SPD fordert "Überwachungs-Ausschuss"

Eching - Die personellen Missstände im und ums Rathaus sind Gesprächsthema in Eching. Jetzt hat sich die SPD zu Wort gemeldet - und fordert die Einrichtung eines „Überwachungs-Ausschusses“.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass es in Eching mit dem Betriebsklima in gemeindlichen Einrichtungen bei den kommunalen Angestellten nicht zum Besten steht. Kündigungen und Krankenstände häufen sich, gerade auch solche mit Stress-Symptomatik. Etliche Mitarbeiter haben aus eigenem Wunsch gekündigt, darunter Führungskräfte der Vhs, des Rathauses, dort insbesondere auch Mitglieder der Feuerwehr, des Jugendzentrums und der Kindertagesstätten. Und das teils sogar, ohne eine neue Stelle in Aussicht oder den Wohnort gewechselt zu haben.

Die betroffenen Mitarbeiter haben wiederholt „Gemeinderäten ihres Vertrauens“ von der schlechten Arbeitsatmosphäre und demotivierender Behandlung berichtet. Richtig offen gelegt ist aufgrund der heiklen Personalangelegenheiten die Problematik aber bis dato nicht. Erste öffentliche Nachfragen und Aufklärungsbedarf haben sich dadurch ergeben, dass die Personalabteilung zu den Bürozeiten „dicht gemacht“ hat und Bürger vor verschlossenen Türen standen - oder der Gemeinderat sich über lange Zeit liegengebliebene Aufträge an die Verwaltung gewundert hat.

Vor diesem Hintergrund hat die SPD-Fraktion nun einen von ihrer Fraktionssprecherin Anette Martin unterschriebenen Antrag zur Installation eines nicht-öffentlichen, so genannten „Überwachungs-Ausschusses“ eingereicht. Dieser soll „das Recht und die Pflicht“ haben, die Gemeindeverwaltung zu überwachen. Darin sehen die Echinger Genossen ein geeignetes Mittel, „um die Gründe für die Häufung von Kündigungen und Beschwerden über die Arbeitsatmosphäre effektiv ermitteln zu können“. Der noch zu installierende Ausschuss soll aus je einem Mitglied der dem Ratsgremium angehörenden Fraktionen bestehen und auch einen Vorsitzenden wählen.

Der konkrete Auftrag des Ausschusses: in die Akten aller Mitarbeiter Einsicht zu nehmen, die in den vergangenen drei Jahren ausgeschieden sind. Egal, ob ihnen gekündigt wurde oder sie sich selbst verabschiedet haben. Zu ermitteln sind, wie es in dem Antrag heißt, mit Hilfe von Auskünften des Bürgermeisters die Gründe „für die Kündigung bzw. Vertragsauflösung“ sowie für „die fortdauernde schlechte Stimmung in der Verwaltung“. Um hier Abhilfe zu schaffen, wird die Frage aufgeworfen, welche Maßnahmen vorgesehen sind, „um das Betriebsklima zu verbessern und Kündigungen wegen betriebsinterner Konflikte zu vermeiden“. Die Ergebnisse sollen in der April-Sitzung des Echinger Gemeinderats auf den Tisch kommen. Über die Annahme dieses Antrags entscheidet das Gremium bereits in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 26. Januar (19 Uhr).

Rubriklistenbild: © dpa

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