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Feldklau: Goldacher Landwirt ist sauer

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Ärgert sich über Diebe, die seine Felder als Selbstbedienungsladen betrachten: Landwirt Ludwig Schmid. Wo Lauch wachsen sollte, klaffen nun Lücken. © Eva Oestereich

Hallbergmoos - Ludwig Schmid, Landwirt aus Goldach reicht es: Seine Anbauflächen werden regelrecht geplündert, kiloweise wird ihm das Gemüse vom Feld geklaut. Jetzt appelliert er an die Diebe.

„Kartoffeln, Kohl, Kohlrabi. Das Zeug wird mir mittlerweile quadratmeterweise rausgeklaut“, schildert der Landwirt sein Dilemma. Beim Ortstermin auf dem Feld, das ein gutes Stück entfernt von der Wohnbebauung „Am Bach“ liegt, trifft er auf eine Mitarbeiterin. „Da vorne fehlt Sellerie“, macht sie ihren 45-Jährigen Chef auf den neuesten Diebeszug aufmerksam.

Angesichts der Mengen, die dem Landwirt regelmäßig abhandenkommen, kann man seinen Ärger verstehen. Zehn bis 20 Kilo gelbe Rüben hier, Kartoffeln da. Besonders ärgert ihn die Dreistigkeit, mit der die Diebe vorgehen. Sie kommen kurz vor Einbruch der Dämmerung - meist mit dem Auto oder Fahrrad - und greifen enorme Mengen Feldfrüchte ab. Ein Umstand, der Schmid zu der Vermutung veranlasst, dass die Langfinger nicht nur für den Eigenverbrauch stehlen.

Selbst von der Anwesenheit des Landwirts lassen sich die ungebetenen Gäste nicht von ihrem verbotenen Tun abbringen. Nicht selten sind auch noch Kind und Kegel dabei. „Was ist das für ein Vorbild?“, schildert er einen Vorfall, der sich jüngst ereignet hat: Eine Familie beim Radlausflug entdeckt die Kürbisse auf Schmids Feld, steigt ab und bedient sich. Vom Landwirt, der in einiger Entfernung auf dem Feld arbeitete, auf das Verbotene hingewiesen, ließen sich die Diebe nicht abbringen. Großzügig wurde eingepackt und weiter geradelt. Eine Frau musste Schmid drei Mal auffordern, sein Feld zu verlassen. Sie gab sich als harmlose Pilze-Sammlerin aus und machte sich mit einem großen Korb Karotten aus dem Staub.

Eine Frau will Spinat vor dem Wohnzimmerfenster klauen

Auch vor dem Anwesen der Landwirtsfamilie in der Schönstraße wird nicht Halt gemacht: Kürzlich musste Schmid eine Frau in Begleitung ihres Kindes vertreiben. Sie hatte sich am Wohnzimmerfenster vorbeigeschlichen und am Spinat zu schaffen gemacht.

Meist sind die Diebe auch noch wählerisch, berichtet Schmid: „Nur die schönsten und dicksten Dinger werden rausgeholt.“ Schmid versteht diese Verhalten einfach nicht: „Die können doch zu mir kommen, und das Gemüse kaufen. Das kostet doch nicht die Welt.“ Und wer sich’s nicht leisten kann, geht zur Tafel. Denn auch dort liefert der Landwirt seine Waren hin.

Der 45-Jährige hat sich auch schon an die Polizei gewandt. In erster Linie appelliert er aber an die Einsicht der Menschen. „Wer im Supermarkt einen Kaugummi klaut, muss mit ernsten strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Und auf dem Feld meinen die Leute, sich gratis bedienen zu können.“

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