Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar

Startbahn-Streit: Ist es jetzt schon anstößig, erfolgreich zu wirtschaften?

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Im Kampf gegen die dritte Startbahn scheint den Gegnern jedes Mittel recht zu sein. Aktuell steht die - erfolgreiche - Ansiedelungspolitik der FMG im Fokus. Der Konzern macht aber nur seinen Job, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar.

Der Streit um die dritte Startbahn im Erdinger Moos hat eine bemerkenswerte Wende genommen. Es geht primär nicht mehr nur um das Für oder Wider des Ausbaus. Neuerdings werfen die Gegner Michael Kerkloh exakt das vor, was die Kernaufgabe eines Flughafenchefs ist: Das (Luft-)Schiff auf Kurs halten. Dafür wird er bezahlt. Wenn neue Fluggesellschaften mit Rabatten gelockt werden, ist das Standortmarketing, das zum Handwerkszeug jedes Unternehmers gehört. Das macht ein Autohaus genauso wie ein Zeitungsverlag – oder eben ein Flughafen. Die Grünen greifen die FMG dafür an, Billigfliegern Strecken schmackhaft zu machen, die bereits andere Anbieter bedienen. Wer hier einen Sumpf wittert, übersieht ein Grundprinzip von Marktwirtschaft – Wettbewerb. Die Erfahrung lehrt, dass davon am Ende in der Regel der Kunde profitiert. Die FMG-Spitze setzt in der Tat alles daran, ihren Flughafen möglichst voll auszulasten sowie Gewinne und Wachstum zu erzielen. Würde sie das nicht tun, hätten die Grünen sicher breite Unterstützung, Kerkloh & Co. an die Luft zu setzen. Und das zu Recht. Man reibt sich verwundert die Augen: Ist es jetzt schon anstößig und politisch verwerflich, ein Unternehmen der öffentlichen Hand gewinnorientiert – und damit erfolgreich – zu führen? Die Gegner sehen am Ende immer nur die dritte Startbahn. Die sieht auch Kerkloh. Er muss aber auch die vielen tausend Menschen und Firmen im Blick haben, denen der Flughafen ihre Existenz sichert. Es gibt sicher viele Argumente gegen die Startbahn. Es reicht, sich dieser zu bedienen. Wer aus allem, was die FMG tut, ihr einen Strick dreht, macht sich unglaubwürdig.

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