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Information satt: Konrad Offenberger vom LfL (r.) war der Einladung von Sepp Lerchl (Agenda 21) gefolgt. 

Fachvortrag zur Düngeverordnung

„Glück gehabt“ mit Stickstoff im Wasser

Leonhardsbuch - In Allershausen hat man kein Problem mit Nitrat im Grundwasser. Das dürfte die Zuhörer am Montag in Leonhardsbuch beruhigt haben. Der Agenda 21-Arbeitskreis hatte einen Fachmann geladen.

Die Landkarte von Deutschland, die auf problematische Nitratwerte im Grundwasser hinweist, zeigt viele rote Flächen. Doch die sind vor allem im Norden der Republik zu finden. Das ist überraschend, weil es nämlich beweist, dass die Intensität der Tierhaltung nicht allein dafür ausschlaggebend ist, ob es Probleme mit Nitrat im Trinkwasser gibt. Das war eine wichtige Botschaft, die Konrad Offenberger vom Institut für Agrarökologie an der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bei seinem Vortrag in Leonhardsbuch mitgebracht hatte. Freilich: Hauptgrund für eine zu hohe Nitratbelastung sei schon die Düngung mit Gülle, Mist und Mineraldünger, aber auch Stickstoff-eintrag über die Luft und durch den Regen, Austritte aus der Kanalisation und andere Einträge dürften nicht vernachlässig werden, erläuterte Offenberger den rund 70 Zuhörern im Feuerwehrhaus.

Und noch etwas war durchaus überraschend: Je nach Mächtigkeit des Bodens benötige eingebrachtes Nitrat zwischen fünf und 100 Jahre, bis es ins Grundwasser gelange und über die Brunnen im Trinkwasser wieder nach oben gefördert werde. Das heißt: „Was wir jetzt einbringen, wird erst bei der nächsten oder übernächsten Generation wirksam.“

Der Mann vom LfL erläuterte auch, dass normalerweise 90 Prozent des Stickstoff-eintrags von den Pflanzen aufgenommen würden und nur zehn Prozent ins Grundwasser gelangten. Das, und da wurde es speziell für Allershausen wichtig, gelte aber nicht für alle Böden. Manche Böden seien so beschaffen, dass noch viel weniger Nitrat ins Grundwasser sickere. Und das sei vermutlich der Grund dafür, dass man in Allershausen kein Problem mit Nitrat im Grundwasser habe. „Glück gehabt“, könnte man also dazu sagen, dass hier weniger als 1 Milligramm pro Liter nachzuweisen sei. Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm. Neben zu viel Dünger führe, so Offenberger, auch der falsche Zeitpunkt der Düngung zu einer hohen Nitratbelastung: In den Herbstmonaten sollte folglich das Düngen auf jeden Fall vermieden werden.

Doch in Bälde dürften sich die Vorgaben eh alle verschärfen. Denn die derzeit gültige Düngeverordnung aus dem Jahr 2006, gegen die die EU im November 2016 Klage eingereicht hat, soll im März 2017 nach einem Bundesratsbeschluss durch eine neue Verordnung ersetzt werden. Obergrenzen, Sperrfristen, Lagerkapazitäten – kaum ein Bereich, in dem dann die Auflagen und Vorgaben nicht schärfer seien als jetzt.

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