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Wild entschlossen: Die Challenge-Gruppe mit (hinten, v.l.) Inge Steidl, Manuela Gaßner, Sabine Bock, Beate Wübbels und Inge Klimmer sowie (vorne, v.l.) Veronika Schweikl, Katerina Girgensohn und Anneliese Huber. 

Eine Gruppe Freisinger stellt sich einer besonderen Herausforderung

Die Müll-Faster

Der Startschuss ist gefallen: Im Katholischen Kreisbildungswerk (KBW) trafen sich jetzt elf Mutige, um eine besondere Herausforderung anzunehmen: Fasten. Hier geht’s aber nicht um Gewichtsverlust, sondern um Fasten im Sinne der Nachhaltigkeit: Müll vermeiden zum Beispiel.

Freising „Challenge accepted“ heißt die interaktive Veranstaltungsreihe, bei der es darum geht, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und zu verändern. Mit an Bord: Die Freisinger Low-Waste-Expertin Manuela Gaßner, die den Teilnehmerinnen – es haben sich nur Frauen angemeldet – mit Rat und Tat in den nächsten Wochen zur Seite steht.

30 Prozent aller verpackten Lebensmittel werden ungeöffnet entsorgt, jeder Deutsche produziert jährlich im Schnitt 37 Kilo Verpackungsmüll. Veronika Schweikl, KBW-Bildungsreferentin, weiß: Man muss gar nicht in die entfernten Weltmeere schauen, um die katastrophalen Auswirkungen unseres Konsumverhaltens zu sehen: 89 Prozent der deutschen Flüsse und Bäche sind chemisch in einem schlechten Zustand. Ein Spaziergang an der Isar reicht aus, um zu erkennen: Die Konsequenzen unseres Verhaltens betreffen jeden von uns und zwar unmittelbar. Die elf Teilnehmer der „Challenge“ jedenfalls fühlen sich verantwortlich für ihr Handeln und wollen probieren, etwas zu verändern. Möglichkeiten gibt es viele. Eine Teilnehmerin möchte mit dem Rad statt dem Auto zur Arbeit fahren. Eine andere möchte nur faire Produkte einkaufen und eine dritte wird versuchen auf Fleisch zu verzichten.

Die Entscheidung dafür fiel ihr sicher leichter, als Schweikl aufzeigte, dass die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch 15 000 Liter Wasser benötigt und dabei 13 Kilogramm Kohlendioxidentstehen. Auch die Klimaschutzbeauftragte der Stadt Freising, Marie Hüneke, ist bei der „Challenge“ dabei. Sie hat sich vorgenommen, noch mehr regional und saisonal einzukaufen. Ihre jeweils persönliche Herausforderung haben die Teilnehmerinnen in einem Vertrag formuliert, den sie mit sich selbst geschlossen haben.

Manuela Gaßner stellte klar, wie wichtig es sei, sich realistische Ziele zu setzen, damit die Motivation nicht verloren geht. Sie beschäftigt sich seit drei Jahren mit Müllvermeidung und weiß, wie schwer der Anfang ist. In der anschließenden Diskussion über die Beweggründe und die Vorhaben konnten auch erste Fragen geklärt werden. Was mache ich mit dem Kaffee unterwegs? Gibt es Toilettenpapier, das nicht in Plastik verpackt ist? Manchmal, so Gaßner, gebe es keine sofortige Lösung oder Alternative. Davon dürfe man sich nicht verrückt machen lassen. Sie empfahl, sich zum Beispiel zusammenzuschließen und Großpackungen für bestimmte Waren zu bestellen. Und manchmal müsse man akzeptieren, dass es eben gerade keine gute Alternative gibt. Das Wichtigste sei zunächst, überhaupt ein Bewusstsein für das Thema zu entwickeln. Die elf Teilnehmerinnen der Fastengruppe beginnen jetzt damit. Dass es in der Gruppe womöglich leichter fällt, hat sich schon im regen Austausch bei der Auftaktveranstaltung gezeigt.                                                                     Claudia Bauer

Weitere Infos zum Thema

Hier noch einige Rezepte und Tipps: www.smarticular.net. Gebrauchte Elektronik: www.rebuy.de. Solidarische Landwirtschaft: www.auergarden.de. Online-Tipps von Manuela Gaßner: www.einfachzerowasteleben.de. Weitere KBW-Veranstaltungen zum Thema: www.bildungswerk-freising.de

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