Modeaffin und erfolgreich: Dreifachmutter, Kirchdorfer Gemeinderätin und Kolumnistin Susanne Ackstaller. glx

Erst klaute "Die Welt" von Susanne Ackstaller, jetzt hat die Kirchdorferin bei der Tageszeitung eine eigen Kolumne

Kirchdorf - Sie schreibt Geschäftsberichte für große Wirtschaftsunternehmen, ist verheiratet, Mutter von drei Kindern, sitzt im Kirchdorfer Gemeinderat und hat, wie sie sagt, wohl zu oft „Sex an the City" geschaut. Der Traum, der daraus entstanden ist, wird jetzt für Susanne Ackstaller Wirklichlichkeit. Durch einen Zufall.

„Ich habe ein großes Faible für Mode“, sagt Susanne Ackstaller und legt ihre riesige schwarze Puscheltasche auf dem Tisch ab. „Die? Die hab ich aus dem Internet. Meine Wintertasche“, verrät sie auf das modische Prachtstück angesprochen. Sogar einen Namen hat sie dafür: „Lämmchen“. Während sie sich beruflich mit der eher trockenen Materie von Geschäftsberichten von Wirtschaftsunternehmen beschäftigt, unterhält sie in ihrer Freizeit einen Modeblog: „Texterella“. Regelmäßig lebt sie hier ihre Leidenschaft aus, schreibt über Mode. So auch am 4. Februar 2011. „Sag niemals nie“ lautete die Überschrift damals, in der sich die modeaffine Kirchdorferin mit dem Phänomen des Muts zur Hässlichkeit, konkret mit den wenig schmeichelnden UGG-Winterboots auseinandersetzt. „Hässlich kann so schön sein . . .“, so ihr erster Satz.

Vor einigen Wochen: Susanne Ackstaller surft auf der Suche nach Anregungen im Internet, als sie auf eine Kolumne der „Welt“ stößt. Und nach kurzem Drüberlesen empört feststellen muss: „Das ist von mir!“ Ihrer Wut über den Gedankenklau macht sie sofort Luft, schreibt eine bitterböse Beschwerde und stellt diese - für alle Facebooknutzer sichtbar - auf ihre Seite. „Da fiel jemandem nix ein (das kenne ich!) und hat es sich dann ganz leicht gemacht (das wiederum kenne ich nicht!)“, schreibt sie sich den Frust von der Seele und endet mit dem Schlusssatz: „Bucht demnächst doch einfach das Original.“ Und das hat die „Welt“ nun auch getan. Nach einer Entschuldigung auf ihrer Homepage bot die Zeitung Susanne Ackstaller tatsächlich eine monatliche Kolumne an. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt sie. Aber dafür hat sie sich umso mehr darüber gefreut. Denn schon immer habe sie von einer eigenen Modekolumne - wie Carrie Bradshaw aus der Fernsehserie „Sex and the City“ geträumt. Dieser Traum geht nun in Erfüllung.

Und Susanne Ackstaller war richtig nervös vor dem ersten Abgabetermin. Ihre Premiere als Welt-Kolumnistin. Kritk habe sie sich gefallen lassen müssen, weil sie das Angebot angenommen hat. Etwa, dass sie käuflich sei. „Auf die Idee, es nicht anzunehmen, bin ich gar nicht gekommen - wieso auch?“ Zwar wäre ihr natürlich lieber gewesen, die „Welt“ wäre ohne davor von ihr abzuschreiben auf sie zugekommen. „Aber ich finde meine Kolumne selbst originell - wieso soll ich das Angebot ausschlagen?“

Nervös ist sie jetzt vor allem wegen dieser Vorgeschichte. „Es schauen viele Augen auf mich, wollen wissen, ob ich’s wirklich kann oder einfach nur von einem Shitstorm profitiert habe.“ Doch Susanne Ackstaller will es sich und ihren Kritikern beweisen.

Nachzulesen: ist die Kolumne von Susanne Ackstaller im Internet unter http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_lifestyle/article112008654/Wer-schoen-sein-will-muss-frieren.html. Außerdem wurde ihr Internetblog „Texterella“ in einem Publikumsvoting zum „Besten Modeblog 2012“ gekürt, nachzulesen unter http://www.wuv.de/digital/antje_schrupp_ist_bloggerin_des_jahres.

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