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„Das müsste eigentlich meine Oma sein!“ Ingrid Eichler glaubt auf einem der Fotos vom Fischer-Anwesen aus den 1920er Jahren, ihre Großmutter entdeckt zu haben.

Internationaler Museumstag

Eine Zeitreise ins ländliche Eching

Eching - Es ist noch gar nicht so lange her, da ging es mitten im Echinger Ortszentrum recht ländlich zu. Dort, wo sich der Bürgerplatz erstreckt, weideten Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts noch Schafe. An der Stelle des ASZ befand sich das Riedmeier-Anwesen mit seinem vielfältigen Tierbestand. Ein Paradebeispiel für die „verschwundenen Bauernhöfe“, denen sich heuer der Internationale Museumstag in Eching widmete.

Mehr und mehr ist das bäuerlich geprägte Eching der vergangenen Jahre im sich stetig wandelnden Erscheinungsbild der Gemeinde verschwunden - und damit auch aus dem Bewusstsein der gewachsenen Bevölkerung. Da, wo früher der Heckmayr-Hof stand, erinnert heute nur noch der Name eines Hotels, nämlich „Höckmayr“, daran.

Diese Vergangenheit anschaulich und lebendig zu erhalten, ist Aufgabe und Anspruch der bäuerlichen Gerätesammlung „auf dem Gfild“ unterhalb der Schulturnhalle an der Danziger Straße. Anlässlich des Internationalen Museumstags am 22. Mai haben Museumsleiter Klaus Widhopf und Archivpfleger Günter Lammel zwei Schautafeln mit rund zwei Dutzend „verschwundener Bauernhöfe“ erstellt, so auch der Titel der aktuellen Sonderschau. Die Idee, anhand alter Fotos die Erinnerung an die ehemaligen Gehöfte wachzurufen beziehungsweise zu erhalten, stammt von Landwirt Klaus Widhopf. Aktuelle Fotos, die Lammel kürzlich aufgenommen hat, zeigen die heutigen Gebäude: Wohnanlagen, Geschäftshäuser und Hotels. Gerne geben die beiden auch Auskunft zu den Exponaten.

Die Bilder stoßen bei den zahlreichen Museumsbesuchern auf reges Interesse. Und so manches Gespräch ergibt sich insbesondere bei den Alteingesessenen, denen oft ein staunendes „Weißt du noch?“ über die Lippen kommt. Auf einem der Fotos aus den 20er Jahren glaubt Ingrid Eichler, eine geborene Fischer, die mit ihren Enkelkindern die Ausstellung besucht, in der jungen Frau, die mit zwei kleinen Kindern vor dem Anwesen Fischer steht, ihre Großmutter ausgemacht zu haben. Aber auch für „Zuagroaste“ und jüngere Jahrgänge lohnt sich der Blick zurück in das Dorfleben der unmittelbaren Vorfahren - eine Zeitreise, bei der es ausgerechnet in der Vergangenheit Neuland zu entdecken gibt.

Neben dieser Sonderschau bietet das inoffizielle Echinger Heimatmuseum mit seiner umfänglichen Sammlung bäuerlicher Haus-, Hof- und Ackerwerkzeuge eine Fülle weiterer interessanter Objekte für große und kleine Besucher. Auch „Novitäten“ waren dabei: Neu im „Herrgottswinkel“ sind ein Harmonium aus der Dietersheimer Kirche, mehrere altehrwürdige Messgewänder aus der Pfarrei St. Andreas und das Modell eines Brunnens für die katholische Pfarrei St. Andreas in Gestalt des Heiligen Namenspatrons. Dieser Entwurf von Rudolf Rehbach aus Neufahrn wurde jedoch nicht verwirklicht.

Gastlich mit Weiß- und Rotwein, letzterer stammt sogar aus eigenem Echinger Anbau, kleinen Häppchen und Musik ging es in der Maischer Heimatecke zu. Dort haben die heimatvertriebenen Ungarndeutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Eching ein neues Zuhause fanden, eine liebevoll zusammengestellte Sammlung aufgebaut, für die Konrad Hirtenreiter maßgeblich die Verantwortung trägt. Und er ließ es sich dann natürlich auch nicht nehmen, das eine oder andere Volkslied auf seinem Akkordeon vorzuspielen.

Ulrike Wilms

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