Islandpferde für Kinder

Erlebnisbauernhof: Wenn Pferde zu flauschigen Teddybären werden

Gammelsdorf - „Die Pferde geben einem so viel zurück“, sagt Christina Franz vom Buchenthal-Hof. Heuer hat sie sich zur Erlebnisbäuerin ausbilden lassen. Sie will den Kindern die Schönheit der Natur und der Islandpferde näherbringen.

Liebenswert und gutmütig – so ist das Islandpferd. Da macht es den meisten „Isis“ auch nichts aus, wenn eine Handvoll Erstklässler sie eine Stunde lang putzt und streichelt. Im Gegenteil: „Sie genießen es richtig“, sagt Christina Franz (29). Denn das Islandpferd ist ein richtiges Familientier, ausgeglichen und deshalb geeignet für Jung und Alt. Klar menschelt es im Stall auch ein wenig. Die 29-Jährige weiß genau, welches ihrer 25 Lieblinge besonders sanftmütig ist, wer schnell eifersüchtig wird, und wer der Chef in der Herde ist.

Das haben die Gammelsdorfer Erstklässler, die den Islandpferdehof in diesem Jahr besucht haben, auch schnell herausgefunden: Aufmerksam haben die Kinder beobachtet, wer da zuerst zum Heu trottet. Im Frühjahr sollen wieder Kinder zu ihrem Pferdehof Buchenthal in der Nähe von Gammelsdorf kommen. Deshalb hat sich die 29-Jährige heuer zur Erlebnisbäuerin ausbilden lassen. Das heißt, sie kann ihren Hof als „Lern- und Erlebniswelt“ ab sofort für Kindergärten, Schulklassen und Freizeitgruppen öffnen. Dafür wurde die passionierte Reiterin von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner kürzlich sogar ausgezeichnet: Sie und 26 neue „Erlebnisbauern“ bekamen feierlich eine Qualifizierungsurkunde überreicht.

Wenn dann Kinder zu Christina Franz auf den Hof kommen, wird sich alles um das Islandpferd drehen: Wo Island überhaupt liegt, was die Pferde gerne fressen, dass ihnen Wind und Wetter nichts ausmacht, in welchen Farben sie auf die Welt kommen. Und natürlich dürfen die Mädchen und Buben dann auch selbst mitanpacken: Die erste Gruppe hat den „Isis“ Futter gegeben, Wasser abgemessen, sie geputzt und ausgiebig gestreichelt. Den Kindern hat’s gefallen – und Christina Franz sowieso. „Die Pferde geben einem so viel zurück“, sagt sie. Das wolle sie auch anderen Menschen näherbringen. Das und wie schön es ist, in der Natur zu sein.

Christina Franz war es schon immer wichtig, so oft es geht, draußen zu sein. Dabei hat die 29-Jährige ursprünglich eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten gemacht – keine so gute Idee. Schnell merkte sie, dass es sie wieder zurück zur Natur zieht, zurück zu ihren Pferden, den „Isis“.

Heute ist sie hauptberuflich Reitlehrerin mit eigener Zucht. Alle ihre Pferde haben von der 29-Jährigen einen isländischen Namen bekommen: Da ist zum Beispiel die Fuchsstute Lif – das bedeutet „das Leben“ – oder die dunklere Sóldis, die nach dem Sonnenschein benannt ist, „weil sie so ein sonniges Gemüt hat“. Jetzt, in der kalten Jahreszeit, hat sich die Herde ein dickes Fell zugelegt: „Im Winter schauen sie aus wie Teddybären“, sagt Christina Franz. Kinder können schon darauf hinfiebern, dass das Fell wieder dünner wird. Dann können sie sich auf den Weg zum Erlebnisbauernhof machen.

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