Flughafenbaby: Tötete Mutter 2 Kinder?

Flughafen - Paukenschlag zum Auftakt des Prozesses um das Flughafenbaby: Die 24-jährige angeklagte Mutter steht im Verdacht, zwei Neugeborene getötet zu haben.

Von Walter Schöttl

Flughafen/Landshut - Vor großer Medienkulisse begann am Dienstag am Landgericht Landshut der Prozess ums Flughafenbaby. Angeklagt ist eine Erzieherin (24) aus Heidenheim. Ihr wird vorgeworfen, versucht zu haben, auf einer Parkhaus-Toilette am Flughafen ihre neugeborene Tochter zu töten. Nun aber steht der Verdacht im Raum, sie könnte Wiederholungstäterin sein: Die Staatsanwaltschaft Ellwangen ermittelt gegen die 24-Jährige und ihre Eltern in zwei weiteren Fällen.

Staatsanwalt Klaus Kurtz verlas die Anklage wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Die 24-Jährige hat am 30. Juli 2015 ein Mädchen geboren. Sie soll versucht haben, es mit der Nabelschnur zu strangulieren und in der Toilette verschwinden zu lassen. Das Baby konnte glücklicherweise - allerdings in lebensbedrohlichem Zustand - gerettet werden. Die Angeklagte verfolgte Anklage und Prozessgeschehen teilnahmslos.

Noch bevor die Anklage verlesen wurde, beantragte allerdings Verteidiger Adam Ahmet die Aussetzung des Verfahrens. Er verwies darauf, dass bei der Staatsanwaltschaft Ellwangen ein neues Ermittlungsverfahren gegen seine Mandantin und deren Eltern wegen Totschlags laufe. Dieses neue Verfahren sei untrennbar mit dem aktuellen Prozess verbunden. Seiner Mandantin stehe das Recht zu, sich zur Anklage zu äußern. Angesichts der laufenden Ermittlungen könne man nicht verlangen, dass sie aussage. Die Kammer wies die Aussetzungs- und Unterbrechungsanträge allerdings ab. Die Ermittlungen der Ellwanger Staatsanwaltschaft, sagte Vorsitzender Richter Markus Kring, hätten mit dem aktuellen Verfahren unmittelbar nichts zu tun.

Was die neuen Fälle angeht, so hat ein Ermittler der Kripo erklärt, es hätten sich Zeugen gemeldet, die bereits 2012 und 2014 einen „Schwangerschaftsbauch“ bei der 24-Jährigen gesehen hätten. Die Staatsanwaltschaft bestätigte inzwischen auf Nachfrage, dass Ermittlungen wegen Totschlags gegen die 24-Jährige und deren Eltern liefen. Man wisse derzeit nicht, wie die Schwangerschaften verlaufen seien. Das müsse geklärt werden. Die Angeklagte schwieg auch zu diesen Anschuldigungen. Ihr Vater, ein 53-jähriger Außendienstmitarbeiter, und ihre Mutter, eine 50-jährige Hausfrau, machten ebenfalls von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Am ersten Tag sagte auch der Zeuge aus, der die Polizei auf die Spur der 24-Jährigen gebracht hatte - ein Münchner, der am Flughafen eine Luxus-Katze aus Dubai von der werdenen Mutter übernommen hatte. Er hatte in der Zeitung vom Flughafenbaby gelesen und die richtigen Schlüsse gezogen. Der Beamte sagte weiter aus, dass die 24-Jährige vor der Geburt mit dem Kindsvater und einem weiteren Bekannten gechattet habe. Ersterem schickte sie Ultraschall-Bilder und ließ ihn wissen: „Schwangersein ist sch..., wir sind noch viel zu jung dafür.“ Der werdenden Vater habe sie getröstet: „Wir schaffen das.“ Bereits vier Wochen vor der Geburt meldete sie sich bei ihm, das Kind sei da. Es sei süß. Später dachte sie sich eine Notsituation aus: die Kleine sei in Lebensgefahr (der Prozess wird am Freitag fortgesetzt).

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