In der Weihenstephan Arena

Ein Freundschaftsspiel gegen den Schicksalsschlag

Freising - Polizisten auf dem Eis? Ein seltener Anblick. Doch der Grund, warum die Polizeinationalmannschaften Deutschlands und der Schweiz aufeinander trafen, könnte ernster nicht sein.

Mit der Geburt ihrer zweiten Tochter erlitt die Familie Dahm einen echten Schicksalsschlag. Kurz nach der Entbindung ihrer Tochter kam es bei der jungen Frau zu einem Herzstillstand. Ein wochenlanges Zittern um ihr Leben begann. Letztendlich verlor sie beide Füße und beide Arme. Der Vater Roland ist Angehöriger des Bayerischen Landeskriminalamtes und befindet sich aktuell im Sonderurlaub. Vor diesem Hintergrund gab es mehrere Spendenaktionen zur finanziellen Unterstützung der jungen Familie innerhalb der Bayerischen Polizei. Der Verein Polizisten helfen e.V. richtete ein Spendenkonto ein.

Die Fotos

Die Fotos: Benefizspiel in der Weihenstephan Arena

Polizeoberkommissar Thomas Keller, Dienstgruppenleiter bei der Verkehrspolizeiinspektion Freising, aber auch Organisator der Polizei-Eishockey-Nationalmannschaft, initiierte ein Benefizspiel in der Weihenstephan Arena in Freising. Ein schlagkräftiges Team Germany traf am Samstagabend auf ein starkes Kollegen-Team aus der Schweiz – alles für einen guten Zweck. Die Hoffnung, dass viele Zuschauer den Benefiz-Gedanken teilen, ging voll auf. Rund 300 Eishockeyfans waren gekommen und spendeten insgesamt 3400 Euro. Die Idee, mit einer Verkaufsaktion von Pucks die Spendenfreudigkeit anzukurbeln, war der Renner: Fast 300 der Pucks fanden für mindestens 10 Euro Abnehmer. Hinzu kam ein Teil der Kioskeinnahmen, auf die der Betreiber für den guten Zweck von Anfang an verzichten wollte.

Rein sportlich betrachtet konnte das Team Germany die Partie mit 16:4 klar für sich entscheiden. Den Schweizer Kollegen, die zahlenmäßig etwas unterlegen waren, hatten dennoch sichtlich Spaß am Spiel, noch mehr aber am Zustandekommen der Partie. Ihr Spielführer Frank Götze übergab ebenfalls eine Team-Spende an die Familie Dahm.

Unter dem Motto „ Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“ veranstaltete das Polizeipräsidium Oberbayern Nord am 1. Dezember im Liebfrauenmünster, der Stadtkirche Ingolstadt am Sitz des Präsidiums, einen Adventgottesdienst. Die Kollekte war ausschließlich zur Unterstützung der Familie Dahm bestimmt und erbrachte eine Spendensumme von 1810 Euro. Dieser Betrag wurde von Polizeipräsident Günther Gietl vor Beginn des Benefizspiels an die Familie übergeben. Weitere 800 Euro sammelten Angehörige der Polizeiinspektion Ingolstadt spontan, nachdem sie von dem Ereignis erfahren hatten.

Der Präsident des Bayerischen Landeskriminalamtes, Polizeipräsident Robert Heimberger, hatte noch ein ganz eigenes Geschenk für seinen Mitarbeiter dabei. Er überreichte Roland Dahm seine Ernennungsurkunde zum Technischen Hauptsekretär und damit die Übernahme in das Beamtenverhältnis. Spontan griff Roland Dahm zum Mikrofon und dankte allen Initiatoren und Spendern für die gezeigte überwältigende Hilfsbereitschaft. Seiner Frau machte er bei dieser Gelegenheit eine Liebeserklärung, die wohl den härtesten Eishockey-Crack berührt haben dürfte.

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