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Über 20 Personen waren zum zweiten muslimisch-christlichen Gesprächskreis gekommen – und jeder erzählte von sich, um sich näher kennenzulernen. 

Muslimisch-Christlicher Gesprächskreis 

Ein friedlicher Austausch auf Augenhöhe

Nach dem großen Erfolg des muslimisch-christlichen Gesprächskreises im vergangenen Jahr gab es nun wieder die Möglichkeit, sich auszutauschen.

Freising –Das Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Kreisbildungswerk Freising und der Islamischen Gemeinde Freising dient dazu, Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und Religion einen offenen Dialog zu ermöglichen. Unterstützt wird der Gesprächskreis vom Förderverein Raum der Begegnung. Im Haus der Vereine trafen sich rund 20 Teilnehmer, die zum Thema „Weit du, wer ich bin?“ ihre Meinungen, Anliegen und natürlich auch Fragen äußern wollten. Miteinander statt übereinander – das ist Ömer Korkmaz, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde Freising und Leiter der Gesprächsrunde, sehr wichtig. „Dieser Abend soll ein Austausch auf Augenhöhe sein.“ Aus diesem Grund habe man auch bewusst von einem Expertenvortrag abgesehen. „Jeder soll von sich erzählen können, wie er die eigene Religion lebt und erlebt“, ergänzte Dieter Wittmann von Pax Christi, der wie auch im vergangenen Jahr, die Moderation des Abends übernahm.

Die bunt gemischte Gruppe fand daraufhin schnell den Dialog. Ulrich Bomme, Vorsitzender des Fördervereins, wollte beispielsweise wissen, ob die hier Anwesenden Deutschland als ihr Zuhause betrachten. Viele der Teilnehmer sind hier geboren, ihre Wurzeln liegen jedoch in einem anderen Land. Vor allem die Jüngeren innerhalb der Gruppe gaben zu, oft zwiegespalten zu sein. Die restlichen Familienangehörigen und engen Freunde seien nicht in Deutschland, dies wäre nicht immer einfach. „Andererseits vermisse ich die deutsche Disziplin, wenn ich in der Türkei bin“, erklärte ein 16-jähriger Freisinger. Alles hätte seine Vor- und Nachteile.

Auch die Flüchtlingskrise wurde angesprochen. Viele der anwesenden Muslime berichteten, seitdem verstärkt negative Auswirkungen spüren zu müssen. Ob kritische Blicke, unfaire Behandlungen oder Vorurteile – alles, was man eigentlich bereits hinter sich gelassen hatte. Jetzt würden sie quasi alle „in einen Topf geworfen“. Schlimm ist es vor allem für die jungen Erwachsenen, wenn ihre Eltern solche Feindseligkeit ertragen müssen.

Ein weiteres Thema, bei dem beide Gruppierungen viele Gemeinsamkeiten entdeckten, waren die religiösen Gepflogenheiten innerhalb der Kirche beziehungsweise der Moschee. Die Anwesenden fragten sich untereinander aus und wollten über das Leben innerhalb der Gemeinschaft der jeweils anderen Religion erfahren, vor allem über die Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in die Messe. „Das ist bei allen Religionen ein wichtiger Aspekt, der weiterhin gestärkt werden sollte“, so Ömer Korkmaz.

Zum Abschluss bat er die Teilnehmer, diesen Abend in Erinnerung zu behalten und nach außen zu tragen. „Solche Gesprächsrunden tragen zu einem friedlichen Zusammenleben bei.“

Anna Schledzinski

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