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Krippenbauer Horst Bauer 

Der Wald bietet alles, was man braucht - eine Geschichte über einen Krippenbauer

Seit 40 Jahren sind Krippen die große Leidenschaft von Horst Bauer. Über 400 Krippen hat der heute 72-Jährige schon gebaut. „Bastlerisch unterwegs sein“ nennt er sein Hobby. In Fahrenzhausen steht die Krippenwerkstatt, die bis nach Essen und Tirol exportiert.

Fahrenzhausen – Kfz-Mechaniker habe er gelernt, sagt er. Handwerklich sei er also „nicht ganz unbegabt“. Das Basteln habe er mit Schiffsmodellen und Eisenbahn begonnen, vor vier Jahrzehnten sei er aber auf Krippen umgestiegen. Das erzählt Horst Bauer so, als wäre es das Normalste der Welt. Ist es aber nicht, wie spätestens ein Blick in eines der Zimmer seines Hauses in Fahrenzhausen zeigt: Dort nämlich steht eine rund acht Quadratmeter große Krippe, ein Wunderwerk der Handwerkskunst, ein Prachtstück des Krippenbaus, ein Beweis für Geduld und Liebe zum Detail, kurz: eine Krippe von Horst Bauer. Und davon gibt es inzwischen über 400, wie der Witwer erzählt.

Rund neun Monate hat er einmal an diesem monumentalen Werk gearbeitet, das im ehemaligen Esszimer steht und das mit Figuren aus dem Werdenfelser Land bestückt ist. Und das – ganz nebenbei – auch einen erheblichen finanziellen Wert darstellt: Ein Schaf kostet 70 Euro – und die Landschaft ist übersät mit solchen Lamperl –, die größeren Figuren gar zwischen 200 und 300 Euro. Ende März, so erzählt Hans Bauer, baut er jedes Jahr diese Krippe ab, reinigt sie, packt sie ordentlich ein, um sie dann Mitte November wieder hervorzuholen, so dass sie am 1. Advent errichtet ist. Und noch etwas: Die Heiligen Drei Könige wandern von Woche zu Woche näher an den Stall heran, werden von Horst Bauer immer wieder ein bisschen vorgerückt – bis sie am 6. Januar vor dem Jesuskindlein stehen.

Doch Bauer hat noch viel mehr zu bieten und noch viel viel mehr zu erzählen. An einer Wand hängt so ziemlich das Gegenteil der großen Krippe: eine Stockschwammerlkrippe, bei der die Figuren und die Landschaft nur mit der Pinzette angebracht werden konnten – Filigranarbeit also im wahrsten Sinn des Wortes.

Bauer hat sich, so erzählt er, auf keine besondere Art von Krippen spezialisiert. Ob bayerische und voralpenländische Krippe oder orientalische Krippe, ob Kastenkrippe (wie sie im Eck der Küche von Horst Bauer steht) oder auch Schneekrippen, wie sie derzeit besonders gefragt sind („Die sind derzeit der Renner“) – Bauer kann alles, Bauer macht alles und Bauer macht alles Spaß und Freude.

Jedes Krippe, so erzählt er, ist selbstverständlich ein Einzelstück. Und das ist denen, die bei Horst Bauer Krippen bestellen, ganz wichtig. Ein Fotoalbum mit vielen Krippen, die Bauer in den vergangenen Jahrzehnten gebaut hat, dient als eine Art Katalog, wenn sich jemand eine Krippe bauen lassen will.

Einen unverrückbaren Plan hat Horst Bauer nicht, wenn er beginnt: „Vieles entwickelt sich während der Arbeit oder ergibt sich anders“, schildert er den Entstehungsprozess. Und manchmal sitzt er auch eine Stunde vor der Krippe und sinniert, wie er ein Problem lösen und wie es weitergehen könnte. All diejenigen, die eine Bauer-Krippe zu Hause stehen haben, wissen das zu schätzen – und das ist nicht nur fast das gesamte Viertel, in dem er wohnt, und nicht nur die Familie. Bis nach Essen, Forchheim oder auch Gerlos hat es die Krippen des 72-jährigen Bastlers, der aus Oberfranken stammt, aber seit 1968 in Fahrenzhausen wohnt, schon verschlagen.

Doch Bauers Arbeit findet nicht nur in seiner Garage statt, wo er von der Pinzette bis zur Flex alles parat hat. Nein, Bauer ist für sein Hobby und seine „Kunden“ auch viel unterwegs. Mit seiner heuer verstorbenen Frau war er oft in Südtirol, um die passenden Figuren für seine Krippen zu kaufen. Ansonsten geht Bauer oft in den Wald, wo er mit dem Blick eines erfahrenen Bastlers fast alles findet, was er und was eine Krippe braucht – Gestrüpp, Bäume, Holz, Moos, und und und.

Ein bisschen, so hat man den Einruck, sitzt Bauer manchmal auch der Schalk im Nacken – zum Beispiel, wenn er auf eine Milchkanne deutet, die eher unscheinbar auf einem Hocker steht. Doch wer sich etwas bückt, der sieht, dass in die Seitenwand der Milchkanne eine Öffnung geschnitten wurde und darin eine kleine, herzallerliebste Krippenszene eingebaut wurde. Und solche Mini-Exemplare gibt es auch in Laternen, erzählt Bauer.

Der hat sich für sein eigenes Zuhause schon das nächste Projekt vorgenommen: Für die Wand an der Treppe soll es eine Schneekrippe werden.

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