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Über die Perspektiven als Erzieher diskutierte (v. l.) FT-Redakteur Anton Hirschfeld mit Studienrat Simon Hell, Studentin Hannah Max, Fachoberlehrerin Katharina Kreutzkam und Berufsschuldirektor Matthias Fischer.

Viele Fortbildungsmöglichkeiten 

Erzieher sein hat wieder Zukunft

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Wenig Geld, kaum Möglichkeiten: Das Bild des Erziehers in der Öffentlichkeit ist nicht das Beste. Doch vieles hat sich geändert – und mit einem Abschluss an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Freising, die in der Berufsschule ihre Heimat hat, stehen den Absolventen alle Türen offen.

Freising „Es herrscht ein Erziehernotstand“, sagt Berufsschulleiter Matthias Fischer. Kein Wunder: Besonders attraktiv scheint der Beruf des Erziehers auf den ersten Blick nicht zu sein. Ein gigantisches Aufgabenfeld und große Verantwortung auf der einen Seite, schlechte Bezahlung und wenig Fortbildungsmöglichkeiten auf der anderen.

Die Negativaspekte verweist Studienrat Simon Hell von der Fachakademie allerdings ins Reich der Fabeln: „Da hat sich in der Vergangenheit viel geändert.“ Denn: So negativ, wie das Bild oft gemalt werde, sei es nicht. Steigt man im Öffentlichen Dienst ein, gibt es immerhin 2700 Euro brutto – in leitender Funktion kann man sogar bis zu 5200 Euro verdienen. Und: „Die Arbeit wird mehr wertgeschätzt als noch vor einigen Jahren“, sagt Hell. Der Bildungsauftrag, den man als Erzieher habe, rücke mehr in das Bewusstsein. Natürlich seien mit dem Berufsfeld viele Aufgaben und ein großes Maß an Verantwortung verbunden – aber: „Dass man nichts verdient, stimmt einfach nicht mehr.“

Eine, die diesen Weg eingeschlagen hat, ist Hannah Max (22). Sie ist Erzieherin – und studiert nun Bildung und Erziehung im Kindesalter in München. Ihr Werdegang: Im Alter von 15 Jahren hat sie ihren Quali an der Hauptschule gemacht. „Ich hatte damals keine Ahnung, was ich machen will, wer ich bin und wohin mein Weg führt.“ Nur eines war klar: Sie wollte mit Menschen arbeiten. Nach dem Quali absolvierte sie die Berufsschule für Kinderpflege und ging anschließend auf die Fachakademie. Jetzt möchte sie nichts anderes mehr machen: „Es gibt so viele Möglichkeiten.“ Was viele nicht wissen, aber für Hannah Max Gold wert war: An der Fachakademie kann man auch die Fachhochschulreife erlangen. Das heißt: Nach der Ausbildung zum Erzieher muss der Weg noch nicht zu Ende sein. Wer studieren will, kann sich also nicht nur am Gymnasium oder an der FOS/BOS die nötigen Voraussetzungen holen.

Fachoberlehrerin Katharina Kreutzkam kann das nur bestätigen: „Es bieten sich wahnsinnige Perspektiven.“ Denn: Nicht nur würden in Zukunft immer mehr Erzieher gesucht – Stichwort Krippenausbau. Auch im schulischen Bereich ergäben sich laut Kreutzkam immer mehr Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte eine Klasse irgendwann zu zweit betreut werden – von einem Erzieher und einer Lehrkraft.

Momentan sei man an der Fachakademie zudem damit beschäftigt, ein weiteres Angebot aufzubauen: Auslandsreisen. Denn: „Es schadet nie, über den Tellerrand zu blicken – und die Unterschiede in der Ausbildung kennenzulernen“, sagt Simon Hell. Schon heuer waren fünf Studierende an der Akademie in London – und haben sich dort fortgebildet. „Das wollen wir fortführen und ausbauen“, erklärt Hell. „Denn das Interesse ist da.“

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