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Bei den Vorstandswahlen wurden Martina Wilkowski (Vorsitzende, vorne links), Doreen Köhler (Stellvertreterin, vorne rechts), Ina Leipold (neu), Tanja Voges, Christian Schneider, Marlies Junghans (alle Beisitzer) und Jutta Hebbeler (Kasse) einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. 

Nachbarschaftshilfe Hallbergmoos 

Fast 10 000 Stunden gearbeitet

Die Nachbarschaftshilfe steckt so tief in der Arbeit, dass man beinahe einen wichtigen Termin übersehen hätte: das 25-jährige Vereinsjubiläum. Auf eine Feier verzichtet man, denn man steht – vor allem in den Kernbereichen Kinder, Tafel und Asyl – vor großen Aufgaben.

Hallbergmoos – Als die Nachbarschaftshilfe 1992 ins Leben gerufen wurde, hat man sich sicherlich nicht ausgemalt, was daraus werden würde: Ein kleiner „Betrieb“ mit 218 Mitgliedern, 10 Abteilungen und 157 aktiven Ehrenamtlichen, die im Jahr 2016 nach den Worten der Vorsitzenden Martina Wilkowski „ein Riesending“ vollbrachten: Exakt 9959 Stunden waren sie im Einsatz. Dies entspricht – wenn man einen fiktiven Stundenlohn von 8,50 Euro zugrunde legt – einem Geldwert von knapp 85 000 Euro. „Ich rechne das immer gerne aus, um die Dimensionen aufzuzeigen“, sagte die NBH-Leiterin. Hinzu kommt die Arbeit von neun (geringfügig) Beschäftigten in Büro, Zwergerlstüberl und Geschäftsführung, die mit 1802 Stunden notiert wurde. Dass man die Arbeit der NBH zu schätzen weiß, unterstrich Markus Mehner von der Caritas: „Die Vernetzung und die gute Erreichbarkeit für Hilfesuchende sind uns sehr wichtig.“

Dem aktuellen Armutsbericht zufolge hat die Armut in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Vor allem Alleinerziehende und Senioren trifft es überproportional häufig. Dies bestätigt auch die Statistik der Tafel. „Trotz des reichen Landkreises mit geringer Arbeitslosenquote wächst die Zahl der Bedürftigen rasanter denn je. Große Sorgen bereitet die zunehmende Altersarmut“, bilanzierte Tafel-Leiterin Tanja Voges. 320 Personen aus Hallbergmoos, Neufahrn und Eching nutzen das Angebot. 68 ehrenamtliche Helfer aus allen drei Gemeinden, Sponsoren, Landwirte, Groß- und Einzelhändler unterstützen die Einrichtung nach Kräften. Glücklich schätzt man sich, dass die Tafel nach dem anstehenden Auszug der Volkshochschule mehr Platz bekommt. Auch die Anschaffungen eines Kühlfahrzeugs (40 000 Euro), überwiegend aus Spendengeldern finanziert, ist bereits unter Dach und Fach. Voges trat indes nachdrücklich Gerüchten entgegen, dass Neufahrn eine eigene Tafel eröffnet. Dies sei wegen der vorgeschriebenen „Tafeldichte“ gar nicht möglich.

Mit wachsenden Aufgaben sieht man sich auch bei der Einzelfallhilfe konfrontiert: Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten, Hilfe anzubieten und Ansprechpartner – bei Caritas, Diakonie oder Behörden vermitteln, ist die Hauptaufgabe. „Top-Themen“ sind, so Wilkowski, aktuell Probleme, bezahlbaren Wohnraum zu finden und die Altersarmut – insbesondere bei Frauen.

Seit Ende 2015 gibt es unter dem Dach der Nachbarschaftshilfe den Helferkreis Asyl: 70 Helfer stehen den momentan etwa 126 Asylbewerbern mit Rat und Tat zur Seite, sei es bei Deutschkursen, Behördengängen oder der Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen. „Das klappt alles sehr gut,“ sagte Wilkowski. Was sie bedauert: „Unser Landratsamt ist sehr strikt.“ Dabei sollte gerade jetzt, wo die Flüchtlingssituation „geordnet und stabil“ ist, mehr Augenmerk auf Einzelschicksale gelegt werden – „insbesondere bei denen, die sich hier redlich bemühen, Arbeit und Ausbildung zu erhalten.“ Selbst wenn, so Wilkowski, der Weg letztlich zurück ins Heimatland führe, sei dies doch „die beste Entwicklungshilfe überhaupt“.

Dass bei all diesen Aufgaben keine Zeit für das Jubiläum bleibt, ist klar. Die NBH hat sich eben mit Leib und Seele der Hilfe verschrieben.

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