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In der Faschingsachterbahn: Die „Crazy Looping Ladies“ schossen den Vogel ab.

Närrischer Endspurt

Faschingsumzug in Mauern mit Lokalkolorit und Aberwitz

Mauern - Alle Wege scheinen nach Mauern zu führen am Faschingssonntag. Der Umzug dort zog auch heuer wieder Tausende von Schaulustigen an. Die gut 45 Gruppen und Wagen begeisterten mit Lokalkolorit und Aberwitz. Teilnehmer und Publikum waren außer Rand und Band.

Ob mit dem Auto, dem Radl oder zu Fuß. Die Menschen pilgerten am Sonntag in Massen zum Faschingsumzug. Nicht wenige spielten Selbstversorger und hatten einen eigenen Kasten Bier dabei. Die Fantasie bei den Kostümierungen kannte keine Grenzen. Schwer im Trend lagen heuer Hippies, FBI-Agenten und Gruselgestalten.

Fotos vom Faschingsumzug in Mauern

Den Vogel beim kilometerlangen Gaudiwurm in Mauern schossen heuer ein Dutzend „Crazy Looping Ladies“ und eine überdimensionale Joints rauchende Hippie-Kommune ab, die mit einem Freak-Bus unterwegs war. Die „Looping Ladies“ ahmten täuschend echt das Gefühl nach, das entsteht, wenn man auf der Wies’n in der Achterbahn sitzt. Von sich selbst in ihren mitgetragenen Sitzen hin- und hergerissen, kreischten sie, was das Zeug hielt, verrenkten und verbogen sich vor Lachen.

Das kam bei den Hunderten von Schaulustigen bestens an. Noch dazu kommentierten die beiden Ex-Prinzen Harald Philipp und Peter Schlinsog das Geschehen kurz und knackig von ihrem Aussichtsturm herab. „Ihr müsstet’s erst einmal die Plätzchen probieren“, tönte es aus der Lautsprecher-Anlage, als die Hippies der Nachbarschaftshilfe „Waldruh“ mit ihrer Entourage vorbeizogen. Die Maschkera am Straßenrand hatten ihren Spaß – etwa über die Idee der Narrengemeinschaft Wang, auf den Gemeindestraßen eine Maut einzuführen. Hintergrund ist der Neubau der Isarbrücke, der für eine monatelange Sperrung der B 11 und damit für etlichen Umleitungsverkehr sorgen dürfte. Auf dem Wagen der Narren stand: „Deutschland hat’s versaut, doch wenn Moosburg Brücken baut, dann verlang ma halt in Wang a Maut“. Sogar täuschend echte Vignetten, nach österreichischem Vorbild, wurden im Vorbeigehen verklebt. Mit der Aufschrift: „Über Deutschland lacht die Sonne, über Wang die ganze Welt“.

Spektakulär war auch der Auftritt des Mauerner Prinzenpaares. Ihre Lieblichkeit Prinzessin Andrea I. und Prinzgemahl Mathias III. schwebten standesgemäß im Hubschrauber ein. Wohlgemerkt, nachdem sie die stattliche Ansammlung ihres Volkes einige Male überflogen hatten.

Dass Organisation alles ist, zeigte sich am Ende des Gaudiwurms. Die wummernden Bässe der Umzugswagen waren noch in Hörweite, da machte sich bereits eine Kehrmaschine auf den Weg. Und schon waren die Überbleibsel des Faschingsumzuges 2016 beseitigt.

Alexander Fischer

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