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Stellte sich den Bürger-Fragen: Rathauschef Sebastian Thaler.

Echinger Bürgerversammlung: Jetz red i

„Wir arbeiten daran“

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Bürgerversammlung Teil zwei: Nach dem ausführlichen Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Sebastian Thaler erhielten die Bürger das Wort und ausreichend Gelegenheit, ihre Anliegen öffentlich und direkt an Echings Gemeindeoberhaupt zu richten.

Eching – Als erster ergriff Gert Fiedler Wort und Mikro: „Wie stehen Sie zum Thema Wirtschaftsförderung?“ Damit rannte er beim Bürgermeister offene Türen ein. Thaler sieht ebenso wie seine Amtskollegen in den Nachbargemeinden die Notwendigkeit, einen Wirtschaftsreferenten einzustellen. Diese Personalie wird auch Thema bei anstehenden Haushaltsberatungen sein. Angesichts der Zeichen der Zeit, sei es sehr wichtig, in diese zusätzliche Stelle im Rathaus zu investieren – „denn das lässt sich nicht wie bisher so nebenbei machen“. Neben der Betreuung der Unternehmen im Bestand geht es auch um die Neu-Akquise.

Breiteren Raum nahmen die Beschwerden von Bürgern ein, die auf der Nordseite des S-Bahnhofs wohnen: Benachteiligt, abgehängt und durch allerlei Negativ-Einrichtungen in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlt sich Marianne Hefka, die seit 20 Jahren an der Ecke Waldweg/Fürholzer Straße zu Hause ist. Besonders die Nachtruhe sei durch an- und abfahrende Lkw spätabends und bereits ab 4 Uhr in der Früh massiv gestört. Bei geschlossenem Fenster habe sie im Schlafzimmer 50 Dezibel gemessen. Thaler machte deutlich, dass ihm im Mischgebiet Eching-Nord der Kommune baurechtlich die Hände gebunden sind – vor allen Dingen, was den Bestand betrifft: „Was da ist, kann ich nicht verbannen. Ich bin nicht der Gesetzgeber.“ Das Rathaus versuche, bei Neuansiedlungen den Lkw-Verkehr verträglicher auszurichten, versicherte er und empfahl, die Beeinträchtigungen und Störungen konkret aufzulisten. Damit habe die Gemeinde eine Basis für Gespräche, Vermittlungen und freiwillige Vereinbarungen und könne auch die rechtlichen Möglichkeiten ausloten.

Dass in punkto Verkehr und Verkehrssicherheit in Eching einiges im Argen ist und vor allen Dingen beim Radwegausbau innerörtlich und in Verbindung zu den Nachbarkommunen noch sehr viel Luft nach oben, kam ebenfalls in mehreren Wortbeiträgen zum Ausdruck. Planungstechnisch beeinträchtigt ist gegenwärtig die Fertigstellung eines durchgehenden Radwegs nach Garching, wo ein Teilstück gegebenenfalls über ein Besitzeinweisungs- oder Enteignungsverfahren erlangt werden muss, weil ein Grundbesitzer den benötigten Landstreifen nicht verkaufen will. „Als nicht prickelnd toll“ bezeichnete Fritz Hammel auch die Radwegverbindung zwischen Eching und Neufahrn – speziell für Echinger Schüler, die das Neufahrner Gymnasium besuchen. Er monierte insbesondere den Zustand der Feldwege auf Neufahrner Flur. Dem konnte Thaler nur zustimmen: Zusammen mit dem Bürgermeisterkollegen Franz Heilmeier habe er die Strecke bereits abgefahren und stehe im Gespräch für Verbesserungen.

Weitere Wortmeldungen gab es zum Klima im Rathaus (Thaler: „Wir arbeiten daran“) und auch im Gemeinderat. Wie denn das Verhältnis der gewählten Gemeindevertreter zum Bürgermeister und untereinander sei, wurde gefragt. Bei den meisten Themen, und dies werde in der Öffentlichkeit gar nicht wahrgenommen, gäbe es da einen Konsens, sagte Thaler. Auf Nachfrage bestätigte er allerdings, dass er das Verhalten aus dem CSU- und FW-Lager hinsichtlich der Themen Nachverdichtung im Baugebiet Böhmerwaldstraße und Überplanung des neuen Rathauses als Blockade empfinde. Insgesamt attestierte er den Ratsmitgliedern jedoch einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. „Das habe ich schon ganz anders erlebt“, sagte Thaler.

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