Der Flohmarkt ist wieder da

Hallbergmoos - Wind fegt über den Volksfestplatz an der Predazzoallee, Regen prasselt auf die Pavillons. Die Bedingungen für den Neustart des Hallbergmooser Flohmarkts waren nicht gerade optimal.

Die Flohmarkt-Betreiber Michael Pottel und sein Schwiegervater Hartmut Neuling müssen lange überlegen, wann zuletzt ein Flohmarkt in Hallbergmoos - damals noch auf dem alten Volksfestplatz am Enghofer Weg - stattgefunden hat. Im September 2008, das ergibt schließlich die Recherche, war’s. Danach war wegen des Sportparkbaus erst einmal Schluss. Jetzt ist das Freizeitgelände fertig und wieder genug Platz für die Schnäppchenjagd. „Der Bürgermeister hat uns drauf aufmerksam gemacht“, erinnert sich Pottel.

Vermittelt haben Renate und Karl-Heinz Moldenhauer, die regelmäßig zugunsten der Tafel auf Flohmärkten unterwegs sind, den Kontakt. Die beiden Senioren aus Eching sind natürlich bei der Premiere in Hallbergmoos dabei. Pottel begleiten meistens 20 „Stammaussteller“, die sich nicht von Wind und Wetter schrecken lassen. Insgesamt sind es am Ende 35 Händler, die ihre Keller oder Kinderzimmer von Überflüssigem befreien wollen.

Einer von ihnen ist Wolfgang Bauer aus Dachau: Weil er daheim frisch renoviert hat, muss er sich von einigen „Erblasten“ und „Staubfängern“ befreien. Die Frauentürme als Maßkrüge, Erinnerungsstücke aus dem Hofbräuhaus, Weißbiergläser, die mit Gummibärchen aufgefüllt wurden - so als wär tatsächlich Bier drin. Auf dem kleinen Tischerl reiht sich Kuriosität an Rarität. Wie er zu der Sammlung kam? „Mei, Männern bekommen halt entweder Parfüm, Socken oder eben Maßkrüge geschenkt.“ Da ist in Bauers Familie einiges zusammengekommen - und das muss jetzt raus.

Als „Händler aus Leidenschaft“ bezeichnet sich Peter Zeußel, der mit einem wetterfesten Pavillon, Spielzeug-Autos und einem Mini-Tierpark schon um 8 Uhr morgens - drei Stunden vor dem offiziellen Beginn - angerückt ist. Spielzeug der mittlerweile erwachsenen Kinder, ein paar Sachen von den Nachbarn, Comics: Alles ist liebevoll auf Tischen drapiert und zieht vor allem junge Besucher an. Ein paar Meter weiter schließt der zehnjährige Maximilian gerade erfolgreich einen Deal ab: „Ein Matchbox-Auto für 20 Cent“, freut er sich über die Taschengeld-freundliche Variante, das Kinderzimmer zu pimpen.

Buchstäblich in „Mopsgeschwindigkeit“ leert sich der Stand von Birgit und Dieter aus Attenkirchen: Ihr Zamperl „Maggie“ ist die Attraktion, „thront“ zwischen Spielsachen, einer Kompaktstereoanlage und zerlegten Tankstelle. Mit der Premiere ist Pottel trotz der widrigen Umstände zufrieden: „Mir ist es in erster Linie wichtig, dass alles friedlich abläuft und Aussteller und Besucher zufrieden sind. Mein Erfolg kommt mit der Zeit und einem gutem Wetterbericht.“

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