Das Gespräch mit Haags Bürgermeister Anton Geier hat die Junge Union nie gesucht. 

Ehrenamtssatzung

Ohne erst zu reden: Junge Union rügt die Gemeinde in einer Pressemitteilung

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Haag - Haag bekommt eine Ehrenamtssatzung. Dafür gibt es schon konkrete Pläne. Auf drei Säulen soll sie stehen und nicht „nur“ das Engagement der Bürger würdigen, sondern jungen Leuten einen Anreiz bieten, sich ehrenamtlich einzubringen. Angesichts dessen kommt eine Pressemitteilung der JU fast wie ein Querschuss daher.

„Für uns als Junge Union Haag-Zolling ist es nicht nachvollziehbar, wie eine Gemeinde mit rund 30 Vereinen, unzähligen ehrenamtlich Tätigen, welche auch in Notzeiten, wie etwa dem Hochwasser 2013, Hand in Hand die Gemeinde stützen, es anscheinend nicht schafft, diese herausragenden Leistungen anständig zu würdigen und Danke zu sagen.“ Das schreibt die Junge Union Haag-Zolling in einer Pressemitteilung. Haags Bürgermeister Anton Geier wundert das. Denn: Wenn einem etwas derart auf der Seele brennt, hätte man ja erst einmal das persönliche Gespräch mit ihm als Rathauschef suchen können. Hat man aber nicht. Stattdessen hagelt es in der Pressemitteilung Vorwürfe. Am 3. Juni 2014 haben die Gemeinderäte die Erstellung einer Ehrenamtssatzung und die Einführung eines Ehrenamtspreises beschlossen. „Leider hat der Gemeinderat diesen schönen Worten in den letzen zweieinhalb Jahren keinerlei Taten folgen lassen“, heißt es weiter.

Stimmt das? Auch diese Frage hätte Geier Benedikt Flexeder im Vorfeld schnell beantworten können: „Wir sind dran, das Ganze steht kurz vor der Realisierung – auch wenn es, zuzugeben, in den vergangenen Monaten ins Stocken geraten ist.“ Und dafür gibt es einen guten, wenn auch sehr traurigen, Grund: Derjenige, der sich in einem eigens dafür gegründeten Arbeitskreis federführend um die Sache gekümmert hatte, war 2. Bürgermeister Martin Stiel-Fischer. Und der ist im Sommer 2016 überraschend verstorben. „Danach waren andere Dinge wichtiger“, gibt Geier zu. Doch im besagten Gremium arbeiten eben nicht nur alle Fraktionen des Gemeinderats mit, auch sämtliche Vereinsvorsitzende sind vertreten. Und von denen kam bislang nicht die Klage, dass es ihnen zu langsam mit der Satzung geht, zumal man ja in der ganzen Zeit nicht völlig untätig war. „Es liegt bereits ein Entwurf vor“, sagt Geier. Man wolle aber kein 0815-Konstrukt auf den Weg bringen. Geplant sei ein Drei-Säulen-Modell: „Wir wollen nicht nur Verdiente ehren, sondern auch junge Leute dazu bringen, ein Ehrenamt anzunehmen und – die dritte Säule – alle zwei Jahre eine Veranstaltung für verdiente Ehrenamtliche machen“, erklärt Geier. Erst in der jüngsten Sitzung habe man wieder darüber geredet.

Die JU indes hat auch gleich einen Vorschlag für den ersten Preisträger parat: Das Haager Faschingskomittee. Dem hat Geier allerdings bereits nach dem Faschingsball mit einem kleinen Geschenk Danke gesagt.

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