Festnahme am Flughafen

Koch tischte nur Lügen auf

Flughafen - Dass in einem griechischen Restaurant nicht nur Griechen kochen, ist sicher nichts Ungewöhnliches. Eine Arbeitserlaubnis und behördliche Genehmigung sollten die Köche aber schon haben. Jetzt haben Bundespolizisten am Airport einen albanischen Koch vorläufig festgenommen, der der Polizei eine haarsträubende Geschichte auftischte.

Der Mann, der nach Tirana ausreisen wollte, fiel den Beamten auf, weil er sich offensichtlich über ein Jahr im Bundesgebiet aufgehalten hatte. Als die Beamten nach dem Grund des langen Aufenthalts fragten, sollte sich herausstellen, dass der 39-Jährige ohne Genehmigung in Deutschland gearbeitet hatte. Also zeigten sie den Schwarzarbeiter an. Auch den vermutlichen Arbeitgeber erwartet eine Strafanzeige.

Alles wäre kein Problem gewesen, hätte der 39-Jährige für den Zeitraum eine Aufenthalts- oder gar Arbeitsgenehmigung eines der Schengenstaaten vorweisen können. Diese gab es aber allem Anschein nach nicht. Also hätte sich der Albaner in Deutschland nur zu touristischen oder Besuchszwecken aufhalten dürfen, und das auch nur maximal neunzig Tage pro Halbjahr. Bei der Vernehmung erklärte der Beschuldigte erst, er sei im Juli 2015 nach Deutschland gekommen, um einen VW Passat zu kaufen. Dies habe sich bis jetzt hingezogen, weil er sich nicht entscheiden habe können. Gewohnt habe er bei einem Bekannten, den er nach seiner Einreise in Bayern kennengelernt habe. 

Dieser gute Samariter habe ihn bei sich wohnen lassen und sogar für seinen Lebensunterhalt gesorgt, obwohl er selbst keiner bezahlten Tätigkeit nachgehe. Solch eine Geschichte lässt dann sogar den gutgläubigsten Polizisten zweifeln. Also haben die Ermittler dem Geschichtenerzähler ins Gewissen geredet und ihn zu einem neuen Versuch animieren können. Dies klang dann so: Er sei im Juli 2015 nach Deutschland gekommen, um hier zu arbeiten. In einem griechischen Restaurant habe er auch eine Anstellung als Koch gefunden, habe 1 200 Euro verdient. Kost und Logis waren frei. Eine Arbeitsgenehmigung habe er nie beantragt. 

Auch sein Arbeitgeber habe ihn bei keiner zuständigen Behörde angemeldet. Seine Heimreise durfte der Albaner nur mit einer Anzeige im Gepäck antreten – und nach Bezahlung von 1100 Euro Sicherheitsleistung.

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