VdK Neufahrn

Ex-Vorstand mit Kasse und Akten abgetaucht

Neufahrn - Es war kaum zu glauben, was die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung des VdK-Ortsverbands Neufahrn zu hören bekamen: Der Vorsitzende zieht um, nimmt alle Unterlagen mit – und ist unerreichbar. Beinahe wäre der Ortsverband daran zerbrochen. Doch eine neue Führungsriege bringt Hoffnung.

Alles begann mit dem überraschenden Rücktritt der ersten Vorsitzenden Monika Thalbauer im Frühjahr vergangenen Jahres. An ihre Stelle rückte ihr Stellvertreter Richard Bruhns. Der übernahm dann auch noch alle Unterlagen des Kassiers, der sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen musste, wie es VdK-Kreisvorsitzender Erwin Nowak am Dienstag in der Neufahrner VdK-Hauptversammlung erläuterte.

Dann geschah Überraschendes: Bruhns trat plötzlich zurück, zog aus Neufahrn in Richtung Bayerischer Wald, brach alle Kontakte ab und nahm alle Bank-Unterlagen sowie die Barkasse mit, wie Nowak weiter berichtete. Über Beträge machte der Kreis-Chef keine Angaben: „Viel kann es aber nicht gewesen sein.“ Aber ohne die Bankunterlagen war der Ortsverband (OV) erstmal finanziell handlungsunfähig. Eine Erklärung für Bruhns Verhalten haben weder Heidi Ritzer noch Nowak. Nachdem eine Recherche des Landesverbands (LV) über den Verbleib Bruhns erfolglos blieb, machte ihn Nowak selbst ausfindig und schrieb ihn an. Doch Bruhns reagierte nicht auf die Aufforderung, Unterlagen und Kasse zurückzugeben. Dass der LV damit sein Engagement beendete und die Anweisung gab, keine weiteren Schritte zu unternehmen, kann Nowak noch immer nicht verstehen. Es ärgerte ihn sichtlich. Und auch die Neufahrner Mitglieder machten ihrer Empörung Luft auf der Versammlung. „Mir gefällt diese Entscheidung ganz und gar nicht, ich hätte mir auch ein härteres Eingreifen gewünscht“, sagte Nowak. Jetzt werde eben wieder bei Null angefangen, was Barkasse und Dokumentation angeht.

Es war eine schwierige Zeit für den Neufahrner Vdk, das betonte Schriftführerin Heidi Ritzer. Sie hatte nach dem Vorfall den Vorsitz kommissarisch übernommen. Zusammen mit Verbandskollegen hat sie es geschafft, den Ortsverband am Leben zu halten – ohne Zugriff auf das Konto. Veranstaltungen stemmte man über Spenden, das Programm sollte weiterlaufen. Die Mitglieder, betonte Ritzer, haben zusammengehalten. Auf der Versammlung machte sie gute Stimmung für die Zukunft: „Wir sind durch dick und dünn gegangen, warum soll es nicht positiv weitergehen?“

Doch eine leichte Anspannung vor den Neuwahlen konnten sowohl Ritzer als auch Nowak nicht verbergen. Zwar war die Wahl gut vorbereitet, das betonte auch Zweiter Bürgermeister Hans Mayer. „Aber wissen kann man es nie“, sagte Nowak. Und tatsächlich gab es dann eine sehr emotionale, aber doch kurze Diskussion um die Entlastung des Vorstands. Man könne nicht entlasten, ohne Zahlen und Unterlagen zur Kasse gesehen zu haben, sagten Kritiker. „Dann lassen wir die Entlastung gleich weg“, schimpfte einer. „Dann fange ich nicht an, dann machen sie das doch“, entgegnete Markus Tribanek aufgebracht, der sich um den Vorsitzendenposten bewarb (und später auch gewählt wurde). Nowak appellierte verzweifelt: „Was soll ich tun? Die Obersten wollen nichts unternehmen.“. Und Heidi Ritzer stellte klar: „Wenn Ihr uns nicht entlastet, dann geht es nicht mehr weiter mit dem Ortsverband.“ Das wollte keiner, weshalb man sich einigte, allen bis auf den abtrünnigen Ex-Vorsitzenden die Entlastung auszusprechen.

cb

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