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Ozapft is! Drei Schläge brauchte Bürgermeister Sebastian Thaler, um den wachsamen Augen von Huberwirt Udo Vogt dem Fass das erste Starkbier „zu entlocken“.

Starkbierfest des Musikvereins Eching   

Bierige Stimmung und jede Menge Gaudi

Wenn, wie in Eching, der Musikverein Sankt Andreas jährlich zum Starkbierfest einlädt, darf man sicher sein, dass neben dem einen oder anderen Prosit auf die Gemütlichkeit auch Walzer- und Polkaklänge zu hören sein werden. Korbinian vom Fass, der Vitus Weizenbock und nicht zuletzt die Getränke von der Bavarian Bar sorgten dafür, dass alle Gäste so richtig in Stimmung kamen. Ein Sing- und Schätzspiel oder aber auch ein Bayern-Battle der Vereine sorgte für Kurzweiliges.

Eching – „Prost Gemeinde“, rief Bürgermeister Sebastian Thaler den gut 300 Starkbierfreunden zu, nachdem er im Echinger Bürgerhaus das erste Fass mit drei Schlägen angezapft – und damit offiziell einen zünftigen Festabend eingeleitet hatte. Verabschiedet wurde nach insgesamt zwölf Jahren Bruder Musikus, alias Gemeindearchivar Günter Lammel in der Rolle des Echinger Fastenpredigers. „Schee war‘s“, sagte Lammel und durfte zum Abschied beim Bayerischen Defiliermarsch noch einmal den Takt vorgeben.

Äußerst gespannt war das Publikum auf das erstmals veranstaltete Singspiel, das nun das Derbleckn der Echinger Lokal- und Politprominenz übernehmen sollte. Und ebenso wie in der großen Politik war man auch hier geteilter Meinung, was dabei das kleinere Übel ist: durch den Kakao gezogen oder ignoriert zu werden.

Who is who? Nach der Premiere des Echinger Starkbier-Singspiels versammelten sich Original und Double auf der Bürgerhausbühne. Hintere Reihe (v. l.): Moderator Matthias Migge, Wolfram Ebenhöh und Double Benedikt Migge, Altbürgermeister Josef Riemensberger und Double Philipp Eschlwech, Schmidtchen-Double Maria Wallner, Bürgermeister Sebastian Thaler und Double Korbinian Meister gemeinsam auf dem „Thron“ sowie Double Cedric Mohler mit Huberwirt Udo Vogt – eingerahmt von den Bauhof-Doubles.

Das Ziel des gelungenen Spektakels definierte Moderator Matthias Migge eingangs so: „Die Prominenz bekommt eine auf den Deckel. Jawoll! Ja wo sans, ja wo san de wichtigen Leute heut?“ So lautete der Text, anlehnend an die bekannte Melodie „Ja so war’ns die oidn Rittersleit“, bei der nacheinander Sybille Schmidtchen, Gemeinderätin und Vorsitzende des Kulturforums (Maria Wallner), Wolfram Ebenhöh, Vorstandsmitglied der Echinger Fachbetriebe (Benedikt Migge), Udo Voigt, Gastronom des Huberwirts (Cedric Mohler), Altbürgermeister Josef Riemensberger (Philipp Eschlwech) – sowie ganz zum Schluss und bezeichnenderweise mit ein wenig Verspätung – Gemeindechef Sebastian Thaler (Korbinian Meister) ihren Platz als „wahre Herrscher der Welt“ auf der Lokalbühne einnahmen.

Gut getroffen, war die einhellige Meinung – und das nicht nur bei der Optik, sondern auch bei den Pointen. Die „Zielscheiben“ des Singspiels – lediglich Sybille Schmidtchen kam nicht in den Genuss, ihr super-elegantes Double zu bestaunen – nahmen‘s gelassen und mit Humor.

Beim Ebenhöh, der jede Socke einzeln bepreist, seien die Preise ja eben höh, äh hoch, wurde gewitzelt. Und weil es im Gemeinderat viele „lange Sitzungen“ gibt, sah man beim Schlussbild Thaler und Meister auf einem stillen Örtchen thronen.

Beim Bayern-Battle mit fünf Vereinsteams war Feinmotorik und bayerisches Allgemeinwissen statt Muskelspiel gefragt. Zuschauer und Teilnehmer hatten gleichermaßen Spaß an den vier Wettkämpfen – Wissenstest, Nageln, Brezenschnappen und einem Gaudi-Golf-Abschlag. Bei letzterem musste per Kopfpendel ein Tischtennisball vom Bierglas geschlagen werden. Einen Extra-Lacher gab es für die Burschen, die als Titelverteidiger des vergangenen Jahres zwar wieder die lautesten waren, sich als Vierter ausgerechnet einen Kasten alkoholfreies Bier erspielt hatten. Die meisten Punkte machte die Katholische Landjugend Neufahrn. Zweiter wurde das Kulturforum Eching, dritter die Narrhalla Heidechia Eching/Neufahrn, und auf Rang fünf landete der Schützenverein Gemütlichkeit.

Ulrike Wilms

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