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Ein freundliches Gesicht machte die blaue Lokomotive des Faschingskomitees Petershausen beim Umzug in Fahrenzhausen. 

Faschingszug von Fahrenzhausen nach Kammerberg

Blaue Schlümpfe, grüne Tabalugas und ganz viel Fantasie

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Fahrenzhausen - Es war gestern der Höhepunkt im Ampertal: der große Faschingszug von Fahrenzhausen nach Kammerberg. Optisch und akustisch ließ der Gaudiwurm samt buntem Faschingstreiben an Stimmung nichts zu wünschen übrig.

Was war das für ein Tag, dieser Faschingsdienstag in Fahrenzhausen und Kammerberg: Ab 12 Uhr buntes Faschingstreiben vor dem Feuerwehrhaus in Fahrenzhausen, dann ab 13 Uhr ein langer, ein ganz langer Faschingszug nach Kammerberg, dort am Nachmittag ein lustiges Faschingstreiben mit dem Auftritt der Garden und schließlich ab 18 Uhr der Kehraus im Sportheim Kammerberg. Der Faschingsverein Kammerberg-Fahrenzhausen hatte zum Abschluss eines extrem kurzen Faschings noch einmal alles aufgeboten, was laufen, stehen, tanzen, singen und auf einem Faschingswagen fahren konnte. Am besten hatten es die Feuerwehrleute: Die trugen mit ihren Uniformen schon von Amts wegen so eine Art Verkleidung, mischten sich mit ihren gelben Warnwesten unter blaue Schlümpfe, braun gekleidete Robin Hoods und jede Menge grüne Tabaluga-Drachen. Vorne führten die Hausherren und Gastgeber, die „Heroes of Kammerberg“, den langen Zug an: das Prinzenpaar Julia I. und Hubert II., das Kinderprinzenpaar Katharina I. und Maximilian I. und die Garden – für sie alle war es der letzte Auftritt.

Gleich dahinter kam die süße, himmelblaue Tuffi-Tuffi-Lokomotive des Faschingskomitees aus Petershausen, Baujahr 2012. Die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass mit den Faschingswagen immer weniger lokale Themen kritisch oder lustig aufgegriffen werden, setzte sich auch in diesem Jahr 2016 fort. Der VW-Abgas-Skandal, den der Burschenverein Günzenhausen thematisiert hatte, oder auch der NFL-Football-Wagen der „Outback 69ers“, der den Super Bowl vom Sonntag zwischen den Carolina Panthers und den Denver Broncos zum Thema hatte, waren da noch am aktuellsten. Hoch im Kurs standen da eher ganz allgemeine Mottos: Römer á la Asterix unter dem lateinischen Spruch „Nunc est bibendum“ („Jetzt muss getrunken werden“) fuhren dem Fuchsbau aus Obermarbach voraus, dem Alcatraz der Maibaum-Burschen aus Fahrenzhausen folgte ein rollender Saloon mit vielen Cowboys. Gleich eine ganze Horde von Robin Hoods kam aus Biberbach und verfolgte – mit einigen Wagen Abstand – die wuiden „Wuidara“.

So bunt und fantasievoll die Kostüme waren und so aufwändig die Anhänger und Trucks umgebaut worden waren, so abwechslungsreich war auch das akustische Erlebnis für die zahlreichen Zuschauer am Wegesrand: Zwischen Evergreens wie „Fürstenfeld“ von STS, Stimmungshits aus der oft etwas anzüglichen Ballermann-Kiste und Rockklassikern wie „We will rock you“ von Queen war so ziemlich alles zu hören. Hauptsache, es war laut. Denn einen leisen Abschied hatte der Fasching 2016 in der Faschingshochburg im Ampertal auch gar nicht verdient. Und auch keinen kurzen Abschied, weshalb nach Ankunft der Narren in Kammerberg dort noch lange und feucht und fröhlich weitergefeiert wurde. Da waren dann nicht nur all diejenigen mit von der launigen Partie, die den Faschingszug gebildet hatten, sondern auch viele, die sich in Maskera geschmissen und aufgemacht hatten, um den Wagen zuzujubeln sowie Popcorn und Bonbons zu ergattern. Und auch wenn der Abschied vom Fasching 2016 schwer fiel, so gab es für die Faschingsfans doch einen Trost: 2017 dauert der Fasching länger.

Bilder: So bunt war der Fahrenzhauser Faschingsumzug

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