Anerkennung von höchster Stelle: Für das Monitoring-Programm „Pro Gesund“ stehen Dr. Siegfried Moder von der Bayerischen Landestierärtzekammer, Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Franz Taferner (Leistungsoberprüfer vom Landeskuratorium für tierische Veredelung), Landwirt Josef Betz, Hoftierarzt Dr. Michael Schmauser, Bäuerin Angelika Betz, Hoferbe Bernhard Betz sowie Projektleiterin und Tierärztin Eva Zeiler (v. l.). Foto: Fischer

Ein Hof mit einem besonderen Programm

Weng - Hoher Besuch auf dem Hof der Familie Betz. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner war in Weng auf Stippvisite, um sich von den Fortschritten des Monitoring-Programms „Pro Gesund“ zu überzeugen. Es geht dabei um Herdenmanagement und Prophylaxe - aber auch um lückenlose Datenerfassung und Auswertung, wie sich beim Rundgang zeigte.

Der Minister fuhr im Dienstwagen vor, stieg aus und zog sich erst einmal Zellophantüten über die Schuhe. Er tat es einer Reihe von Tierärzten, Medienvertretern und den Hofeignern gleich. Eine Vorsichtsmaßnahme, damit keine Keime in den Stall kommen konnten beim Rundgang durch die Rinderzucht. Landwirt Josef Betz hat darin über 60 Milchkühe stehen. Einem Stall, in dem Prophylaxe und Vorbeugung groß geschrieben wird.

„Sie verfügen als Pro-Gesund-Betrieb der ersten über einen großen Erfahrungsschatz,“ lobte der Minister, der das Monitoring-Programm, bei dem die Tiere ständig untersucht und die ermittelten Daten akribisch aufgezeichnet werden, vor vier Jahren selbst mit auf den Weg gebracht hat. Veterinäre wie Hoftierarzt Dr. Michael Schmauser oder auch Projektleiterin Eva Zeiler achten bei ihren Untersuchungen peinlich genau auf den Gesundheitszustand und die Konstitution der Tiere. Die Ermittlung und Dokumentierung der Daten ist wesentlicher Bestandteil des Programms.

Im Beisein von Brunner führte Schmauser eine Ultraschalluntersuchung bei einer Kuh durch. Es ging ihm dabei darum, die Rückenfettdichte zu ermitteln. Der Wert ist wichtig, um festzustellen, ob die Kuh gerade abnimmt oder zunimmt, wie Schmauser erklärte. Nach der Geburt, nachdem die Kühe ein Kalb bekommen haben, wird demnach erst einmal Körperfett eingeschmolzen, damit das Tier wieder trächtig werden kann. Keine unerhebliche Erkenntnis in einem Betrieb, in dem pro Jahr etwa 75 Kälber zur Welt kommen, wie Bernhard Betz, der den Hof seines Vaters Josef Betz in Bälde übernehmen soll, verriet. Bernhard Betz will das Werk und den Betrieb seines Vaters fortführen. Der Nachfolger macht derzeit den Abschluss an der Landwirtschaftsschule in Erding. Die Hofnachfolge ist somit gesichert, teilte man Brunner vor dem Hofrundgang mit.

Der Minister machte indes deutlich, dass „Leistung und Tiergesundheit“ keine Gegensätze sein müssen. Das Monitoring-Programm „Pro Gesund“ soll nach den Worten von Brunner dazu beitragen, „das gesellschaftlich erwünschte immer höhere Maß an Tierwohl zu verwirklichen“. Und zwar ohne den Bogen zu überspannen und die Landwirte mit Auflagen, Bürokratie und Kosten zu überfordern“, sagte der Minister nach dem Rundgang zum Thema „Leistung und Tiergesundheit“.

Hygiene und Eutergesundheit spielen nämlich eine große Rolle bei der Umsetzung von „Pro Gesund“. Das Ministerium hat sich das Monitoring-Programm laut Brunner insgesamt 700 000 Euro kosten lassen. „Das Geld ist gut angelegt“, sagte der Minister. Bereits rund 150 Tierärzte und über 1700 Landwirte würden die ermittelten Daten in den „Pro Gesund“-Betrieben bereits nutzen. Brunner sprach deshalb von einem wichtigen Instrument zur Verbesserung der Tiergesundheit.

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