Einen wahren Veitstanz führte die „Dance-Company“ von Silvia Plankl auf. Für den Auftritt gab es viel Beifall. Foto: Fischer

Fangemeinde feiert die Stars der Szene

Hallbergmoos - „Blue Grass“, eine Spielart der Country-Musik, ist hierzulande noch ein Nischenprodukt. Die Fangemeinde ist klein, aber eingeschworen - und traf sich am Wochenende auf dem Hauslerhof.

Cowboy-Hüte, Indianer-Schmuck und Country-Klänge in rustikaler Reinkultur bestimmten die Atmosphäre beim „International Munich BlueGrass Festival“ auf dem Hauslerhof. Das Wetter spielte nicht mit, deshalb konzentrierte sich das bunte Treiben auf die zentrale Bühne in der großen Halle.

Dort kam bereits am Freitag Stimmung auf, wohl auch und gerade, weil die Anhängerschaft überschaubar und die „Insider“ quasi unter sich waren. Geduldig warteten die Fans auf den Auftritt der französischen „Blue Grass“-Formation „Tennessee Stud“. Die Band stimmte sich bereits in einem Nebenraum ein. Viel versprechende Steel-Guitar-Riffs und Banjo-Begleitung drangen nach außen.

Das Publikum hörte jedoch nur mit einem Ohr zu, denn auf der Bühne ließ gerade die „Clogg-Dance“-Gruppe von Silvia Plankl ihrer Leidenschaft freien Lauf. Die dem Steptanz nicht unähnliche Choreographie, die Ausgelassenheit, mit der die Tänzerinnen sich zu einer CD-Einspielung bewegten, vermittelte den Besuchern den Eindruck purer Lebenfreude. Plankl und ihre Mitstreiterinnen waren hinterher ganz schön außer Atem. Die Frontfrau erklärte, dass man die Anstrengung beim „Clogging“ erst immer hinterher merkt, dass sie beim Tanzen selbst überhaupt keine Anstrengung verspürt.

Es half aber alles nichts. Die „Blue Grass“-Anhänger hatten noch lange nicht genug von den Tanzeinlagen. Wenig später standen Plankl und ihre Truppe erneut auf der Bühne. Diesmal war eine Begleitband mit von der Partie. Sie trug den Namen „Indian Creek“ und machte den „Isar-Schepperern“, wie Plankl ihre Tanzgruppe nennt, ordentlich Beine.

Wie entspannt und unaufgeregt Veranstalter und Publikum mit ihrem Steckenpferd umgehen, sollte sich dann beim Konzert von „Tennessee Stud“ zeigen. Bis die Mikrofone eingestellt waren und die Anlage einwandfrei funktionierte, dauerte es eine ganze Weile. Es krachte, rauschte und fiepte zunächst gewaltig. Aus der Ruhe bringen ließen sich davon niemand. Auch die Musiker nicht. Sie gaben dem Mischer Zeit, fingen ungeachtet der Störgeräusche einfach zu spielen an.

Gut ein Dutzend Band traten beim „Bluegrass Festival“ an. Viele stammen aus der Region, allen war anzumerken, dass sie jede Menge Herzblut für diesen verwegenen Stilmix aus Country, Hillbilly, Gospel, Swing und indianischen Einflüssen aufbringen.

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