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Echinger Wohnbaumodell: Wenig Interesse an großen Grundstücken

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Von: Ulrike Wilms

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Ein Schild mit der Aufschrift «zu verkaufen - Baugrundstücke» steht auf einem Grundstück.
Während die kleineren Grundstücke ziemlich begehrt waren, warten die größeren Areale in Dietersheim noch auf Abnehmer. © Patrick Pleul/dpa (Symbolbild)

Bei der kürzlich gestarteten Vergabe von 59 Grundstücken im von der Gemeinde Eching geförderten Wohnbaumodell hat sich gezeigt: Je kleiner, desto begehrter.

Eching - Letztlich waren es drei Erkenntnisse: Erstens stehen aufgrund der horrenden Preise auf dem Immobilienmarkt Erbbaugrundstücke deutlich höher im Kurs als Kaufgrundstücke. Zweitens sind kleine Grundstücke deutlich begehrter als große – und drittens ist Eching West bei potentiellen Häuslebauern beliebter als Dietersheim Süd-Ost.

Auch die ersten drei Nachrücker griffen nicht zu

Wie Bürgermeister Sebastian Thaler im Gemeinderat informierte, sind bei der ersten Verkaufsrunde insgesamt 56 Parzellen vergeben worden. Für drei besonders große und damit teure Grundstücke mit gut 400 bis 500 Quadratmetern in Dietersheim konnten dabei keine Käufer gefunden werden – auch nicht bei den nächsten drei Nachrückern auf der Liste mit insgesamt 178 Bauwerbern.

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Während die 30 im Erbbaurecht vergebenen Grundstücke problemlos ihre Abnehmer gefunden hatten, gestaltete sich die Vergabe der Verkaufsgrundstücke schwieriger und es wurden erst 26 Parzellen verkauft. Unter diesen Käufern, so wurde berichtet, hätte eine Handvoll bereits nachgefragt, ob sich ihr Kauf nicht in Erbbaurecht umwandeln lasse. Dies aber ist aus rechtlichen und verfahrenstechnischen Gründen nicht zulässig, was im Rat bedauert wurde. Auch eine nachträgliche Neuparzellierung macht keinen Sinn.

Grünen-Rat Eckert: „Ich ärgere mich!“

Im Gemeinderat bekannte Leon Eckert (Grüne): „Ich ärgere mich.“ Seine Fraktion habe von Anfang an darauf hingewiesen, dass die geplanten Grundstücksgrößen aus finanziellen ebenso wie ausstädtebaulichen Gründen nicht mehr in die heutige Zeit passen. Die Befürworter kleinerer und preiswerterer Parzellen, allen voran Bürgermeister Sebastian Thaler und neben den Grünen auch die SPD sowie die Bürger für Eching, hatten damals ihre Vorstellungen gegenüber einer Ratsmehrheit von CSU und FW nicht durchsetzen können.

Georg Bartl (CSU) konterte Eckerts Kritik und spielte den Ball zurück: Die gesamte Planungs- und Bauphase habe sich viel zu lange hingezogen und deshalb „kosten kleine Grundstücke jetzt mehr als damals bei der Planung die großen“.

Thaler ist aber überzeugt, dass die drei großen Grundstücke noch verkauft werden

Nun muss jedenfalls die Bewerberliste der noch verbliebenen Interessenten „blockweise“ entsprechend der erreichten Bepunktung abgefragt werden. Bürgermeister Thaler zeigte sich überzeugt, dass bei den über 100 verbliebenen Bauwerbern der Verkauf der drei teuren Dietersheimer Grundstücke noch abgewickelt werden kann. Für den hypothetischen Fall, dass dies nicht gelingt, wäre eine neue Vergabe im Erbbaurecht ebenso denkbar wie ein Verkauf auf dem freien Markt.

Zum Hintergrund

Eine Mehrheit von SPD, Grünen und BfE/EM/ÖDP hatte Ende 2020 beschlossen, Vergaben im Wohnbaumodell zukünftig ausschließlich im Erbbaurecht vorzunehmen und diese Grundsatzentscheidung auch rückwirkend für Eching-West vorgesehen – obwohl hier die Ursprungsplanung mit einer hälftigen Vergabe von Verkauf und Erbpacht festgelegt worden war. Ein von FW, CSU und FDP initiierter Bürgerentscheid gegen diesen Ratsbeschluss war erfolgreich und hatte zur Folge, dass die Hälfte der Baugrundstücke verkauft werden mussten.

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