Frohes Fest!

So feiern die Bürgermeister des Ampertals Weihnachten

Ampertal - Würstl mit Kraut oder doch lieber Raclette? Das FT hat bei den neun Bürgermeistern im Ampertal nachgefragt, wie sie Heiligabend verbringen. Alle feiern mit ihren Familien, alle setzen auf Ruhe – nur einer fällt kulinarisch aus dem Rahmen und heizt an Weihnachten den Grill an.

Jede Familie hat so etwas wie eine Weihnachtstradition. Einen festen Ablauf. Das ist bei den Bürgermeistern im Ampertal nicht anders.

So verbringt Johann Stegmair, Chef der Gemeinde Hohenkammer, den 24. Dezember im Kreise seiner Familie. In diesem Jahr wird seine Tochter am Abend da sein, sein Sohn, seit einem Jahr selbst Vater, stattet den Großeltern mit dem Nachwuchs am Nachmittag einen Weihnachtsbesuch ab. Auf den Tisch kommt an Heilig Abend „etwas Kurzgebratenes“. Und selbstverständlich werde vor der Bescherung – die ist gegen 20 Uhr – gesungen. Stegmair freut sich auf drei Tage Durchschnaufen, wie er sagt. Und er besinnt sich an diesen Tagen auf den Ursprung des Weihnachtsfestes: „christlich und katholisch – das Fest der Nächstenliebe eben“, wie Stegmair sagt.

Frau, Kinder, Eltern und Schwiegereltern: Im Hause Gerlsbeck kommen an Heilig Abend alle zusammen. Der Kirchdorfer Bürgermeister hat sich in den vergangenen Wochen nicht vom Weihnachtsgeschenke-Stress mitreißen lassen. „Ich hab Glück, ich brauche nur das Geschenk für meine Frau zu besorgen.“ Ansonsten sorgt seine bessere Hälfte für strahlende Augen bei der Bescherung. Ein festes Ritual was das Essen anbelangt gibt es bei Uwe Gerlsbeck nicht. „Früher, als meine Oma noch gekocht hat, gab es an Heiligabend immer Erbsensuppe.“ Was heuer auf den Tisch kommt? Da lässt er sich überraschen. Gerlsbeck genießt an Weihnachten vor allem die Ruhe und die Zeit für seine Liebsten. Und auch wenn die Temperaturen so gar nicht weihnachtlich sind, freut er sich sehr auf das Weihnachtsfest.

„Möglichst ruhig und möglichst einfach“, so schaut der 24. Dezember von Zollings Gemeindechef Max Riegler aus. Er ist einer von wenigen Ampertal-Bürgermeistern, bei dem zuhause es eine Essens-tradition gibt: Schweinswürstl mit Kraut und Kartoffelbrei. Und wie schaut’s mit Singen aus? „Wir sind zu zweit, das wäre ein kleiner Chor“, meint er und lacht. Aber sollten er und seine Frau Margot die Christmette besuchen – „was wir uns zumindest fest vorgenommen haben“ – dann wird da natürlich gesungen. Da in der Vorweihnachtszeit bei ihm von Berufs wegen viel los sei, freue er sich an Weihnachten vor allem auf eines: „Ruhe“. Ein gutes Buch lesen, Spazierengehen – so sieht es aus, Rieglers perfektes Weihnachtsfest.

„Nichts Spektakuläres“ unternimmt Haags Bürgermeister Anton Geier an Weihnachten, wie er sagt. Daheim, mit der Familie, ein schönes Essen – fernab von Stress und Hektik. So zelebriert Geier das Fest mit seiner Familie. Und auch er hat das Glück, dass sich seine Frau um die Geschenke gekümmert hat. So liegen drei besinnliche, stressfreie Tage vor ihm.

Nicht ganz so ruhig geht es bei Hermann Hammerl, dem Rathauschef von Kranzberg zu. „Wir haben eine Landwirtschaft zu Hause, mit Milchkühen, die Tiere wollen natürlich auch am Heiligabend versorgt werden.“ Zu Essen gibt’s nichts Traditionelles, aber „was Guads“. Was genau? Da lasse er sich von seiner Frau überraschen. Das Thema Geschenke sieht Hammerl eher pragmatisch: Er ist einer, der gerne Nützliches schenkt, Dinge, die der Beschenkte auch wirklich brauchen kann. Aber in Stress darf das nicht ausarten. „Wenn ich um einen Parkplatz raufen muss, langt es mir schon“, sagt Hammerl. Und so kann es gut mal sein, dass seine Liebsten erst nach Weihnachten ein Geschenk bekommen. Dann, wenn sich der Einkaufswahnsinn gelegt habe und man wieder in Ruhe shoppen könne. Was seine Familie dazu sagt? „Die sind das gewöhnt“, meint er. Gesungen wird im Hause Hammerl nicht mehr, seit die Kinder außer Haus sind. Dafür aber in der Kirche, „da freu ich mich auf die Weihnachtslieder, die bei mir Kindheitserinnerungen wecken“.

Johann Daniel feiert auch Weihnachten 2015 „wie immer“, so sagt der Bürgermeister von Paunzhausen. Und das bedeutet, dass Daniel selbstverständlich auchan Heiligabend zunächst im Stall ist und seine Tiere versorgt. Danach gibt es Essen, wobei in der Familie Daniel kein besonderes oder traditionelles Weihnachtsmahl aufgetischt wird. Nach dem Essen ist Bescherung angesagt, bevor sich Daniel, seine Mutter, seine Schwester und deren Mann zusammen mit den Kindern auf ein gemütliches Zusammensein Zuhause auf der Couch freuen. Daniel ist also eher der häusliche Typ, den es auch an den Feiertagen nicht in die Ferne zieht. Skifahren, so sagt er, gehe er dann, „wenn die Ferien vorbei sind“.

Raclette darf bei Heinrich Stadlbauer, Gemeindeoberhaupt von Fahrenzhausen, an Weihnachten nicht fehlen. Nach dem gemeinsamen Abendessen freut sich die Familie dann auf die Bescherung. „Jeder kriegt natürlich was“, sagt Stadlbauer. Auch wenn seine beiden Töchter und sein Sohn schon selbst erwachsen sind. Aber eine kleine Überraschung unterm Weihnahtsbaum müsse einfach sein. Am ersten Weihnachtsfeiertag dann besuchen die Stadlbauers die Kirche in Jarzt, den Gottesdienst hält traditionell Weihbischof Engelbert Siebler. Am 2. Weihnachtsfeiertag dürfe der Rathauschef dann beim Patrozinium in Lauterbach selbst Musik machen – und er freut sich schon sehr darauf. Die drei Tage müssten einfach schön und gemütlich sein. Nur dann sei Weihnachten wirklich Weihnachten.

Bereits am Abend vor dem 24. Dezember wird bei Sebastian Mair zuhause der Weihnachtsbaum geschmückt. „Da darf ich mithelfen – Lichterketten halten und so“, erzählt er mit einem Augenzwinkern. Der Bürgermeister der Gemeinde Wolfersdorf freut sich sehr auf drei ruhige Tage. Wobei der Weihnachtsabend im engeren Familienkreis traditionell mit Raclette, Bescherung und Christmette gefeiert wird. Am ersten Weihnachtsfeiertag dann kommt die Großfamilie zusammen. „Da wird dann gesungen.“

Einer, der ein bisschen aus der Reihe tanzt, ist Allershausens Bürgermeister Rupert Popp. An Heiligabend heizt der Hobbygriller die Kohlen an, serviert seinen Liebsten ein Winterbarbecue. Im Hause Popp, bei denen sich am Heiligabend alle Kinder und Schwiegerkinder treffen, gibt es in diesem Jahr etwas wunderbares Neues: Nachwuchs. „Da wird sich natürlich alles um den Kleinen drehen“, kündigt der frisch gebackene Opa mit einem Leuchten in den Augen an

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