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Am Puls der Kreispolitik ist die Kreis-FDP: Siegfried Hartmann (Vize-Kreisvorsitzender), Jens Barschdorf (Vize-Bezirksvorsitzender), Ursula Lex (Landesvorsitzende Liberaler Mittelstand Bayern) und Martin Alberti (Kreisvorsitzender).

FDP-Kreisverband zieht Bilanz

Bienenfleißig und kritisch

Seit die FDP nicht mehr im Landtag und vor allem auch nicht mehr im Bundestag vertreten ist, sind die Liberalen bestrebt, wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Auch im Landkreis Freising ist die ehemalige Drei-Pünktchen-Partei (F.D.P) mit insgesamt drei Mandatsträgern keine politische Großmacht. Bei der jüngsten Kreisversammlung am Mittwochabend im Löwenwirt wählten 18 Anwesende ihre Delegierten für die Parteitage auf Landes- und Bezirksebene.

Freising - Ein paar politische Aussagen gab’s aber auch, weil die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft „Liberaler Mittelstand Bayern“, Uschi Lex aus Miesbach, als Ehrengast vor Ort war. Zu Beginn zeigte sich die langjährige Kreisrätin Ingrid Funke rebellisch. Sie zeigte sich stinksauer über ihren jungen Bundesvorsitzenden Christian Lindner, der sich ihrer Ansicht nach despektierlich gegenüber den erfahrenen Politikern benommen habe. Sie habe ihm auch geschrieben, was sie von seinen Äußerungen halte. Lindner hatte im jüngsten „Bericht aus Bonn“ gesagt: „Frau Merkel und Herr Schulz sind . . . bei aller Wertschätzung, eben über 60. Und dem entsprechend ist deren Perspektive auf das Land . . . . und die Erwartungen junger Menschen. Mit Verlaub, ich bin unter 40“. Der Kiesel, den Funke damit thematisch ins Wasser geworfen hatte, zog Kreise bis zum Ende der Veranstaltung: Jeder zweite Redner kokettierte nun mit seinem Alter.

Der Kreisvorsitzende Martin Alberti gab einen kurzen Abriss über das FDP-Jahr 2016, in dem man rund 30 Veranstaltungen bestritten habe. Der einzig verbliebene Kreisrat der Liberalen, Josef Stimmelmeier, berichtete aus dem Kreistag und kritisierte dabei Landrat Josef Hauner und die Handhabung der Arbeitserlaubnis für Asylbewerber im Landratsamt. Vize-Kreis-Chef Siegfried Hartmann nannte das Vorgehen des Landrats in dieser Angelegenheit „vorauseilenden Gehorsam“ gegenüber der CSU-Regierung im Freistaat.

Kritik hagelte es von Stimmelmeier für die Mandatsträger in den Gemeinden und im Kreis, die die Partei gewechselt, aber das Mandat mitgenommen hätten. Hier unterstellte der Kreisrat in den meisten Fällen nicht politische Gründe, sondern „persönliche Eitelkeiten“. Sein Etat-Fazit für den Kreis: Dem Landkreis gehe es (noch) gut, die Schulden, die gemacht werden, seien den zahlreichen Investitionen geschuldet und deshalb notwendig.

Die Unternehmerin und FDP-Sprecherin für den Mittelstand, Uschi Lex, sang das Hohe Lied der Mittelständler. Unverzichtbar, weil Konjunkturmotor, sei der Mittelstand aber mit Belastungen konfrontiert, die so nicht weiter ausgebaut werden dürften.

Lex sprach sich zudem für die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland aus, wünscht sich einen radikalen Abbau der Bürokratie und kritisierte dabei den „Rattenschwanz“, den der Mindestlohn nach sich ziehe.

Dann wurde gewählt: Zum Landesparteitag fahren Martin Alberti, Siegfried Hartmann, Adrian Spiegel, Jens Barschdorf und Michael Schwaiger. Für den Bezirkstag wurden Martin Alberti, Siegfried Hartmann, Jens Barschdorf, Burkard Heckelbacher und Hilde Waschkowski als Delegierte gekürt.                                                                                                    Heinz Mettig

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