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Wie funktioniert das Laden eines Elektrofahrzeugs an einer öffentlichen Stromtankstelle? Diese Frage bekamen Interessenten kürzlich an der Ladesäule der Freisinger Stadtwerke und des Landratsamts Freising am Parkplatz des Landratsamts im Rahmen der Freisinger Umwelttage beantwortet. Matthias Krückl (hinten), Elektromeister der Freisinger Stadtwerke, und Geschäftsführer Dominik Schwegler demonstrierten das Aufladen eines E-Autos.

Elektromobilität in Freising

Die Energiewende in der eigenen Garage

Der erhoffte E-Auto-Boom ist bislang ausgeblieben – trotz staatlicher Förderungen. Und auch diejenigen, die die Infrastruktur für die Elektromobilität schaffen, finden, dass es besser laufen könnte: Die Stadtwerke Freising etwa. Sie betreiben mehrere Ladestationen, eine davon ist am Parkplatz des Landratsamts installiert. Die Auslastung dieser Stromzapfsäule, so Matthias Krückl, Elektromeister der Freisinger Stadtwerke Versorgungs-GmbH, sei in Ordnung, könnte aber besser sein. 

-4000 Euro Kaufprämie, zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit: Trotzdem trauen sich noch nicht wirklich viele an ein Elektroauto ran. Der Grund: Keine Lademöglichkeit zuhause. Ist das tatsächlich eine unüberwindbare Hürde?

Sicher werden Elektroautos in aller erster Linie zu Hause geladen. Wenn dies aber nicht geht, gibt es öffentliche Lademöglichkeiten – und auch Arbeitgeber bieten teilweise ihren Mitarbeitern Lademöglichkeiten an. Der Zubau wird in nächster Zeit an Dynamik gewinnen, insbesondere durch das von der Bundesregierung aufgelegte Förderprogramm Elektromobilität Deutschland. Die Freisinger Stadtwerke haben die Förderung für drei weitere Ladesäulen beantragt.

-Welche Voraussetzung muss gegeben sein, um ein E-Auto in der hauseigenen Garage laden zu können?

Schutzkontaktsteckdosen sind nach DIN VDE 0620-1 für den Hausgebrauch und ähnliche Anwendungen ausgelegt und nur für begrenzte Zeiträume mit dem maximalen Bemessungsstrom von 16 A belastbar. Beim mehrstündigen Laden von Elektrofahrzeugen kann durch Alterungsprozesse der Kontakte, an Klemmstellen in der Zuleitung oder durch unsachgemäße Installation ein erhöhter Widerstand im Stromkreis entstehen. Daraus resultiert in Folge einer unzulässigen Erwärmung eine erhöhte Brandgefahr. Die Elektroinstallation eines Hauses wird für die Verbraucher zum Zeitpunkt des Baus ausgelegt. Aus diesem Grund sind vorhandene Installationen unter Umständen für häufiges Laden mit hohen Leistungen über längere Zeiträume nicht geeignet. Daher wird empfohlen, vorhandene Installationen vor dem Anschluss von Elektrofahrzeugen von einer eingetragenen Elektrofachkraft hinsichtlich der DIN VDE 0100-722 überprüfen und sie gegebenenfalls dementsprechend ertüchtigen zu lassen. Zudem besteht die Möglichkeit, auch zu Hause eine Ladebox mit dem standardisierten Typ-2-Stecker zu installieren. Mit diesem kann entsprechend der zur Verfügung stehenden Leistung auch schneller geladen werden.

-Gibt es Sonderkonditionen oder staatliche Zuschüsse für Menschen, die sich zuhause eine Ladestation errichten wollen?

Prinzipiell können auch Privatpersonen eine Förderung beantragen, nur muss es sich dann um eine öffentlich zugängliche Lademöglichkeit entsprechend den Ladesäulen der Stadtwerke handeln, die auch noch weitere Förderkriterien erfüllen muss. In der Regel sind dann nicht geförderte Lademöglichkeiten in der eigenen Garage um ein Vielfaches günstiger.

-Muss es Ihrer Ansicht nach Änderungen im Gesetz geben, beispielsweise wenn Immobilien in den Händen von Wohnungseigentümergemeinschaften liegen? Bislang ist man ja auf das Wohlwollen der Miteigentümer angewiesen.

Das würde der Elektromobilität insgesamt natürlich helfen. Doch bewegen wir uns dabei eben im Bereich des Eigentums, welches auch eine besonderen Schutz erfährt, demnach bleibt das ein spannendes Thema. In Neubauten werden Stellplätze zwischenzeitlich immer öfter mit Steckdosen ausgestattet.

-Wie viele Elektrotankstellen betreiben die Stadtwerke Freising aktuell?

Zwei Ladesäulen, mit je zwei Ladepunkten bei den Stadtwerken in der Wippenhauser Straße und am Landratsamt. Zudem gibt es in unseren drei Parkhäusern die Möglichkeit, Strom zu tanken und, wie gesagt, drei weitere Ladesäulen sind geplant und es wurde dafür auch eine Förderung durch das Förderprogramm Elektromobilität Deutschland beantragt.

-Wie können die Stadtwerke Freising den Bürgern helfen, um die Energiewende in der eigenen Garage einfacher zu gestalten?

Installationen in Gebäuden werden von Elektroinstallationsbetrieben durchgeführt, diese oder die Eigentümer erhalten von unserem Netzbetrieb die notwendigen Informationen, welche Leistung an Strom jeweils zur Verfügung steht. Gerne vermitteln wir auch den Kontakt zu unserem Ladesäulenhersteller, welcher auch Ladeboxen für Privathaushalte vertreibt. Wir beantworten auch regelmäßig Fragen von Kunden. Zudem wird es bei Bedarf auch weitere Informationsveranstaltungen zum Thema Elektromobilität geben.

-Was ist die meistgestellte Frage von künftigen E-Autofahrern in Bezug auf die Stromversorgung?

Wo kann ich mein Fahrzeug aufladen? Wo befinden sich weitere Möglichkeiten sollte die erste belegt sein? Und natürlich die Frage nach der tatsächlichen Reichweite des eigenen Fahrzeugs.

Interview: Andrea Beschorner

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