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Der idyllische Kranzberger See steht im Mittelpunkt der großen Jubiläumsfeier, die von 5. bis 7. Juli stattfindet.

Er war das erste aller Naherholungsgebiete in der Region

Kranzberger See: 3 Tage wird 50. Geburtstag gefeiert!

Mit einem erfrischenden Programm für alle Generationen feiert die Gemeinde Kranzberg von 5. bis 7. Juli, großes Jubiläum. 50 Jahre ist es her, dass der ursprüngliche Tümpel zu einem Naherholungsgebiet ausgebaut wurde. Ob Kabarett oder Lichtshow: Für alle Generationen ist etwas geboten.

Mehr als ein Jahr lang hat Kranzbergs zweiter Bürgermeister Anton Hierhager geplant und gefeilt und hatte dabei festen Koordinaten. "Ziel war es, ein Fest für Familien zu organisieren und dabei den See in den Mittelpunkt zu stellen", berichtet der 62-Jährige. Inzwischen ist Land in Sicht. Von Freitag, 5., bis Sonntag, 7. Juli, steigt das Jubiläumsfest.

Mit an Bord hat Hierhager Kaberettist Wolfgang Krebs und den Lichtkünstler Daniel Oberstetter (PES Veranstaltungstechnik), Blaskapellen und Rockmusiker sowie Vereine und Organisatoren aus allen Kranzberger Ortsteilen. Die präsentieren sich am Jubiläumssamstag auf der "Kranzberg Meile" in weiß-blauen Pavillons und haben sich auch etliche Spiele und Aktionen ausgedacht. Im Festzelt sorgt der örtliche Caterer Thermer für Speis und Trank. "Alles ist gerichtet", sagt Hierhager. "Jetzt müssen wir nur noch beten, dass wir gutes Wetter bekommen."

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Das war der Eröffnungsfeier des Sees vor 50 Jahren nicht vergönnt. "Es war wirklich ein übler Tag", erinnert sich Hierhager, der damals als zwölfjähriger Schüler mit von der Partie war. "Es hat geschüttet wie aus Kübeln." Seine Klassenkameraden und er seien an jenem 8. Juli 1969 dazu "verdonnert" worden, Gedichte aufzusagen. "Die Honoratioren standen geschützt unter Regenschirmen am Ufer, und wir haben im strömenden Regen rezitiert und gesungen", erzählt er und lacht. "Am Ende waren wir alle tropfnass."

Trotz allem war es für den jungen Anton Hierhager ein Tag der Freude. "Es war einfach toll für uns, dass wir plötzlich einen so tollen Badesee vor der Haustür hatten, sagt er. "Einen See, den nicht nur wir Kranzberger genutzt haben, sondern der Tausende von Leuten aus München und den umliegenden Landkreisen angezogen hat."

Einst sollen in dem See Krokodile gehaust haben

Bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg war der heute so idyllische Kranzberger See nicht mehr als ein Tümpel – "ein kleines Altwasser-Becken", wie Hierhager sagt. Das änderte sich, als zwischen 1935 und 1938 die Autobahn von München nach Nürnberger und Berlin errichtet wurde.

Für den Bauabschnitt, der auch am Weiher vorbeiführte, war ein gebürtiger Kranzberger als leitender Ingenieur verantwortlich: Herman Haslbeck. Der hatte die Idee, den Tümpel auszubaggern, um Kies für den Autobahn-Bau zu gewinnen. "So ist der See in der Größe entstanden, wie wir ihn heute kennen", berichtet Hierhager. "Allerdings ist er dann über die Jahrzehnte zugewachsen, weil man damals ein Wasserloch noch nicht als Erholungsfläche erkannt hat."

Als Born der Abkühlung diente der See dennoch. Gemeindearchivar Alfons Berger hat dazu in der Gemeindechronik einige Hinweise gefunden. "Da ist immer wieder da von intensiven Badevergnügungen die Rede", berichtet er. So schreibt etwa der Schüler Johann Huber über eine Hitzewelle im Jahr 1957: "Der Badebetrieb geht des Öfteren bis 23 Uhr. Selbst ältere Leute suchen Erfrischung." Ein anderes Dokument legt nahe, dass der See Anfang der 60er Jahre auch für den Sport- und Schwimmunterricht genutzt wurde, erzählt Berger. "Da muss es lustig zugegangen sein."

Wobei: Für Jugendliche war ein Bad im See auch immer eine Mutprobe. "Damals, als der See noch wild war, sahen die Uferbereiche noch aus wie die Mangroven-Sümpfe", erinnert sich Hierhager. "Da mussten wir Kinder erstmal 20 Meter weit durch Weidengestrüpp waten, bis wir auf den freien See rausgekommen sind. Uns Kindern wurde erzählt, dass da im Schilf Schlangen und Krokodile hausen. Entsprechend hatten wir eine Heidenangst, als wir ins Wasser rein sind."

Großes Jubiläum am Kranzberger See: Impressionen

Der Kranzberger See war vor allem für Münchner gedacht

Das änderte sich Ende der 60er Jahre. Die Olympischen Spiele in München warfen ihre Schatten voraus – bis nach Kranzberg. Denn nachdem die Landeshauptstadt 1966 den Zuschlag für das sechs Jahre später stattfindende Sportfest erhalten hatte, wurde der Erholungsflächenverein gegründet mit dem Ziel, im Umfeld um München Erholungsräume zu schaffen, berichtet Hierhager. "Der Kranzberger See war der allererste, der in diesem Zuge erschlossen wurde."

Für rund 340.000 D-Mark wurde das gesamte Gestrüpp entfernt und ein schöner Strand angelegt. "Gedacht war das vor allem für die Städter", betont Berger. Entsprechend groß war die Besucherwelle nach der Eröffnung des neu gestalteten Sees. Um die 10.000 Badegäste kamen pro Wochenende –aus München, aber auch aus den umliegenden Landkreisen.

Autos parkten von der Autobahn bis ins Ortszentrum

"Die Parkplatz-Situation war eine Katastrophe", erinnert sich Berger, und Hierhager fügt hinzu: "Die Besucher haben buchstäblich von der Autobahn bis zum Metzgerwirt im Dorfzentrum geparkt. Morgens um 10 Uhr stand da schon die Karawane. Es war Wahnsinn."

Profitiert haben aber auch die Kranzberger von ihrem neuen Kleinod. Vor allem auf Familien mit kleinen Kindern hatte der See eine große Anziehungskraft, weil es sehr flach ins Wasser geht. Für Jugendlichen war der Steg am Südende des Sees immer sehr populär, erzählt Hierhager. "Das war eine der wenigen Stellen, wo man in den See springen konnte, ohne sich das Genick zu brechen."

Ein großer Spaß war ab Mitte der 70er Jahre auch immer die Wahl zur Miss Kranzberger See. Aus der Taufe gehoben hatte diesen Titel Manfred Lipiec, damaliger Vorsitzender der Wasserwacht, die im Zuge der Neugestaltung des Sees gegründet worden war. "Man darf sich die Wahl nicht so vorstellen, dass da 30 oder 40 Damen am See flaniert sind und eine Siegerin gewählt wurde", berichtet Hierhager schmunzelnd. "Das ging so, dass der Manfred irgendwann aus seiner Wachbude rauskam und gesagt hat: So, jetzt machen wir Miss Kranzberger See. Dann hat er geschaut, wen er kennt, auf drei Frauen gezeigt und gesagt: Du, du und du, ihr seid erste, zweite und dritte Miss Kranzberger See." Die bekamen dann neben der Schärpe und einer Flasche Sekt auch eine Freifahrt auf dem Wasserwacht-Boot. "Mit dem sind sie unter dem Applaus der Anwesenden einmal um den See gefahren."

Für das Jubiläum wurde der See herausgeputzt

Für das große Jubiläum wurde das Areal in den vergangenen Jahren frisch herausgeputzt. Die Liegeflächen wurden neu hergerichtet, ein großer Kinderspielplatz mit spektakulärem Spiele-Schiff realisiert, Beachvolleyball-Plätze errichtet. Dort findet am Jubiläumssamstag ab 10 Uhr ein Turnier statt. Zehn Teams kämpfen nicht nur um die Ehre, sondern auch um einen attraktiven Sachpreis. Erst kürzlich hat die Gemeinde die Plätze nochmals mit speziellem Volleyball-Sand ausgestattet – nachdem sich die Athleten zuvor etliche Schrammen zugezogen hatten. "Blutige Knie sollte es beim Turner nicht geben", verspricht Hierhager und schmunzelt. "Wenn, dann nur wegen übertriebenem Einsatz."

Das Festprogramm:

Freitag, 5. Juli:

  • 10 Uhr: Empfang der Ehrengäste, darunter Alt-Landrat Ludwig Schrittenloher
  • 11 Uhr: Festakt mit der Blaskapelle Petershausen, Gemeinsames Mittagessen
  • ab 18 Uhr: Bewirtung im Festzelt, musikalische Unterhaltung durch die Ampertaler Kirtamusi
  • 20 Uhr: Kabarett „Habe die Ehre“ von Wolfgang Krebs

Samstag, 6. Juli:

  • 10 Uhr: Beginn des Beachvolleyball-Turniers
  • 11.30 Uhr: Programm für alle Generationen im Bierzelt mit Seniorenempfang und großem Familiennachmittag. Mit dabei: die Musikschule Ampertal, das Jugendblasorchester und der Sängerhort Kranzberg
  • 13 Uhr: Eröffnung der "Kranzberg Meile", Vereine und Organisationen aus dem gesamten Gemeindegebiet präsentieren sich in weiß-blauen Pavillons und bieten ein buntes, kinderfreundliches Programm
  • 20 Uhr: große Seeparty mit Showband High Fly (Eintritt frei)
  • 23.30 Uhr: Lightshow „Der See brennt“; im Anschluss After-Show-Party mit DJ in der Concetta im Seehaus

Folgende Preise warten auf die Sieger:

  1. Preis: 100 Euro, gestiftet von Bürgermeister Hermann Hammerl
  2. Preis: 75 Euro, gestiftet von 2. Bürgermeister Anton Hierhager
  3. Preis: vier Gutscheine á 15 Euro, gestiftet vom Festwirt, Klaus Thermer; einzulösen im Stadtcafeé Lindenkeller in Freising. Es warten noch weitere Sachpreise.

Sonntag, 7. Juli:

  • 9.30 Uhr: Aufstellung zum Festzug
  • 10 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst im Festzelt mit Weihe des neuen Fahrzeugs der Wasserwacht Kranzberg
  • im Anschluss: gemeinsames Mittagessen, es spielt die Blaskapelle Petershausen
  • ab 15 Uhr: Ausklang

An allen drei Tagen kann im See gebadet werden. Auf die Kinder wartet der neue Spielplatz am Ufer mit Riesen-Spielschiff.

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