Noch bevor die Bauarbeiten für das neue Feuerwehrhaus Wippenhausen begonnen haben, gibt es große Diskussionen. Die Schützen finden, die monatliche Miete in Höhe von 700 Euro sei überzogen. Foto: Lehmann

700 Euro Miete ist zu viel

Wippenhausen - 700 Euro Miete ist dem Wippenhausener Schützenverein zu viel.

Das Unterkommen des Wippenhausener Schützenvereins im neu zu errichtenden Feuerwehrhaus ist keineswegs sicher. Der Gemeinderat Kirchdorf hat nämlich beschlossen, von dem Verein 700 Euro Miete auf 25 Jahre zu verlangen. Zahlen will oder kann der Verein gerade mal 120 Euro im Monat. Die Sportschützen von Wippenhausen tragen den sinnigen Namen „Schützenlust“, die Lust ist den Vereinsmitgliedern und dem Schützenmeister Franz Wildgruber aber inzwischen vergangen. Die 700 Euro Miete im neuen Vereinsdomizil errechnete die Gemeinde aufgrund der neuesten Kostenschätzung für das Feuerwehrhaus und den Anteil der Schützen daraus. Das Architekturbüro Wacker, das die neueste Kostenschätzung im Januar dem Gemeinderat präsentiert hatte, rechnete vor, dass von den Lustschützen mindestens 550 Euro pro Monat verlangt werden müssten. Eine später vom Gemeinderat noch genauere Berechnung ergab dann besagte 700 Euro Miete, wie Bürgermeister Uwe Gerlsbeck dem Verein mitteilte.

Die Schützen hatten daraufhin eine Mitgliederversammlung einberufen und daraus ergeben sich Fragen, die der Verein an den Gemeindechef formulierte. Uwe Gerlsbeck begriff diesen Fragenkatalog als einen Frontalangriff auf sich selber und war im Gemeinderat entsprechend gelaunt. „Dieses Schreiben verwundert mich doch schon sehr.“ Von den 700 Euro Monatsmiete könnten die Schützen durchaus herunterkommen, wenn die entsprechende Eigenleistung beim Bau des FFW-Hauses gegengerechnet wird. Allerdings bezweifelte Gerlsbeck, dass so viel Eigenleitung erbracht werden kann, dass sich die Miete auf die von den Schützen gewünschten 120 Euro reduzieren lasse.

In der Diskussion im Rund des Gemeinderats spielte Helmut Wildgruber den Part der Schützen. Er bezweifelte, dass die Wippenhauser Schützen mit den anderen Kirchdorfer Vereinen gleich behandelt werden. Dem widersprach Martin Endres deutlich. Zweiter Bürgermeister Alois Portz kritisierte die Erwartungshaltung der Wippenhauser Schützen. Er wehrte sich gegen den Vorwurf, mit dem Vorgehen der Gemeinde werde die Dorfgemeinschaft zerstört. Im Gegenteil. Die Gemeinde trage allein 190 000 Euro beim Neubau des FFW-Hauses für eben diese Dorfgemeinschaft. Anton Pittner nannte allein die Kosten von einer halben Million Euro für das Feuerwehrhaus „einen Wahnsinn“ und Susanne Ackstaller fand die 700 Euro Miete gegenüber den anderen Ortsvereinen geradezu „fair“.

Und Claudia Reinmoser aus Geierlambach hatte gar Bauchweh bei den 190 000 Euro, die die Gemeinde allein für die Wippenhauser Dorfgemeinschaft aufbringt. Bei der namentlichen Abstimmung blieb Helmut Wildgruber der einzige, der für seinen Antrag von 120 Euro stimmte. Alois Portz, Elisabeth Hörand, Georg Wendl und Anton Pittner stimmten gar gegen die 700 Euro Miete - ihnen erschien die „Subvention“ für die Schützen immer noch zu deutlich. Nach diesem Gemeinderatsvotum ist nun der SV Schützenlust Wippenhausen am Zug abzuwägen, ob mit Eigenleistung und späteren anderen Aktivitäten der Mietzins soweit gedrückt werden kann, dass sich der Verein das Unterkommen im Feuerwehrhaus leisten kann.

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