vergünstigten Vergabeverfahren im Neubaugebiet Eching-West beginnen, wo 16 Doppelhaus- und zwölf Reihenhausparzellen zur Verfügung stehen. In der letzten Sitzung des vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat mit 14:11 den Grundsatzbeschluss gefasst, Hauseigentum im Echinger Wohnbaumodell ausschließlich im Erbbaurecht zu vergeben (wir haben berichtet). Der Pachtzins beträgt 1,5 Prozent. Für die Kalkulation des Erbpachtzinses gilt, wie im Februar 2020 beschlossen, ein 40-prozentiger Nachlass vom Bodenrichtwert in Höhe von 1500 Euro einschließlich der rechnerischen Erschließungskosten von 150 Euro, woraus sich ein jährlicher Erbpachtzins von 12,15 Euro pro Quadratmeter ergibt.

Anschließend steht dann der Start für das Bewerbungs- und Vergabeverfahren im Baugebiet Dietersheim Süd-Ost am Mühlenweg an, für das identische Bedingungen gelten – also ein gemeindlicher Abschlag von 40 Prozent für die 31 Baulandparzellen (23 Grundstücke für Doppel- und acht für Einfamilienhäuser) bei gleichgebliebener Verzinsung von 1,5 Prozent. Der Bodenrichtwert beträgt hier 1650 Euro. Damit ergibt sich für Dietersheim Süd-Ost eine jährliche Zinszahlung von 13,50 Euro je Quadratmeter für die Grundstücke, die zwischen 230 und 496 Quadratmeter groß sind.

Einliegerwohnungen hätten die Finanzierung der Grundstücke in Eching erleichtern sollen

Aufgegeben hat die politische Gemeinde die Idee, bei künftigen Vergaben im vergünstigten Wohnbaumodell Einliegerwohnungen zuzulassen, um den potenziellen Häuslebauern auf dem überhitzten Immobilienmarkt die Finanzierung ihres Hauseigentums zu erleichtern. Zur Erinnerung: Mit dem Versuch, nachträglich Appartements und kleine Mieteinheiten im Baugebiet Böhmerwaldstraße zuzulassen, war die Kommune bei der Rechtsaufsicht des Landratsamts gescheitert. Auch der erneute Anlauf des Rathauses, bei den großzügig zugeschnittenen Häusern mit bis zu 200 Quadratmetern Wohnfläche Einliegerwohnungen zuzulassen, wurde auf Anraten der Genehmigungsbehörde und des gemeindlichen Rechtsanwaltes aufgegeben. Damit hätte man, so die Überlegungen, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können und neben einer soliden Finanzierungshilfe der Bauwerber günstigen Wohnraum schaffen können. Für die Einliegerwohnungen hätte es verbindliche Mietobergrenzen geben sollen. Aber auch dieses „Finanzierungsmodell“ halten weder die Kommunalaufsicht noch der Rechtsberater für juristisch unbedenklich, weil es dem „Subventionszweck“ des Wohnbaumodells widerspricht, das ausschließlich Wohnraum für den Eigenbedarf des Bauwerbers fördern darf. Mit 30:1 (Gegenstimme Josef Riemensberger jun.) bleibt es in puncto Einliegerwohnung bei den bisherigen Vergaberichtlinien, die eine Vermietung ausdrücklich ausschließen.

Die Empfehlung für künftige Bauvorhaben lautet deshalb, im Baulandmodell nur kleinere und damit günstigere Grundstücke für ein Auswahlverfahren vorzusehen.

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