Robin Stein

„Damit haben wir nicht gerechnet“

Blaues Bier aus Freising: Interview mit dem „Höhle der Löwen“-Kandidaten

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Freising - Robin Stein (29) ist einer von fünf Burschen aus Freising, die aus einer Idee ein Geschäft gemacht haben – sie haben blaues Bier erfunden. Das „Babo Blue“, eine Mischung aus Bier und Beerenlimo, haben sie auch in der „Höhle der Löwen“ vorgestellt.

Ganz ehrlich: Ein blaues Bier – braucht es das?

Ja! Vor allem die Jüngeren sind sehr offen für Neues, zum Beispiel Craft Beer. Wir hatten das Babo Blue für den Innovationswettbewerb der TU München in Weihenstephan entworfen. Wir haben gemerkt, dass ein blauer Biermix gar nicht einfach zu machen ist. Wenn man nämlich gelbes Bier mit blauer Limo mischt, wird es grün. Aber nach einem Jahr Entwicklungszeit haben wir es geschafft.

Sie haben das blaue Bier 2015 in der „Höhle der Löwen“ präsentiert. Ist das alles Show?

Da ist wenig Show dabei. Am Drehtag in Köln sieht man die Löwen vorher nicht, und sie wissen nichts von der Idee, die der Gründer präsentiert. Es wird auch nichts wiederholt, wenn man sich bei der Präsentation verhaspelt.

Jochen Schweizer und eine Investorin aus der Show haben Ihnen einen Deal angeboten...

Ja. 100 000 Euro für 25,1 Prozent Firmenanteile – allerdings unter ein paar Bedingungen. Am Ende kam der Deal jedoch nicht zustande.

Warum das denn?

Nach der Show ging es bei uns rund: Zig Händler wollten unser Bier bestellen. Aber wir haben zu dem Zeitpunkt alle noch studiert, wollten unseren Abschluss nicht riskieren – und mussten aus technischen Gründen die Brauerei wechseln. Deshalb entschieden wir uns, die Produktion über den Winter 2015/16 ruhen zu lassen.

Wie fand Schweizer das?

Niemand findet einen Produktionsstopp gut. Aber er hat es verstanden und uns trotzdem ein Jahr lang im Bereich PR und Marketing unterstützt. Wir waren öfter auch bei ihm im Büro.

Ihr schmeißt den Laden jetzt alleine. Könnt Ihr davon leben?

Wir sind nicht mehr zu fünft, sondern nur noch zu dritt. Momentan arbeite nur ich Vollzeit als Geschäftsführer, die anderen arbeiten in jeder freien Minute mit, studieren fertig und steigen step by step Vollzeit ein. Gerade in Bayern sind wir gut vertreten, in Nürnberg und München gibt es uns in vielen Supermärkten. In Baden-Württemberg und dem Osten der Republik starten wir gerade. Wir haben nicht mit diesem Erfolg gerechnet.

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