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Hunderte von Passagieren drängten sich am Mittwochmorgen im Abflugbereich am Flughafen München.

Sportmoderator Markus Othmer berichtet

Streik am Flughafen: Ausgebremst im Monstergedränge

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Flughafen - Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes ist es am Mittwoch erneut zu Warnstreiks gekommen. So mussten Reisende am Flughafen München Geduld aufbringen: Mitarbeiter der Sicherheitsgesellschaft legten mehrere Stunden die Arbeit nieder. Mit weitreichenden Folgen.

Jede Menge Geduld mussten Passagiere am Mittwochvormittag am Flughafen München mitbringen. In beiden Terminals bildeten sich lange Schlangen vor den Fluggastkontrollen. Verdi hatte die Beschäftigten der Sicherheitsgesellschaft am Flughafen München (SGM) zum Warnstreik aufgerufen (wir berichteten). 80 Prozent der 150 Mitarbeiter in der Frühschicht hätten sich daran beteiligt, berichtet SGM-Betriebsratsvorsitzender Burkhard Jurzik auf Nachfrage. Weniger als die Hälfte der Kontrollschleusen sei besetzt gewesen. Der Warnstreik dauerte von 5 bis 8.30 Uhr. Letzte Auswirkungen waren aber bis Mittag zu spüren.

Nach Angaben eines Sprechers der Flughafen München Gesellschaft wurde kein Flug annulliert. Es sei aber zu Verspätungen von bis zu 30 Minuten gekommen. Die Airlines hätten kurz auf eventuell verspätet am Gate eintreffende Fluggäste gewartet, so der Sprecher. „Der gesamte öffentliche Bereich war in beiden Terminals voll mit wartenden Passagieren“, beschreibt Jurzik die gut 100 Meter langen Schlangen. Nur ganz vereinzelt hätten Betroffene ihren Unmut geäußert. Insgesamt sei der Warnstreik friedlich abgelaufen, auch innerhalb der Belegschaft.

Einer der Betroffenen war der ARD-Sportmoderator Markus Othmer. Statt um 7.35 Uhr konnte er erst um 11 Uhr von München aus abfliegen. Das Flugzeug in der Früh hatte er wegen des Streiks verpasst. Othmer, der am Abend zuvor das Pokalspiel des FC Bayern gegen Werder Bremen moderiert hatte, war auf dem Weg nach Berlin. „Da herrschte Ausnahmezustand, die Schlange war unglaublich lang. Das Gedränge ging über den kompletten Abflugsbereich, bis zu den Rolltreppen standen die Leute dicht an dicht“, sagte er unserer Zeitung. Er glaubt, dass die Mehrzahl der Flüge zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr halbleer abgeflogen sein muss. „Das geht gar nicht anders, da standen tausende von Menschen draußen.“ Etliche Wartende seien sehr gestresst gewesen, einige hätten die Flughafen verlassen. „Aber es war überwiegend überraschend ruhig“, so Othmer.

Der Sportmoderator ärgerte sich darüber, dass der Streik sehr kurzfristig angekündigt worden sei. Bis Mitternacht sei er in der Allianzarena gewesen und stand am Mittwochmorgen „reichlich verschlafen“ am Flughafen – in einem „Monstergedränge“. Vom Streik hatte er erst morgens auf der Fahrt zum Airport erfahren. „Gerade in der Zeit zwischen 7 und 9 Uhr, wo man ja nicht zwei Stunden früher da sein kann, weil dann die Sicherheitsbereiche noch gar nicht geöffnet sind, habe ich eigentlich kein Verständnis für Streiks“, sagte er. Wenn zwischen 11 und 13 Uhr die Arbeit niedergelegt werde, könne man sich darauf einrichten. Er sei ohne Groll, jeder habe seine berechtigten Interessen. „Aber man sollte denen, die nichts dafür können, eine Chance geben, umzuplanen. Sicherheitsschleusen machen ja auch nicht um 3.30 Uhr auf.“

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