Ein Thema, das interessiert: Etwa 60 Gäste waren zum Bürgerenergiestammtisch nach Kranzberg gekommen. Sie wollten Antworten auf die Frage, ob sich die Produktion hauseigenen Stroms rentiere. foto: Gleixner

Eigenen Strom wirtschaftlich erzeugen

Kranzberg - Strom wird immer teurer - und das Thema „Strom selbst erzeugen, speichern, verbrauchen“ immer interessanter. Das zeigte sich auch beim jüngsten Bürgerenergiestammtisch deutlich.

60 Bürger sind der Einladung des Bürgerenergiestammtischs gekommen. Sie wollten wissen, ob es sich lohnt, den Strom, den man braucht, selbst zu erzeugen. Referent des Abends im Pantaleonsgebäude war Klaus Deuschle, Projektingenieur bei Volthaus in Mainburg. In seinen einleitenden Worten machte Bürgermeister Hermann Hammerl die Notwendigkeit von kostengünstigen und langlebigen Speichertechnologien als Kernpunkt der Energiewende aus. Die Gemeinde betreibt eine eigene kleine acht kW Photovoltaikanlage auf dem Feuerwehrhaus in Hohenbercha, deren Strom eingespeist wird. Überlegungen für eine Solaranlage an der Kläranlage, die Motoren vom Klärwerk mit Eigenstrom versorgt, werden bereits gemacht.

Deuschle zeigte zu Beginn seines Vortrags die Entwicklung des Strompreises der vergangenen zehn Jahre mit einer jährlichen Preissteigerung von über fünf Prozent, wodurch Speichertechnologien, die an eine Photovoltaik anlage gekoppelt sind, wirtschaftlich immer interessanter werden.

Im Anschluss wurden die verschiedenen Batterietechnologien hinsichtlich Effizienz und Langlebigkeit verglichen, von der klassischen Starterbatterie aus dem Auto über die Lithium-Ionen-Batterie aus Handys bis hin zu den neuesten Entwicklungen speziell für den Einsatz als Energiespeicher in Gebäuden. Die neueste Batteriegeneration ist in den Wechselstromkreis des Hauses eingebunden. Dank moderner Regelung kann die Stromversorgung gleichzeitig aus der Solaranlage, der Batterie und aus dem Stromnetz erfolgen. Das Laden der Batterie erfolge unter Berücksichtigung von Wetterdaten und des Verbrauchsverhaltens. „Damit kann das Stromnetz entlastet werden, da die Ladung der Batterie gezielt in Tagesstunden mit hoher Stromproduktion durch die Solaranlage und niedrigem Verbrauch durch die Bewohner gelegt wird“, erklärte Deuschl.

Der Vortrag wurde durch Fragen aus dem Publikum ergänzt, das Näheres über die Entsorgung der Batterien wissen wollte. Laut Deuschle sei dies kein Problem, da es sich nicht um Sondermüll handle.

Eine weitere Frage galt den Insellösungen, also einer völligen Unabhängigkeit vom Netzbetreiber. Diese sind aufgrund des Aufwands wirtschaftlich jedoch nicht sinnvoll und nur für absolute Einzellagen, wie etwa eine Gebirgshütte, interessant.

Die Wirtschaftlichkeit habe sich innerhalb nur weniger Jahre völlig verändert. Aufgrund der langlebigeren Batterien kalkulierte Referent Klaus Deuschle in seinen Rechenbeispielen mit 20 und mehr Jahren, wodurch sich trotz hoher Anschaffungskosten Amortisationszeiträume von rund acht Jahren ergaben. Das Fazit: aufgrund der technischen Weiterentwicklungen lohne es sich, sich mit der Energiespeicherung für das eigene Haus auseinanderzusetzen. Über lange Zeiträume könne viel Geld gespart werden.

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