Gelangten nicht zu einer Lösung: Georg Keckl (l.) und Romuald Schaber (2. v. l.). Sabine Daude und Dekan Gerhard Bellof hatten zur Diskussion geladen. Foto: Lehmann

Fairer Milchpreis - Unterschiedliche Meinungen

Freising - Es muss klare Regelungen am Milchmarkt geben, ist Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), der Meinung. Der Staat darf keine Milchpreise festlegen, argumentiert dagegen Georg Keckl vom Landesbetrieb für Statistik in Hannover.

Beide Experten diskutierten am Donnerstagabend an der Fakultät für Land- und Ernährungswirtschaft der Fachhochschule Weihenstephan zum Thema "Fairer Milchpreis". Das Interesse war so groß, dass alle Versammelten zu Beginn der Veranstaltung ersteinmal in einen größeren Hörsaal umziehen mussten.

Die Referenten Georg Keckl und Romuald Schaber steckten zu Beginn ihre Positionen klar voneinander ab. „Wir können den Milchpreis in Deutschland nicht isoliert vom restlichen Europa festlegen, sonst drängen billigere Produzenten auf den Markt“, warnte Keckl, der als Verfechter marktwirtschaftlicher Prinzipien auftrat. „Es muss grundsätzlich weniger Milch angeboten werden, damit der Preis wieder steigt.“ Außerdem argumentierte Keckl: „Der Staat setzt keine Löhne fest, er soll auch keine Milchpreise festlegen. “

Romuald Schaber dagegen kritisierte die Liberalisierung des Marktes. „Die Absenkung des Preises wird damit begründet, sich auf dem Weltmarkt orientieren zu können. Aber hier läuft die Agrarpolitik in die falsche Richtung. Ich glaube nicht an ein freies Spiel der Kräfte am Markt, wie es sonst in der Wirtschaft üblich ist.“

Auf die Frage, wie hoch ist denn nun ein ’fairer Milchpreis’ sei, antwortete Satistiker Keckl: „Das ist der, der sich am Markt bildet.Wenn der Preis zu niedrig ist, müssen sie weniger produzieren oder aufhören.“ Dem widersprach Schaber ganz entschieden. „Zu glauben, dass der Markt den richtigen Preis findet, ist eine Illusion“, sagt er. „Das sieht man ganz klar an der jetzigen Situation. Theorien, die in der Praxis nicht funktionieren brauchen wir nicht.“ Er plädierte für allgemeinverbindliche, europaweite Regelungen.

Und was ein ’Fairer Milchpreis’ tatsächlich sei, so Keckl weiter, „ist Ansichtssache.“ Zugleich warnte er vor starren Grundsätzen: „Die führen nur dazu, dass Michlbauern aufhören.“ Schaber antwortete: „Das stimmt nicht.“

Einen festen Betrag für einen „fairen Milchpreis“ war beiden Referenten nicht zu entlocken. Darauf gebe es keine einfache Antwort.

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