Zu hohe Kosten, zu wenig Trainingszeiten

Eiszeit zwischen Stadt Freising und SEF-Abteilung

Freising - Die Eishockeyabteilung des SEF hat Probleme mit der Stadt. Die Kosten für die Eiszeiten im neuen Stadion haben sich verdoppelt. Es gibt Kritik an der Tribüne und wegen mangelnder Trainingszeiten. Die Situation scheint verfahren. Gespräche haben nichts gebracht. Jetzt soll ein Altbekannter vermitteln.

Abteilungsleiter Bernhard Sittenauer und Kassier Alfons Neumair fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen – und überfordert. Die Liste der Beschwerden und Kritikpunkte ist lang. Der Verein würde benachteiligt, nirgends gebe es im weiten Umkreis so viel öffentlichen Eislauf wie in Freising. Und das Stadion könne aufgrund eines Trafos, der nicht leistungsstark genug ist, erst relativ spät in Betrieb gehen. Vor allem aber ärgern die Eishackler Teuerungen und Kürzungen bei den Eiszeiten. Für die sind laut Neumair inzwischen 15 000 Euro pro Saison fällig. Mit Sonderumlagen und Beitragserhöhungen sei das bald nicht mehr zu schultern. Vor allem die Nachwuchsarbeit leide darunter. Eltern müssten bis zu 300 Euro im Jahr zahlen.

Sauer aufgestoßen ist den Verantwortlichen auch, dass sich die Eiszeiten heuer zu Ungunsten des Vereins verschoben haben. So muss der Nachwuchs jetzt früher trainieren. Etwa am Freitag von 15.15 Uhr bis 17 Uhr, statt wie bisher von 17.30 bis 19.15 Uhr. Zu einer Zeit also, in der weder Schüler noch Trainer wirklich abkömmlich seien, wie Neumair beklagt. So könne man keine vernünftige Nachwuchsarbeit betreiben, ergänzte Sittenauer im Gespräch mit dem Tagblatt: „Ich und mein Sohn werden das nicht mehr lange mitmachen“, kündigte er frustriert seinen Rücktritt und den seines Stellvertreters, Thomas Sittenauer, an.

Ein Grund dafür ist auch das Gerangel um eine vernünftige Tribüne. Die ist aus Sicht des Eishockey-Fans eine Farce. „Eine Tischtribüne“, wie Sittenauer sagt. Eine, bei der nur die erste und die zweite Reihe etwas sehen. Um Stufen einzubauen, wären nach Schätzung von Neumair gut 70 000 Euro nötig. Geld, dass der Verein nicht hat – und die Stadt nicht zahlen will. OB Tobias Eschenbacher steht auf dem Standpunkt, die Tribüne sei Sache des Vereins. Mehr als ein Zuschuss und ein zinsloses Darlehen von je zehn Prozent seien nicht drin. Der Förderverein kann hier auch nicht helfen. Der ist auf Jahre mit der Schuldentilgung beschäftigt. „Derzeit geht das nicht,“ sagte Vorsitzender Michael Seidl.

Der Förderverein kann hier auch nicht helfen. Der ist auf Jahre mit der Schuldentilgung beschäftigt. „Derzeit geht das nicht,“ bestätigte der Vorsitzende, Michael Seidl.

Helfen könnte ein vermittler. Bernhard Sittenauer fiel da Alt-OB Dieter Thalhammer ein. „Der ist Ehrenvorsitzender im Förderverein, der hat die Entwicklung von Anfang an verfolgt.“ Dem sei die Rolle eines Mediators zuzutrauen. Das Tagblatt fragte nach. Ergebnis: Ja, Thalhammer wäre durchaus dazu bereit. „Ich bin kein Mediator, aber was ich gerne tun kann, ist zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Ich habe die Entwicklung von Anfang an mitverfolgt“, sagte Thalhammer. Und: „Ich glaube schon, dass man hier nach Lösungen suchen muss. Dass man sich da an einem Tisch setzen sollte, im Interesse des Freisinger Sports.“ Man dürfe aber nicht warten, bis die Saison wieder startet. Der Alt-OB: „Das muss in einer Ruhephase passieren. Und es geht nur, wenn man die Hauptverantwortlichen an einen Tisch bringt.“

Alexander Fischer

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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