Zirkusdirektor Hermann Schmidt-Feraro wird von Pferd beschnuppert.
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Neugierig beschnuppern die Ponys den Zirkusdirektor Hermann Schmidt-Feraro. Gleich dürfen sie zu ihren anderen Artgenossen auf die Weide.

Tiere und Artisten trotzen der Krise 

Circus Feraro zeigt in Langenbach ein Programm voller Spannung - inklusive Tierschau

  • VonLena Hepting
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Manege frei! Ab nächsten Freitag, 17. September, gastiert der Circus Feraro in Langenbach. Deutschlands größter Familiencircus hat einige Sensationen im Gepäck.

Eine große Weidenfläche können die Ponys und Pferde des Zirkus Feraro beim Sportplatz in Langenbach die nächsten Tage abgrasen. Vor einer Woche sah das noch anders aus: Die Spielzeit in Neufahrn wurde verlängert, da die Wiese unter Wasser stand. „Jetzt hoffen wir auf ein paar schöne Tage, damit viele Menschen zu unseren Vorstellungen kommen“, erklärt Zirkusdirektor Hermann Schmidt-Feraro, der das Unternehmen in der sechsten Generation führt. Er und seine zehn Kinder, insgesamt fünf Familien, bilden gemeinsam Deutschlands größtes Familien-Zirkusunternehmen. Seit Jahren tourt „Circus Feraro“ durch den Landkreis Freising, Erding und die Hallertau; war bereits in ganz Deutschland sowie Österreich und der Schweiz unterwegs.

Trotzdem hat die Corona-Zeit die Familie schwer getroffen: Acht Monate lang steckte Schmidt-Feraros Unternehmen in ihrem Winterquartier in Marzling-Hirschau fest, der Lockdown hat keine Auftritte ermöglicht. Der Direktor musste einen Kredit aufnehmen, um die laufenden Kosten für Tiernahrung- und Versicherung, Lebensmittel, TÜV und Benzinkosten zu tilgen. Hoffnung konnten er und seine Familie durch „die vielen netten Menschen“ im Nachbarort schöpfen. „Die Pandemie hat uns gezeigt, dass viele Menschen noch etwas für ihr Gegenüber übrig haben. Sowohl Geldspenden als auch Lebensmittel und Tierfutter bekamen wir von den Leuten vor Ort. Und am wichtigsten: Sie haben uns Trost gespendet“, erklärt Schmidt-Feraro.

Ziegen sind nur ein kleiner Teil der vierbeinigen Artisten.

Sie haben sich in den Auftritts-Orten bereits eine Fan-Gemeinde aufgebaut; viele Eltern kommen mit ihrem Nachwuchs vorbei, weil sie einst selbst als Kind den Zirkus besucht haben. Um seine tiefe Dankbarkeit zu zeigen, möchte er den Besuchern des Zirkuses ein ganz besonderes Programm bieten. Zwei Stunden lang gibt es in Langenbach Artisten in und über der Manege, Messerwerfer, Schlangentänzer, die Clownerie sowie Tiershows zu sehen. Dabei kommen Pferde und Ponys, Lamas, Ziegen, Tauben, Hunde, Schweine und Laufenten zum Einsatz.

Tiere im Zirkusleben: Peta kritisiert Feraro

Kritisiert für die vierbeinigen Artisten wurde der Circus im Januar von Peta. Tierschützer forderten, dass er sowie alle anderen Zirkusunternehmen sämtliche Tiere abgeben. Die Haltung und Futterkosten - gerade in Pandemiezeiten - sei ihnen ein Dorn im Auge. Für den Zirkusdirektor ist das ausgeschlossen. „Wir lieben alle unsere Tiere. Wenn eines von ihnen zum Tierarzt muss, bangen wir. Sie haben genug Auslauf während der Spielzeiten und eine ganze Halle für sich im Winterquartier. Für mich sind die Tiere ein fester Bestandteil im Zirkusleben. Sie werden stets mit Liebe umsorgt und zwar von uns allen.“ Davon überzeugen können sich die Besucher vor- oder nach den Auftritten bei einem Abstecher in der Tierschau.

Das Zirkuszelt wollte Hermann Schmidt-Feraro dieses Wochenende noch nicht aufbauen: „Die Pferde dürfen hier erstmal ein wenig abgrasen.“

Erweiterung der Spielzeiten: Hoffnung auf den Weihnachtszirkus

Nach dem Abstecher in Langenbach ist noch lange nicht Schluss für den Circus Feraro. Er reist weiter nach Wolnzach, Mainburg, Abensberg und Geisenfeld. Auch einen Winterzirkus soll es dieses Jahr in Freising geben, wenn alles klappt. In Erding hat dieses Projekt nicht funktioniert, zweimal mussten die Artisten eine Absage einstecken. Normalerweise ist die Familie auch in Schulen oder bei Faschings- und Vereinsfeiern aufgetreten.

Körperspannung bewiesen die Artisten bereits bei ihrem Auftritt in Neufahrn. Hoch über den Besuchern schwebten die Söhne der Familie Feraro.

Die Pandemie verhinderte das. „Wir sind mit vielen Zirkusbetrieben in Kontakt. Keiner weiß, wie es weitergeht. Das ständige Warten auf neue Hygieneauflagen ist unerträglich, gerade bei schönem Wetter im Frühjahr. Da kribbelt es der ganzen Familie bereits unter den Fingern, endlich wieder aufzutreten zu dürfen“, erklärt der Zirkusdirektor. Auch bleibt das Bangen, wie die finanzielle Lage nach dieser Saison aussieht: „Wir sind derzeit auf der Suche nach einem Sponsor, damit unser Zirkus nicht ausstirbt“.

Der Circus Feraro kommt vorbei: Das sind die Spielzeiten in Langenbach

Am Freitag, 17. September, um 18 Uhr heißt es zum ersten Mal „Manege frei“ beim Circus Feraro. Dann geht es am Samstag, Sonntag und Montag täglich ab 15 Uhr weiter. Die Tierschau ist auch außerhalb der Vorführungszeiten für Besucher geöffnet. Mehr Informationen gibt es hier sowie telefonisch unter 0160 / 65 00 175 und info@circus-feraro.de.

Quelle: Forum

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