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„Bockerl fahr zua“: Die Botschafter der Holledau fahren mit ihrer Miniaturkunst nach Dortmund

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Von: Lena Hepting

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Nachgebildete Bäume von Bockal fahr zua
Die Experten der Miniaturkunst! Auf der Homepage von „Bockerl fahr zua!“ und Youtube sei der Filmbeitrag aus Bahnwelt TV empfohlen. Auf die über 150000 Klicks ist Günter Schreiner zurecht stolz. © Wagner

Mitte November bringen die vier Tüftler von „Bockerl fahr zua!“ die über 40 Meter ihrer Heimat Holledau in Miniaturformat zur Messe „Intermodellbau“. 

Der erste Anhänger ist schon fertig beladen! Ein zweiter und ein „Sprinter“ sind demnächst dran. Das vierköpfige Team von „Bockerl fahr zua!“ fährt nach Dortmund, wo von 17. bis 20. November die „Intermodellbau“ stattfindet. Fast 90000 Besucher werden dann die Hallertau kennenlernen. In Miniatur. Im Detail. Und mit viel Liebe gemacht!

Was die Tüftler Manfred Lohr, Günter Schreiner, Bernhard Steinhauser und Reinhard Altmann besonders stolz macht: Sie wurden eingeladen teilzunehmen - ein Erfolg aus dem ersten Auftritt in der Dortmunder Westfalenhalle im Jahr 2017. Manfred Lohr, den alle ebenso ehrfürchtig wie augenzwinkernd „Chef“ nennen, hat für diesen Großauftritt die Aufgaben vergeben, denn auf der Stelle tritt bei „Bockerl fahr zua!“ keiner. Die Bahnhöfe Au und Wolnzach wurden komplett überarbeitet und „messetauglich gemacht“, wie Schreiner formuliert. Akribisch wird hier gearbeitet - und auch einiges investiert: Rund 40 Luftaufnahmen aus den 50-er, 60-er und 70-er Jahren hat das Quartett erworben und hält sich peinlich genau an die Gegebenheiten der Historie.

Ein Teil der Strecke von Bockal fahr zua
Im Vordergrund: Das Mini-Filmteam rund um Gila von Weitershausen. © Wagner

Ebenso maßstabsgetreu wird hier gearbeitet wie originell, denn ein besonderes Gimmick sind die Roten Knöpfe an den einzelnen Modulen. Draufdrücken und warten, was passiert: Mal öffnet sich die Tür vom Stillen Örtchen, mal wackelt ein VW-Bus verdächtig...Aktuell hat sich Steinhauser erinnert, dass am Auer Bahnhof mal ein Lederhosen-Softerotikfilm mit Gila von Weitershausen gedreht wurde. Die Besucher in der Westfalenhalle werden die Szene auf dem Modul Auer Bahnhof sehen! „Wir haben da schon mittlerweile einen hohen Anspruch an uns selbst“, sagt Günter Schreiner. Das Feintuning muss penibel genau durchgeführt werden, und wie aufwändig das ist, zeigt beispielsweise das „Altern“ von Fahrzeugen. Die werden ja neu gekauft und dann auf gebracuht getrimmt. Manfred Lohr ist hierfür der Spezialist.

Manfred Lohr, Günter Schreiner und Bernhard Steinhauser
Manfred Lohr, Günter Schreiner und Bernhard Steinhauser sind drei der vier Modelbauer von „Bockal fahr zua“ © Wagner

Um ein Auto historisch werden zu lassen, ist er mit Airbrush, Pinsel und Trockenphase drei Stunden beschäftigt. Bei den beeindruckenden Lokomotiven noch länger! Neu sind die zwei Dutzend täuschend echten Telegrafenmasten, die wie an einer Fließbandstraße produziert wurden. Schaschlikspieß vorbereiten, mit einem 0,45-Bohrer durchlöchern, dann Draht einführen und biegen und schließlich noch den Abnehmer hin kleben. „Weg von der Spielzeugbahn, bei der sich einer eine Mütze aufsetzt und dann den Zug im Kreis fahren lässt“ will Manfred Lohr, „authentisch und naturnah gestaltet“ soll die Szenerie sein, und deshalb bauen die Bastler seit vielen Jahren ihre Heimat detailgetreu nach.

Bernhard Steinhauser und Manfred Lohr Modeleisenbahn
Bernhard Steinhauser und Manfred Lohr tüfteln noch an den letzten Fleckchen. © Wagner

Knapp 40 Meter Strecke werden eingepackt in die drei Fahrzeuge, die sich auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen machen. Über drei Viertel davon neu. Und schon allein das Beladen ist eine logistische Meisterleistung, denn vor Ort tickt die Zeit, denn schließlich sind die Bockerlfahrer nicht die einzigen Aussteller. Es gilt, rückwärts zu denken und das, was als erstes benötigt wird, ganz zuletzt zu verstauen. Auch diese Aufgaben gehören zu einem gelungenen Auftritt, ebenso wie die Module jetzt durch einen genialen Trick zusammengeklickt und dadurch automatisch mit Strom versorgt werden, so dass nicht wieder ein Extrakabel verlegt werden muss. Neben der ruhigen Hand, Geduld und viel Liebe zum Detail ist also auch handwerkliches Geschick nötig, um ein veritabler „Botschafter der Holledau“ zu werden, denn das ist der Anspruch der vier Miniatur-Künstler, wie Bernhard Steinhauser formuliert.

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