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Anna Maria Rauch-Betzenbichler beklagt die Informationspolitik der Stadt.

Eltern machen mobil gegen Funkmast

Moosburg - Die drohende Inbetriebnahme des Telekom-Funkmasts in der Nähe eines Moosburger Kindergartens sorgt weiter für Aufregung: Von Seiten der Eltern wurden Vorwürfe gegen die Stadt laut. Die versucht unterdessen, mit der Telekom zu verhandeln.

Jetzt machen die Eltern selbst mobil: Am Moosburger Kastulus-Kindergarten, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft in wenigen Tagen der Betrieb eines Mobilfunksendemast starten sollte (wir haben berichtet), werden Unterschriften gesammelt - gegen den Betrieb der UMTS-Anlage.

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Kritische Stimmen bei der Bürgerversammlung

„Es ist nicht so, dass keine Hysterie ausgebrochen ist: Viele Eltern machen sich sehr wohl ernste Gedanken darüber“, meldete sich Anna Maria Rauch-Betzenbichler bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend zu Wort. Die Mutter eines Kindergartenkindes appellierte direkt an Bürgermeisterin Anita Meinelt: „Ich erwarte mehr Engagement von der Stadt, und das auch nicht erst um fünf vor zwölf.“

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Wie es denn sein könne, dass der Kindergarten erst zwei Monate nach den ersten Informationen unterrichtet worden sei, wollte die 49-Jährige auch von Bauamtsleiter Reinhard Dick wissen. „Wir wurden genauso überrumpelt wie Sie“, rechtfertigte sich der und erklärte: „Ich hatte Anlass dazu, anzunehmen, dass die Einrichtung bereits informiert war.“ Daher hätte es auch keine Gespräche mit der Leitung des Kastulus-Kindergartens gegeben.

Bereits im November waren die Telekom-Pläne bekannt

Schützenhilfe bekam der Bauamtsleiter von der Bürgermeisterin: „Herrn Dick trifft keine Schuld. Die erste Information im November stammte ja von einem Bürger und nicht von der Telekom. Und wir können nicht bei jeder Vermutung einer Privatperson nachhaken, ob an der Geschichte etwas dran ist.“ Dieser Aussage jedoch widerspricht Reinhard Dick selbst. Er hatte nach eigenen Angaben bereits im November per E-Mail von der Telekom erfahren, dass entsprechende Pläne existieren.

Weshalb diese Auskunft erst nach zwei Monaten auf Meinelts Tisch landete, dazu schwieg Dick - auch auf erneute FT-Nachfrage. Die Bürgermeisterin berichtet, sie habe erst Mitte Januar von der Sache erfahren, einen Tag, nachdem im Stadtrat Klaus Raith entsprechende Gerüchte angesprochen hatte.

Anita Meinelt hat schon einen Alternativ-Standort im Kopf

„70 Prozent der Eltern sind gegen die Anlage, der Rest braucht mehr Informationen, um die Gefahren einzuschätzen“, sagte Karin Howard, Elternbeirätin am Kindergarten. Zusammen mit Rauch-Betzenbichler und weiteren Kindergartenvertretern hatte sie gestern einen Termin bei Meinelt und Dick.

„Die Telekom hat einem Gespräch am 30. Januar zugestimmt, bis dahin soll kein Betrieb stattfinden“, sagte Meinelt. An diesem Tag wolle man dem Konzern Alternativstandorte vorschlagen. Denkbar sei etwa das Lagerhaus der BayWa (ehemals Braun). Doch hier habe es noch keine Gespräche mit dem Eigentümer gegeben.

von Armin Forster

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