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Yavuz Kalkan übernimmt Chefposten

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Eching - Thomas Kellerbauer ist CSU-Gemeinderat und dritter Bürgermeister. Für den Vorsitz des Ortsverbandes stand er bei den Neuwahlen auf der Jahreshauptversammlung aber nicht mehr zur Verfügung. Dieses Amt hat nun Yavuz Kalkan übernommen.

Sechs Jahre lang war Kellerbauer im Ortsvorstand der CSU, vier Jahre davon als Vorsitzender. Dass er dann nicht mehr für den Posten kandidieren wollte, wunderte einige Mitglieder – und sie fragten nach. „Es war eine schöne und intensive Zeit“, blickte Kellerbauer zurück. Auch wenn man im Wahljahr 2016 hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Nun sei es jedoch so, dass er in der Außendarstellung vor allem als dritter Bürgermeister und weniger als CSU-Vorsitzender wahrgenommen werde. Dabei sei es wichtig für die Arbeit der Partei, dass der Vorsitzende von der Bevölkerung auch als solcher akzeptiert werde. „Das kann ich mit meiner Person so nicht mehr gewährleisten“, erklärte er.

Aber Ersatz stand schon bereit: Yavuz Kalkan. Der 41-Jährige ist seit 2013 Mitglied bei den Christsozialen, Wahl-Echinger und Vater zweier Kinder. Die Versammlung sprach ihm einstimmig ihr Vertrauen aus. Seinen Migrationshintergrund thematisierte Kalkan denn auch gleich, schließlich gab es hier und da in der Versammlung schon Gemurmel. „Ich sehe darin heute keinen Nachteil mehr, sondern vielmehr einen Zugewinn“, sagte er und bekam dafür Applaus. Seine Erfahrung mit dieser Thematik möchte er auch in seine politische Arbeit einfließen lassen, betonte aber, dass er die christlichen Grundwerte der CSU vorbehaltlos teile. „Die Religionen haben eigentlich alle denselben Grundgedanken“, sagte er. „Ich möchte mit Ihnen die Zukunft anpacken und gestalten.“

Unterstützt in dem 90 Mitglieder starken Ortsverband wird Kalkan von den beiden neu gewählten Stellvertretern Robert Hiermansperger und Michael Steigerwald. Kassier ist und bleibt Karl Lamprechtinger. Er übt dieses Amt bereits seit 1995 aus. „Ein sehr versierter und erfahrener Mann“, wie Alt-Bürgermeister Josef Riemensberger feststellte. Nora Kusch löste als Schriftführerin Petra Hiermansperger ab, die nicht mehr kandidierte.

Auch aus der Fraktion gab es Informationen: Fraktionsvorsitzender Georg Bartl ging dabei vor allem auf aktuelle Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit Bürgermeister Sebastian Thaler ein. Thaler habe eben einen „jugendlicheren Stil in seiner Arbeitsweise“ und sei oftmals „flapsig und polemisch“, sagte Bartl und wurde dann noch deutlicher: „Er neigt dazu, mir eins auszuwischen.“ Zu so einem Stil will sich Bartl aber nicht hinreißen lassen, wie er in der Versammlung betonte. Vielmehr gehe es ihm um Inhalte. „Noch habe ich mich im Griff und halte es aus“, sagte er weiter. Immer wieder werde außerdem versucht, den von der CSU vorbereiteten und vorangetriebenen Projekten einen anderen Stempel aufzudrücken. Als Beispiel nannte Bartl hier das Baugebiet „Böhmerwaldstraße“. Wichtig war ihm in diesem Zusammenhang auch die Klarstellung, dass die CSU nicht einfach Vorschläge grundlos ablehne, wie zum Beispiel die nochmalige Überarbeitung der Planungen für dieses Gebiet. Der jüngste Vorschlag Thalers sei schlichtweg nicht tragbar in der heutigen Zeit und erinnere an Planungen aus den 1960er Jahren.

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